Erster Welt-Thrombose-Tag: Universitätsmedizin Mainz beteiligt sich
Bewusstsein für die Krankheit erhöhen, die den schleichenden Tod zur Folge haben kann
Dass Venenthrombosen – verstopfte Blutgefäße –lebensbedrohliche Lungenembolien verursachen können, ist vielen Menschen nicht bekannt. Heute, am ersten Welt-Thrombose-Tag, wollen nationale und internationale Fachgesellschaften insbesondere für Venenthrombosen sensibilisieren. Der Ärztliche Direktor des Centrums für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Professor Dr. Stavros Konstantinides, zählt zum zehnköpfigen internationalen Steuerungs-Komitee, das den Welt-Thrombose-Tag aus der Taufe gehoben hat. Experten der Universitätsmedizin Mainz (Professor Christine Espinola-Klein, Professor Helmut Schinzel und Professor Stavros Konstantinides) geben Betroffenen und Interessierten heute im Rahmen einer Telefonaktion mit der Allgemeinen Zeitung (14 bis 16 Uhr) unter Tel. 483601 Antworten auf ihre Fragen zum Thema Thrombose.
Frühzeitig erkannt lassen sich Thrombosen und Lungenembolien bestenfalls sogar verhindern. Früherkennung leistet also einen wichtigen Beitrag zur Patientensicherheit. Der von der Internationalen Gesellschaft für Thrombose und Hämostaseologie (ISTH) initiierte Welt-Thrombose-Tag hat das Ziel, die Öffentlichkeit, Ärzte und Entscheidungsträger im Gesundheitssystem über die Erkrankung, ihre Entstehung, die Risikofaktoren, die Symptome und die Präventionsmaßnahmen zu informieren. Offizielle Partnerorganisationen des Welt-Thrombose-Tags sind in Deutschland die Deutsche Gesellschaft für Angiologie, Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V. (DGA), die Deutsche Gesellschaft für Phlebologie (DGP) und die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V. (GTH).
„Aufgrund einer Thrombose sterben in Deutschland allein jährlich rund 100.000 Menschen an einem Gefäßverschluss. Die Bevölkerung weiß in großen Teilen kaum etwas über die Gefahren, die von Thrombosen ausgehen. Laut einer im Auftrag der ISTH durchgeführten Umfrage hat die Hälfte der Befragten den Begriff Lungenembolie noch nie gehört. Vor diesem Hintergrund wurde der Welt-Thrombose-Tag ins Leben gerufen, um aufzuklären, das Bewusstsein für die Erkrankung zu erhöhen und vermeidbare Todesfälle zu verhindern“, sagt Professor Konstantinides. Zusammen mit der Leiterin der Angiologie in der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik, Univ.-Professor Dr. Christine Espinola-Klein, und dem Leiter der Gerinnungsambulanz im CTH, Professor Dr. Helmut Schinzel (beide Universitätsmedizin Mainz, beantwortet Professor Konstantinides heute im Rahmen einer gemeinsam mit der Mainzer Allgemeinen Zeitung durchgeführten Telefonaktion den Fragen Betroffener und Interessierter.
Bei einer Thrombose handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Blutgefäß bildet. Viele Faktoren können zu der Entstehung von Venenthrombosen und Lungenembolien führen. Die Medizin unterscheidet zwischen „provozierten“ und „nicht-provozierten“ Thrombosen. Provozierte Thrombosen entstehen auf dem Boden „temporärer“, das heißt vorläufiger oder behandelbarer, Situationen wie beispielsweise größere Operationen oder Krankenhausaufenthalte wegen schwerer akuter Krankheiten. Nicht-provozierte Thrombosen lassen sich auf vererbte oder erworbene Thromboseneigungen zurückführen. Bekannte „permanente“ Risikofaktoren für Thrombosen sind Krebs, Rauchen und Übergewicht. Das Risiko einer Thrombose nimmt mit zunehmendem Alter stark zu. Ein gesunder Lebensstil sowie die frühzeitige Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck und hohen Cholesterinwerten kann helfen, schwere Krankheiten – wie zum Beispiel Schlaganfälle – zu vermeiden, die unter anderem eine schwere Venenthrombose zur Folge haben können.
Eine Venenthrombose kann zu einer Lungenembolie führen, wenn sich ein Teil des Thrombus aus der Beinvene ablöst und in die Lungenstrombahn gelangt. Während kleine Lungenembolien vom Patienten unbemerkt verlaufen können, kann eine große Lungenembolie lebensbedrohlich sein, wenn sie nicht sofort mit Medikamenten behandelt wird. Größere Thromben machen sich oft als schwere Luftnot, atemabhängige Brustschmerzen oder Druckgefühl, oder auch als kurzzeitiger Bewusstseinsverlust (Synkope) bemerkbar.
Eine nicht komplett abgeheilte Venenthrombose kann ohne richtige medikamentöse Therapie und das Tragen von Stützstrumpfen die Zerstörung der zarten Venenklappen in den Beinen nach sich ziehen. Chronische Beinschwellungen und Hautveränderungen sind die Folge. Schlimmstenfalls kann es zu einer Gangrän kommen. Dabei handelt es sich um das Endstadium einer Durchblutungsstörung mit Auflösung und Zerstörung des Gewebes. Darüber hinaus können nicht aufgelöste Thromben in der Lunge zu einer nachhaltigen Erhöhung des Drucks im kleinen (Lungen-)Kreislauf und zu einer steten Belastung bis hin zum Versagen der rechten Herzenkammer führen.
Trotz der Komplikationen, die eine Thrombose nach sich ziehen kann, gibt es auch gute Nachrichten: Neue Gerinnungshemmer ermöglichen, die Therapie von Thrombosen einfacher und in vielen Fällen sicherer zu machen. Drei von diesen Medikamenten sind bereits zugelassen und im Einsatz. Die neuen Medikamente könnten in den kommenden Jahren allmählich das – in der Handhabung oft schwierige – Medikament Marcumar ablösen, auch wenn noch einige Fragen und Probleme in Zusammenhang mit ihrer Anwendung zu klären sind. Darüber hinaus können neue chirurgische und Katheterverfahren die Behandlung von Lungenembolien und ihren Folgen verbessern.
Kontakt
Prof. Dr. Stavros Konstantinides
CTH - Centrum für Thrombose und Hämostase Mainz
Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131/17-8297
E-Mail: stavros.konstantinides@unimedizin-mainz.de
Pressekontakt
Oliver Kreft, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7428, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über das CTH
Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) wird als Modellzentrum zur verbesserten Integration von Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung unter einem translationalen Fokus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF 01EO1003) im Rahmen des nationalen Programm „Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)“ gefördert. Im CTH-Konzept wird die Schnittstelle zwischen Patientenbehandlung und Forschung neu definiert und so die Voraussetzung für Innovationen in der Gesundheitsversorgung geschaffen. Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Umgekehrt sollen klinische Beobachtungen als Anregung und Rückkoppelung direkt in die Grundlagenforschung einfließen.
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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