Habermann: Vernetzte Versorgungsketten stärken Behandlung von Patienten und sind innovativer Wirtschaftsfaktor
Gesundheitsstaatssekretär Christoph Habermann besuchte im Rahmen seiner Themenreise in Mainz und Bad Kreuznach verschiedene Kliniken und Krankenhäuser, die als Projektpartner der „Initiative Gesundheitswirtschaft“ daran mitwirken, vernetzte Versorgungsketten weiter zu entwickeln und so eine sektorenübergreifende Behandlung von Patientinnen und Patienten zu fördern. Den Besuch der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz nahm Habermann zum Anlass, die Bewilligung einer Projektförderung über 150.000 Euro für das neue Versorgungsmodell „thrombEVAL“ an Prof. Dr. Thomas Münzel, den Direktor der Klinik zu überreichen. Die Besuchsreise mit dem Schwerpunkt „Gesundes Wachstum. Gesunde Zukunft“ bot Habermann die Gelegenheit, sich vor Ort über drei Projekte der „Initiative Gesundheitswirtschaft“ auszutauschen, die eine optimale, am Stand der aktuellen Forschung und Entwicklung ausgerichteten Behandlung und Begleitung von Patientinnen und Patienten zum Ziel haben, um gesundheitliche Folgeschäden zu verhindern. Gesprächspartner des Staatssekretärs waren unter anderem Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, und Prof. Dr. Andreas Schwarting, Ärztlicher Direktor des Sana Rheumazentrums. Bei Rundgängen hatte Staatssekretär Habermann darüber hinaus die Gelegenheit, sich im Gespräch mit Patientinnen und Patienten über den Nutzen dieses sektorenübergreifenden Versorgungsansatzes zu informieren. Im Mittelpunkt der ersten Station seiner Themenreise stand das Landesleitprojekt „thrombEVAL“ der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz – Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin. „Mehr als 900.000 Menschen werden zurzeit in Deutschland mit Medikamenten zur Blutverdünnung beziehungsweise Gerinnungshemmung behandelt. Komplikationen bei der Blutgerinnung können beispielsweise zu gravierenden Erkrankungen wie Schlaganfällen führen“, hob Habermann die Bedeutung des Projektes hervor. Im Hinblick auf die zunehmende Lebenserwartung sei damit zu rechnen, dass die Zahl der Personen mit einer Indikation zu dieser Therapie in den kommenden Jahren weiter wachsen wird, prognostizierte Habermann. Deshalb habe die Landesregierung „thrombEVAL“ zu einem Landesleitprojekt gemacht, das neben zwei weiteren Landesleitprojekten unter dem Dach „Optimierung der Versorgung in der Fläche durch Verbünde“ engagierte Akteure zusammenführt. „Bereits zum Juli 2010 konnten wir der Universitätsmedizin für ‚thrombEVAL’ einen vorzeitigen Maßnahmebeginn aussprechen, und ich freue mich ganz besonders, dass ich heute die Bewilligung des Landes über 18 Projektmonate „thrombEVAL“ überreichen kann“, so der Staatssekretär. Als zweite Station besuchte der Staatssekretär Habermann die Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz und tauschte sich über das neue „Wundnetz Rheinland-Pfalz“ aus, das Anfang 2011 starten soll und mehr Lebensqualität für Patientinnen und Patienten, mehr Behandlungsqualität für Ärztinnen und Ärzte und niedrigere Behandlungskosten für Krankenkassen in der Wundversorgung zum Ziel hat. „Chronische Wunden bedeuten für die betroffenen Patientinnen und Patienten häufig einen langen Leidensweg und eine massive Einschränkung der Lebensqualität bis hin zum Verlust des Arbeitsplatzes und persönlicher Bindungen“, weiß Habermann. „Die Wundversorgung aus einer Hand im Rahmen eines Netzwerkverbundes durch die strukturierte Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, Universitätsmedizin und Pflegediensten, mit Einbindung von Apotheken, Podologen und Sanitätshäusern sei im Land einzigartig“, betonte Habermann. Darüber hinaus gebe das landesweite Wundnetzwerk Unterstützung beim Aufbau lokaler Wundnetze in der Region und trage damit wesentlich zur gesundheitlichen Versorgung der Menschen im Land bei. Als dritte Station des Tages besuchte Staatssekretär Christoph Habermann die Sana Rheumazentrum Rheinland-Pfalz AG in Bad Kreuznach. Im Mittelpunkt des Gesprächs mit dem Ärztlichen Direktor und Patientinnen und Patienten stand das Netzwerk ADAPTHERA. Ziel von ADAPTHERA ist eine intensive, dauerhafte und koordinierte Kooperation aller Partner der Versorgungskette „Rheumatoide Arthritis“ zur optimalen Versorgung und individuellen Behandlung von Rheumapatientinnen und -patienten. Erste Erfahrungen und Erfolge des im Sommer 2010 gestarteten Netzwerks zeigten, wie wichtig eine frühzeitige Behandlung von Rheumakranken ist. „Zwischen Diagnostik und Behandlung liegen durchschnittlich immer noch 1,1 Jahre. Für den Krankheitsverlauf empfehlenswert ist eine Behandlung innerhalb von zwölf Wochen nach Beschwerdebeginn“, betonte Habermann. Deshalb unterstütze das Land Rheinland-Pfalz das bundesweit einmalige Projekt ADAPTHERA im Rahmen der Initiative Gesundheitswirtschaft für die Startphase von drei Jahren und begrüße auch den Aufbau eines Rheumaregisters im Rahmen des Projekts. „Die Gesundheitswirtschaft ist eine Branche mit großem Zukunfts- und Wachstumspotenzial, das wir in Rheinland-Pfalz mit der Initiative GW befördern wollen. Nicht zuletzt erhalten und schaffen wir mit unseren Projekten Arbeitsplätze, qualifizieren Fachkräfte und tragen dazu bei, die gesundheitliche Versorgung der Menschen in allen Teilen von Rheinland-Pfalz sicherzustellen.“ Weitere Informationen zu den Themenreisen sind im Internet unter www.masgff.rlp.de/themenreisen zu finden.
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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