Diagnostik einer möglichen Tollwuterkrankung im Vorfeld einer Transplantation ist unmöglich

Alle erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen bei einer Organspende entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer wurden vorgenommen

Es gibt keine 100prozentige Sicherheit in der Transplantationsmedizin: Organe einer möglicherweise an Tollwut infizierten Spenderin sind in Deutschland an sechs Patienten übertragen worden. Diese Organe sind einer Patientin im Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz entnommen worden. Hierzu sind alle von der Bundesärztekammer für eine Transplantation vorgeschriebenen Untersuchungen der Patientin sowie alle weiteren Zusatzuntersuchungen zur Überprüfung der Organe ebenfalls entsprechend der Richtlinien der Bundesärztekammer vorab vorgenommen worden. „Die Diagnostik auf eine mögliche Tollwuterkrankung im Vorfeld einer Transplantation ist unmöglich“, erklärt der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Univ.-Prof. Dr. Manfred Thelen, „dass dieser Fall jetzt eingetroffen ist, ist ein schreckliches Unglück, das aber im Vorfeld einer Transplantation – trotz umfassender Untersuchungen des Organspenders – nicht ausgeschlossen werden kann.“

Den beiden im Mainzer Universitätsklinikum betroffenen Patienten geht es bislang gut. Sie werden von den übrigen Patienten isoliert behandelt. „Eine Gefahr für Bevölkerung und Mitarbeiter besteht nicht“, so der Ärztliche Direktor. Auch wurden sofort nach Bekannt werden des Falles sämtliche betroffenen Mitarbeiter des Klinikums namentlich erfasst und informiert. Trotz einer extremen Unwahrscheinlichkeit einer Infizierung der Beschäftigten wurden Mitarbeiter, die in besonders engen Kontakt mit der Patientin standen, vorsorglich geimpft.

Der Ärztliche Direktor hebt auch besonders die gute Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation hervor, die ebenfalls sofort nach Bekannt werden die Transplantationszentren, Gesundheitsämter und Landesministerien informiert hat, so dass die notwendigen Maßnahmen getroffen werden konnten.

Die Gefahr, sich in Deutschland an Tollwut zu infizieren, ist äußerst gering. So sind die letzten beiden Todesfälle in den Jahren 1996 und 2004 aufgetreten. In Deutschland hat es den Fall einer möglichen Tollwuterkrankung nach einer Organtransplantation bislang noch nie gegeben. „So schrecklich wie dieser Fall jetzt auch ist“, so Prof. Thelen, „wir müssen jedoch auch sehen, dass weit mehr Patienten sterben, weil keine Organe zur Verfügung stehen.“ Dieser bedauerliche Ausnahmefall dürfe nicht dazu führen, dass die Wichtigkeit der Organspende und Transplantation als etabliertes Behandlungsverfahren in Frage gestellt wird.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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