45 Jahre Ehrenamt in Grün: Grüne Damen und Herren an der Unimedizin Mainz feiern Jubiläum

Seit 1981 begleiten die Grünen Damen und Herren Patient:innen an der Universitätsmedizin Mainz – bieten Gespräche an, unterstützen bei der Organisation des Klinikaufenthaltes und erledigen kleine Besorgungen. Die Ehrenamtlichen in den mint-grünen Kitteln haben stets eine helfende Hand und ein offenes Ohr, besonders wenn Patient:innen die Unterstützung von Angehörigen fehlt.

Auf 40 Stationen quer durch die Kliniken der Universitätsmedizin Mainz klopfen die Grünen Damen und Herren an die Zimmertüren und bringen mit, was im Krankenhausalltag oft fehlt: Zeit für Gespräche, gegen die Langeweile und zum Zuhören, zum Beispiel bei Ängsten rund um den Klinikaufenthalt. Besonders für Menschen, die nicht auf die Hilfe von Angehörigen zählen können, sind sie eine wichtige Unterstützung. Wer ohne frische Kleidung im Krankenhaus ankommt, erhält das Nötigste aus der Kleiderkammer der Grünen Damen und Herren, für Menschen, die nicht mobil sind, erledigen sie kleine Besorgungen.

25 ehrenamtliche Damen und drei Herren sind aktuell in der Gruppe aktiv, die meisten im Rentenalter, doch auch Studierende und Berufstätige engagieren sich. Hauptsächlich dienstags und donnerstags sind sie auf den Stationen unterwegs. „Die Patient:innen haben großes Vertrauen in uns“, erzählt Dr. Kerstin Steiner, seit vier Jahren als Grüne Dame dabei. „Und sind für die Zeit und die Unterstützung sehr dankbar – das ist in unserem Ehrenamt das schönste Geschenk.“ Dabei kann die Arbeit der Grünen Damen und Herren herausfordernd sein: Die Themen Krankheit und Sterben sind allgegenwärtig, die Gespräche fordern Einfühlungsvermögen – und oft auch eine gesunde Portion Humor.

Verstärkung ist immer willkommen

Neue Grüne Damen und Herren sind immer willkommen und absolvieren zunächst vier Hospitationen, bei denen sie die Stationsbesuche begleiten. „Für unsere Arbeit braucht es Offenheit und Empathie“, betont Irene Gross-Herzog, die für das Team viele organisatorische Aufgaben übernimmt. „Man merkt schnell, ob es passt oder nicht.“ Fit sollten man als Grüne Dame oder Herr auch sein: An einem Vormittag kommen schon mal 10.000 Schritte zusammen. Wer dabei ist, absolviert einen Einführungskurs zu den Grundlagen der Krankenhaushygiene, es wird über die Schweigepflicht aufgeklärt und trainiert, wie Kommunikation – auch in schwierigen Situationen – gelingt. Zum Start stehen den Neuen dann erfahrene Grüne Damen und Herren als Mentor:innen zur Seite. Gemeinsam bildet sich das Team bei regelmäßigen Fortbildungen weiter.

Neustes Einsatzgebiet der Gruppe ist die Zentrale Notaufnahme der Mainzer Unimedizin. „Das Warten ist eine Herausforderung“, weiß Irene Gross-Herzog, „Wir erklären die Abläufe, beruhigen die Menschen und beugen so auch Konflikten vor.“ „Oft sprechen uns Pflegekräfte oder der Sozialdienst an, wenn Patient:innen etwas fehlt, Wäsche oder Rasierzeug benötigt wird“, ergänzt Kerstin Steiner.

Wichtiges Ehrenamt mit langer Tradition in Mainz

„Die Arbeit der Grünen Damen und Herren ist ein wertvoller Dienst für unsere Patient:innen“, betont Kathrin Zednik, Vorstand für Pflege- und Gesundheitsfachberufe an der Universitätsmedizin Mainz. „Mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz schenken sie Zeit und Zuwendung und unterstützen so unsere Fachkräfte im Klinikalltag. Dafür habe ich großen Respekt und bin sehr dankbar für diese großartige Arbeit!“ Der Vorstand der UM unterstützt das Ehrenamt – die Grünen Damen und Herren nutzen ein kleines Büro, von dem aus die Dienste koordiniert werden und in dem die Kleiderkammer untergebracht ist.

Mit ihrem 45-jährigen Bestehen sind die Grünen Damen und Herren an der Mainzer Unimedizin eine der ältesten Gruppen ihrer Art in Deutschland. Gründerin war die Gonsenheimer Ärztin Dr. Hildegard Bäßler, die als Patientin in der damaligen Universitätsklinik miterlebte, wie sehr Menschen ohne Unterstützung durch Angehörige im Krankenhaus auf sich gestellt sein können. Am 1. Februar 1981 rief sie die Mainzer Gruppe ins Leben. Die Idee für das ehrenamtliche Engagement im Krankenhaus hatte 1969 die Bonner Politikerin Brigitte Schröder nach Deutschland gebracht. Selbst ehrenamtlich und sozial engagiert, hatte sie die Arbeit der sogenannten Pink Ladies in Krankenhäusern in den USA kennengelernt. Damals wie heute verbindet Kerstin Steiner, Irene Gross-Herzog und ihre Kolleg:innen in den mint-grünen Kitteln ein einfaches Ziel „Wir wollen als Mitmenschen für andere da sein.“


Kontakt:
Grüne Damen und Herren an der Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-6929
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Pressekontakt:
Dr. Sven Müller
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-7771
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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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