BfS und DKKR stellen sich gemeinsam hinter die Ergebnisse der Kinderkrebsstudie

Die zentralen Ergebnisse der KiKK-Studie sind zuverlässig und werden von allen an der Studie Beteiligten übereinstimmend geteilt. Das ist das Ergebnis eines Treffens zwischen dem Auftraggeber der Studie, dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und den Autoren der Untersuchung, dem Deutschen Kinderkrebsregister (DKKR). Zu dem Treffen war es gekommen, nachdem in den Tagen nach Veröffentlichung der Studie in den Medien wiederholt von einem Dissens zwischen dem Auftraggeber und den Autoren der Studie berichtet worden war. BfS-Präsident Wolfram König: „Wir haben uns zu diesem Schritt entschlossen, weil wir in allen zentralen Ergebnissen übereinstimmen und es lediglich in Fragen Meinungsverschiedenheiten gab, die nicht unmittelbar zum beauftragten Teil der Studie gehören. Sich nun gemeinsam der Herausforderung zu stellen, die uns diese Studie vorgibt, ist insbesondere im Sinne der Bewohner in der Nähe der Kernkraftwerke.“ BfS und DKKR betonen die hohe Qualität der durchgeführten Studie. „Die Studie zeigt, dass das Risiko für Kinder unter 5 Jahren, an Leukämie zu erkranken, zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt “, erklärt die Leiterin der Studie, Prof. Maria Blettner. Die Studie stellt somit einen wesentlichen Baustein bei der Beantwortung der seit etwa 30 Jahren diskutierten Frage nach gesundheitlichen Effekten in der Umgebung von Reaktoren dar, da hier ein neuer, epidemiologisch anspruchsvollerer Ansatz als bisher angewandt wurde. BfS und DKKR stimmen ebenfalls überein, dass die Studie keine Aussagen zu den kausalen Ursachen für die erhöhten Krebserkrankungsraten machen kann. König: „Aufgrund der deutlichen Abhängigkeit des Risikos von der Entfernung zu den Standorten der Reaktoren gibt es Hinweise auf mögliche Zusammenhänge, aber keine Beweise“. Das bisherige Wissen um strahlenbiologische Effekte kann die Zusammenhänge zwischen dem Normalbetrieb von Kernkraftwerken und den erhöhten Leukämieerkrankungen nicht erklären. Blettner: „Ich denke, mit dieser Studie haben wir eine gute Ausgangsbasis, um auch die Klärung der Ursachen von Leukämien generell voranzubringen“. Für das Frühjahr 2008 hat das BfS ein Fachgespräch geplant, bei dem die Ursachen, die zur Entstehung von kindlichem Krebs führen können, mit Experten verschiedener Disziplinen diskutiert werden sollen.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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