Dr. Andreas Barth erhält Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin 2007
Fachbereich Medizin-Naturwissenschaften der Deutsch-Rumänischen Akademie verleiht erstmals den Paul Schölmerich Preis für Innere Medizin
Für seine Expressionsstudien mit Herzmuskelgewebe von Patienten mit dilatativer Cardiomyopathie wurde am 15. April beim diesjährigen Internistenkongress in Wiesbaden der 35jährige Münchener Dr. Andreas Barth mit dem Paul Schölmerich Preis ausgezeichnet. Als Vorsitzender des Fachbereichs Medizin-Naturwissenschaften der Deutsch-Rumänischen Akademie überreichte Professor Dr. Thomas Münzel aus Mainz den mit 10.000 Euro dotierten Preis, der in diesem Jahr erstmals verliehen wird. „Die Arbeit von Dr. Barth,“ so Münzel in seiner Laudatio, „mit der die Identifizierung einer robusten genomischen Signatur der dilatativen Kardiomyopathie gelang, kann möglicherweise zu einer verbesserten molekularen Diagnostik dieses ernsten Krankheitsbildes führen.“ Der zweite Preis (Preisgeld 1000 Euro) ging an Dr. Günther Schneider, München. Mit dem dritten Preis (Preisgeld ebenfalls 1000 Euro) wurde die Arbeit von Dr. Alexandra Lazar aus Cluj-Napoca in Rumänien, ausgezeichnet. Der Preis wurde von Actavis Deutschland GmbH, Langenfeld, unterstützt.
Dr. Andreas Barth, wird für seine Arbeit “Identification of a common gene expression signature in dilated cardiomyopathy across independent microarray studies“ ausgezeichnet. Barth führte zwei genomweite Expressionsstudien mit Herzmuskelgewebe von Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie durch. Zum ersten Mal gelang es ihm mit Hilfe von unabhängigen Expressionsanalysen eine zentrale Bedeutung von Immunprozessen bei der Pathogenese der dilatativen Kardiomyopathie nachzuweisen. Die Identifizierung einer robusten genomischen Signatur der dilatativen Kardiomyopathie kann möglicherweise zu einer verbesserten molekularen Diagnostik dieses ernsten Krankheitsbildes führen. Die Veröffentlichung dieser Arbeit wurde mit einem Editorial versehen, in dem die besondere wissenschaftliche Leistung gewürdigt wurde. Barth ist gebürtiger Rumäne und an der Medizinischen Klinik und Poliklinik I Großhadern, Klinikum der Universität München tätig.
Dr. Günter Schneider, 38, II. Medizinische Klinik und Poliklinik rechts der Isar, Technische Universität München, wurde für seine Arbeit „IKKα controls p51/ReIB at the skp2 gene promoter to regulate G1-S-phase progression“ mit dem zweiten Preis ausgezeichnet. Mit dieser Arbeit gelang es Schneider, einen neuen mitogenen Signalweg in Pankreaskarzinomzellen molekular aufzuklären. Die Ergebnisse dieser Arbeit führten zur Identifizierung von molekularen Zielstrukturen, die möglicherweise für eine zukünftige Therapie des Pankreaskarzinoms genutzt werden können.
Den dritten Preis erhielt Dr. Alexandra Lazar, 38, Heart Institute Niculae Stancioiu, Clinic of Cardiology in Cluj-Napoca, Rumänien, für ihre Arbeit „Carotid artery instent restenosis in a patient with contralateral occlusion, resolved with drug eluting stenting“. Es handelt sich hierbei um die Fallbeschreibung eines Patienten, dessen hochgradige Carotis interna Stenose mit einem Stent versorgt wurde. Die nachfolgende Restenosierung konnte in diesem Fall erfolgreich mit einem Drug Eluting Stent therapiert werden.
Die Deutsch-Rumänische Akademie
Die Deutsch-Rumänische Akademie ist ein internationales Forum für Wissenschaften, Ethik, Theologie, Literatur und Kunst mit Sitz in Mainz, das im letzten Jahr gegründet wurde. Das Ziel der gemeinnützigen Organisation ist die Förderung von Wissenschaften, Kultur und Völkerverständigung sowie die Etablierung von wissenschaftlichen, kulturellen und geistigen Verbindungen zwischen Deutschland und Rumänien. Dieses Anliegen soll, laut Professor Dr. Christoph Huber, Mainz, Präsident der Akademie, durch die Unterstützung von wissenschaftlichen und kulturellen Arbeiten, die Organisation von Vorträgen und Veranstaltungen in Deutschland und Rumänien sowie die Förderung von Begegnungen von Menschen verschiedener Nationalitäten verfolgt werden. Auf Initiative ihres Vizepräsidenten Dr. R. F. Nicolescu, Mainz, fördert die Akademie außerdem die Bildung von Filialen in verschiedenen rumänischen Universitätsstädten (Bukarest, Clausenburg, Temesburg, Konstanza, Iassy und Hermansstadt).
Der Paul Schölmerich Preis
Der Fachbereich Medizin-Naturwissenschaften der Deutsch-Rumänischen Akademie unter der Leitung von Professor Thomas Münzel würdigt mit dem Paul Schölmerich Preis klinische oder experimentelle Arbeiten auf dem Gebiet der Inneren Medizin, insbesondere der Intensivmedizin. Der Preis wurde 2007 zum ersten Mal vergeben.
Mit der Einrichtung dieses Preises ehrt der Fachbereich Professor Dr. Paul Schölmerich, einen der führenden Vertreter der Inneren Medizin in Deutschland. Schölmerich erhielt 1963 den Ruf an den Lehrstuhl für Innere Medizin der Uniklinik Mainz und leitete bis 1981 die II. Medizinische Klinik. Mit seinen Arbeiten über den Wert von Kreislaufuntersuchungen in der präoperativen Diagnostik, seinen grundsätzlichen Stellungnahmen über Erkrankungen des Herzens wurde er sehr schnell einer der Begründer der deutschen Kardiologie nach dem Krieg. Ein mit seinen Schülern verfasstes Lehrbuch der Intensivmedizin ist das Standardwerk im deutschsprachigem Raum.
Weitere Informationen:
Andrea Mänz-Grasmück, II. Medizinische Klinik
Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Tel. 06131 17 5737
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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