Entdeckungsreise ins Gehirn
Tag der Gesundheitsforschung unter dem Motto „Die Welt im Gehirn“ – Uniklinik Mainz bietet Forschung zum Anfassen
In Deutschland erleiden jedes Jahr etwa 200.000 Menschen einen Schlaganfall, Schwindel ist eine echte Volkskrankheit, Gedächtnisschwäche und Demenz sind in aller Munde. Bei all diesen Erkrankungen ist die „heile Welt im Gehirn“ aus dem Tritt geraten. Auch Schmerzen werden im Gehirn verarbeitet und Sucht entsteht ebenfalls im Kopf. Was die moderne Gesundheitsforschung bei Diagnose und Therapie neurologischer Erkrankungen leistet und wie das Gehirn funktioniert, können Besucher beim „Tag der Gesundheitsforschung“ am Mainzer Universitätsklinikum erleben. „Erleben“ im wahrsten Sinne des Wortes: Denn die Besucher können fühlen, wie Schmerz entsteht, wie dem Gehirn „schwindelig“ wird oder mittels Ultraschall ihre Blutgefäße untersuchen lassen – denn verengte Blutgefäße können zum Schlaganfall führen.
Am Universitätsklinikum Mainz widmen sich mehrere Kliniken dem Gehirn – die Neurowissenschaften sind ein Forschungsschwerpunkt in Mainz. Beim Tag der Gesundheitsforschung präsentieren Neurologen, Neuroradiologen, Physiologen, Psychiater, Psychosomatiker, Neurochirurgen und Nuklearmediziner ein vielfältiges Programm rund ums Gehirn.
„Wir wollen die Menschen dort abholen, wo sie sind und ihnen in leicht verständlicher Form vermitteln, wie sie von der modernen Hirnforschung profitieren können“, erklärt Prof. Frank Birklein von der Neurologischen Klinik, der den Tag in Mainz gemeinsam mit vielen Kollegen organisiert. „Wir orientieren uns dabei an dem bewährten Rezept der ‚Nachtvorlesung’, die regelmäßig hunderte von Zuhörern in die Uniklinik lockt.“
Dass sich der Weg auch dieses Mal lohnt, zeigt ein Blick auf das Programm: Wie kommt der Schmerz ins Gehirn? – Was tun, wenn die Hände machen, was sie wollen? – Wenn die Welt sich dreht! – Epilepsie: die heilige Krankheit – Wenn ein Schlaganfall die Welt verändert! – Was süchtig macht – Gedächtnisschwäche – diese sieben Themen kommen zur Sprache. Experten schildern in Vorträgen aktuelle medizinische Errungenschaften. Außerdem bieten sie im Foyer des Hörsaals „Forschung zum Anfassen“. Hier können die Besucher ihre eigenen Schmerzrezeptoren sehen, einen künstlichen Schwindel erleben, ihr Gedächtnis testen oder mittels Ultraschall die eigenen Blutgefäße durchleuchten lassen. Auch die Illusion von Schmerz kann jeder fühlen – denn das Gehirn kann Temperaturreize, wenn sie nicht zusammenpassen, als Schmerz verarbeiten. So lässt sich eine 38 Grad warme Fläche ohne Schmerz ebenso anfassen wie eine 25 Grad warme. Legt man aber eine Hand auf eine Fläche, auf der sich die unterschiedlich warmen Zonen abwechseln, so tut das weh.
Der Tag der Gesundheitsforschung – eine bundesweite Aktion – findet nach 2005 zum zweiten Mal statt. Mit wechselnden thematischen Schwerpunkten werden jährlich die Leistungen, der aktuelle Stand und die Perspektiven der Gesundheitsforschung dargestellt. In diesem Jahr dreht sich alles um die „Welt im Gehirn“. Unter dem Motto „Erleben und Verstehen“ wollen Wissenschaftler und Ärzte an diesem Tag den Zusammenhang zwischen medizinischer Forschung und Versorgung verdeutlichen. Wesentliches Ziel ist es, den Menschen die medizinische Forschung näher zu bringen und zu vermitteln, welches Potenzial in diesem faszinierenden Forschungsbereich für jeden einzelnen steckt.
Der Tag der Gesundheitsforschung findet statt
am Sonntag, den 19. Februar 2006,
von 10.30 Uhr bis etwa 15.30 Uhr,
im Hörsaal der Chirurgie, Gebäude 505,
Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Alle interessierten Personen sind herzlich eingeladen. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.
Weitere Informationen und ausführliches Programm:
www.tag-der-gesundheitsforschung.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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