Auszeichnung für VersKiK-Studie: Bessere Nachsorge für Krebsüberlebende im Kindes- und Jugendalter

Versorgungsforschungspreis Kinder und Jugendliche für deutschlandweit einzigartige Studie zur Verbesserung der Langzeitversorgung

PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄT MAGDEBURG
 

Die deutschlandweite VersKiK-Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Magdeburg, an der auch die Universitätsmedizin Mainz als Projektpartnerin beteiligt ist, wurde mit dem Versorgungsforschungspreis Kinder und Jugendliche des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung (DNVF) und der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ausgezeichnet. Der Preis wurde im September 2025 auf dem Deutschen Kongress für Versorgungsforschung in Hamburg stellvertretend für alle Projektpartner an die wissenschaftliche Projektkoordinatorin Frau Dr. Ekaterina Aleshchenko verliehen.

Das Forschungsteam hat erstmals umfassend untersucht, wie die Nachsorge nach einer Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter organisiert ist und wo noch Versorgungslücken bestehen. Hintergrund ist, dass mehr als 80 Prozent der Betroffenen heute geheilt werden können, jedoch etwa zwei Drittel im Laufe ihres Lebens an krankheits- oder therapiebedingten Spätfolgen leiden.

„Die Auszeichnung ist eine wichtige Anerkennung für unser Team und unterstreicht die Relevanz der Ergebnisse. Sie bestärkt uns darin, die Erkenntnisse zügig in die Praxis zu überführen und die Nachsorge für Betroffene weiter zu verbessern“, erklärt Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Leiter des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Erhöhtes Risiko für Herz- und Hörprobleme
Die ersten Ergebnisse der Studie zeigten: Überlebende haben ein deutlich erhöhtes Risiko für Herz- und Hörprobleme. Bereits in jungen und mittleren Jahren treten Veränderungen an Herzklappen, Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien) sowie Hörverluste auf. „Mit der Studie haben wir eine bislang einzigartige Datengrundlage geschaffen, die die besonderen gesundheitlichen Risiken von Krebsüberlebenden sichtbar macht und Empfehlungen für eine gezielte Nachsorge ermöglicht“, erklärt Studienleiter Prof. Dr. Enno Swart. Besonders im Übergang von der Kinder- in die Erwachsenenmedizin bestehe Nachholbedarf. „Hier braucht es gezielte Unterstützung, damit wichtige Therapien nicht abreißen. Das betrifft gleichermaßen auch die Prävention der Langzeitfolgen und die Koordination der Versorgung für die Betroffenen“, so Studienkoordinatorin Frau Dr. Ekaterina Aleshchenko.

Für die VersKiK-Studie wurden Daten von rund 27.000 Überlebenden aus dem Deutschen Kinderkrebsregister sowie von 13 großen Krankenkassen ausgewertet. Das Deutsche Kinderkrebsregister ist am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz angesiedelt. Es erfasst seit 1980 Krebsfälle bei Kindern und Jugendlichen flächendeckend für ganz Deutschland. Ergänzt wurde dies durch eine Therapiedatenbank und qualitative Interviews. Insgesamt flossen Informationen von mehr als 100.000 Personen in die Analysen ein. Im nächsten Schritt werden aktuell auch psychiatrische und Stoffwechselerkrankungen in die Analysen einbezogen.


Projektpartner:
Deutsches Kinderkrebsregister (DKKR), Abteilung „Epidemiologie von Krebs im Kindesalter“ am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik  (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz; Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck; Abteilung für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, Universitätsklinikum Bonn; PMV Forschungsgruppe, Uniklinikum Köln; Techniker Krankenkasse (TK); BARMER; DAK Gesundheit; Wissenschaftliches Institut der AOK (WIdO), Berlin; OFFIS e.V., Oldenburg.

Das Projekt VersKiK – Versorgung, Versorgungsbedarf und Versorgungsbedürfnisse von Personen nach einer Krebserkrankung im Kindes- oder Jugendalter wurde vom Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (Laufzeit 2020-2024) gefördert.


Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Studienleitung:
apl. Prof. Dr. Enno Swart, Institut für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Telefon: +49 391 6724306, Mail: enno.swart@med.ovgu.de

Prof. Dr. Dr. Christian Apfelbacher, Direktor des Instituts für Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung (ISMG) der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Mail: christian.apfelbacher@med.ovgu.de


Ansprechpartnerin Universitätsmedizin Mainz:

Dr. Cécile M. Ronckers
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI)
Universitätsmedizin Mainz
E-Mail


Pressekontakt Universitätsmedizin Mainz:
Veronika Wagner M. A.
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-8391
E-Mail
 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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