Augenhornhäute sind Mangelware
Die Hornhauttransplantation gilt als eine der häufigsten Transplantationen in der Medizin: So werden in Deutschland jährlich etwa 5000 Hornhäute transplantiert. Benötigt würden hingegen etwa 8000 Augenhornhäute pro Jahr – aber es gibt zu wenige Spender. Darauf weist Dr. Jan Vetter, Leiter der Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz an der Universitäts-Augenklinik Mainz hin. Sein Ziel ist es mehr Menschen für das Thema zu sensibilisieren, die Möglichkeit der Hornhautspende und die Hornhautbank bekannter zu machen und so letztlich mehr Gewebespenden realisieren zu können – für Patientinnen und Patienten in Mainz, aber auch bundesweit.
„Das Auge ist ein Sinnesorgan, welches mit einer besonderen Emotionalität behaftet ist“, betont Dr. Vetter. „Nicht umsonst gibt es die Redewendung ‚etwas hüten wie seinen Augapfel’. Dies mag – zusammen mit der sicherlich noch zu wenig bekannten Möglichkeit einer Hornhautspende – ein Grund für die mangelnde Spendenbereitschaft sein.“ Dabei sei gerade die Entnahme einer Augenhornhaut weitgehend unkompliziert und könne bis zu 72 Stunden nach dem Tod problemlos erfolgen. Auch sei der Spender anschließend in seinem Aussehen nicht verändert, wenn ihm nach der Entnahme der Hornhaut eine Kunstlinse aufgesetzt wird. „All dies ist bislang nicht hinreichend bekannt“, vermutet Dr. Vetter. „Das möchten wir ändern, indem wir möglichst viele Menschen über die Arbeit unserer Hornhautbank informieren.“ So besteht die Hornhautbank des Landes Rheinland Pfalz in der Universitäts-Augenklinik bereits seit etwa 16 Jahren. „Im vergangenen Jahr konnten wir etwa 260 Patienten – im Mainz und darüber hinaus – zu einer neuen Hornhaut verhelfen und damit die Zahl der realisierten Gewebespenden gegenüber 2006 nahezu verfünffachen“, erläutert Jan Vetter. „Trotz dieser erfreulichen Entwicklung können wir uns nicht zurücklehnen, denn noch immer fehlen Spender – und da der Einsatz künstlich hergestellter Hornhäute für die Patienten bislang noch Zukunftsmusik ist, werden wir auch weiterhin auf die Hornhauttransplantation angewiesen sein.“ Die Gründe, warum Menschen eine neue Hornhaut benötigen, sind vielfältig: Meist ist die eigene Hornhaut durch Unfälle oder Erkrankungen getrübt, verformt oder vernarbt, was in jedem Fall zu einer Verschlechterung des Sehens führt. Auch bei Entzündungen, Geschwüren oder Vorwölbungen der Hornhaut ist die Hornhauttransplantation eine anerkannte Therapie. „Das Klinikum ist stolz darauf eine der größten Hornhautbanken in Deutschland zu beherbergen. Besonders dankbar sind wir dabei für die Unterstützung mit Hornhauhautspenden durch die Krankenhäuser der Region“, ergänzt Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Ärztlicher Direktor des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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