DPO-Auftaktveranstaltung
Die Pflegekräfte im Land wollen sich besser organisieren. Ziel ist eine Pflegekammer. Das wurde bei der gut besuchten Auftaktveranstaltung „JA! Ich stimme für die Pflegekammer“ am Mittwoch in der Mainzer Universitätsmedizin deutlich. Die Debatte um eine Pflegekammer hat schon vor Monaten Landtag und Landesregierung erreicht. Im Frühjahr 2013 sollen die Pflegenden im Land über die Einrichtung einer Kammer abstimmen. Organisiert wird die Pro-Pflegekammer-Kampagne vom Dachverband der Pflegeorganisationen in Rheinland-Pfalz (DPO). Der Verband vertritt die acht größten Pflegeverbände im Land.
Dr. Helmut Müller, Vorsitzender des DPO, machte bei der Auftaktveranstaltung
deutlich, dass bereits seit 20 Jahren über eine Selbstverwaltung in der Pflege
diskutiert werde und fragte: „Wer kann Pflege besser vertreten als die Pflege selbst?“ Nun scheint es, dass man dieser Selbstverwaltung ein Stück näher gekommen ist. Indikator dafür ist laut Müller auch, dass sich bereits alle im Landtag vertretenen Parteien Mitte des Jahres bei einer Sitzung des sozialpolitischen Ausschusses grundsätzlich für die Einrichtung einer Kammer ausgesprochen hätten - so denn eben die Zustimmung der Pflegenden gegeben sei.
Evelyn Möhlenkamp, Pflegevorstand der Universitätsmedizin an der Uni Mainz und Gastgeberin der Auftaktveranstaltung, stimmte Müller zu: Mit der Pflegekammer solle einerseits sichergestellt werden, „dass professionell Pflegende eine bedarfsorientierte Fort-und Weiterbildung erhalten“ - angesichts einer alternden Bevölkerung und Verdichtung einer „immer komplexer werdenden Patientenversorgung“ ein nicht zu unterschätzender Punkt. Andererseits könnten die Pflegenden „nur durch die gesetzlich verankerte Pflegekammer mehr politischen Einfluss gewinnen“ umso „auf Augenhöhe als gleichwertiger Partner“ der anderen Berufsgruppen im medizinischen Komplex aufzutreten.
Nicht nur Möhlenkamp spricht sich - jenseits des Dachverbands und seiner Mitglieder - für die Kammerlösung aus. Die „Barmherzigen Brüder Trier“, die in Trier, Montabaur und Koblenz Kliniken und verschiedene weitere medizinische Einrichtungen im nördlichen Teil von Rheinland-Pfalz betreiben, wie auch der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz, der dort zwei Krankenhäuser und neun Pflegeheime unterhält, sind laut DPO Befürworter der Kammer.
Dr. Jürgen Faltin vom Gesundheitsministerium des Landes veranschaulichte, wie die Befragung der Pflegenden aussehen wird: Bis Ende März soll die Befragung
abgeschlossen sein. Spreche sich die Mehrheit der Befragten für die Kammerlösung aus, werde das Heilberufsgesetz des Landes entsprechend geändert. Bei der anschließenden regen Diskussion wurden Fragen zu
Abstimmungsmodalitäten geklärt. Insgesamt bekundeten die Teilnehmer eine breite Zustimmung zur geplanten Verkammerung.
Kontakt:
Anna Katharina Rau, Dipl. Pflegewirtin (FH), Leiterin der Geschäftsstelle
Dachverband der Pflegeorganisationen Rheinland-Pfalz e.V.
Gärtnergasse 3, 55116 Mainz, Tel. 06131 6694083, Fax: 06131 6694087,
E-Mail, www.dpo-rlp.de, www.pflegekammer-rlp.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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