Demenzen
Definition und Häufigkeit
Dementielle Erkrankungen sind durch einen progredienten Abbau kognitiver Leistungen des Gehirns wie Gedächtnis, Sprache oder Orientierung gekennzeichnet.Häufigkeit und Ursachen
Demenzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Medizin. Mehr als eine Million Deutsche leiden an einer Demenz, davon ca. 60% an einer Demenz vom Alzheimer-Typ. Die geschätzte Prävalenz dementieller Erkrankungen steigt auf ca. 30% der Bevölkerung in der Altersgruppe über 80 Jahre. Frühformen dementieller Erkrankungen können bereits ab dem 40. Lebensjahr vorliegen. Aufgrund der sich wandelnden Altersstruktur in Deutschland und anderen Industrienationen werden die Absolutzahlen betroffener Patienten deutlich ansteigen.Demenzerkrankungen führen zu enormen sozioökonomischen Kosten und zu schweren Beeinträchtigungen der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen. Es werden daher zur Zeit große Anstrengungen unternommen, die Lage der Betroffenen und deren Angehörigen medizinisch und sozial zu verbessern. Von entscheidender Bedeutung ist es, möglichst frühzeitig die Entwicklung eines dementielles Syndrom zu erkennen und dessen Ursache festzulegen. Dies ist besonders wichtig, da einer fortschreitenden Gedächtnisstörung primär zahlreiche neurologische oder internistische Erkrankungen zugrunde liegen können, die einer speziellen Therapie bedürfen und bei rechtzeitiger Erkennung auch voll reversibel sein können.
Neben den Demenzen müssen andere Erkrankungen abgegrenzt werden, bei denen ebenfalls eine subjektive Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit vorliegt, die aber einer anderen Behandlung bedürfen (z. B. Depression). Leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI: Mild Cognitive Impairment) können den Beginn einer Alzheimer-Demenz markieren, aber auch andere Verläufe nehmen.
Diagnostik
Da subjektiv empfundene Gedächtnisstörungen das erste Zeichen einer schweren Erkrankung sein können, müssen diese Beschwerden ernst genommen werden und verlangen eine sorgfältige Eigen-und Femdanamnese sowie eine Objektivierung durch eine neuropsychologische Testung. Dabei handelt es sich um Untersuchungs¬verfahren, die die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit erfassen, die sprachliche Fähigkeit, die Wiedergabe und die Merkfähigkeit vorgegebener Wörter und Figuren und die Aufmerksamkeitsleistung. Wenn sich Abweichungen von altersnormierten Normwerten zeigen, wird durch z.T. aufwendige Zusatzuntersuchungen (Laboruntersuchungen, EEG, MRT oder CCT, ggf. Lumbalpunktion, Positronen-Emissions-Tomographie: FDG-PET) versucht, deren Ursache festzulegen. Ziel dieser Untersuchungen ist es, grundsätzlich eine möglichst frühzeitige und sichere Diagnose anzustreben, die eine möglichst frühzeitige Therapie ermöglicht, die das weitere Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder zumindest verlangsamen soll.Therapie
Die Therapie ist von der zugrunde liegenden Ursache oder Ätiologie der Demenz abhängig. Bei der häufigsten Form der Demenz, der Demenz vom Alzheimer-Typ sind erste vielversprechende Therapieansätze verfügbar.Weitere Informationen
- http://www.kompetenznetz-demenzen.de/
- http://www.patientenleitlinien.de/Demenz/demenz.html
- http://www.deutsche-alzheimer.de
- http://www.alzheimerforum.de/
- http://www.alzheimerwgs.de/
- http://www.deutsche-alzheimer-stiftung.de/
- http://www.intersenior.de/
Bitte lesen Sie hierzu auch die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) unter dem Stichwort Demenz (http://www.dgn.org/11.0.html).