Haut als Schutzmechanismus – neuer Sonderforschungsbereich startet

Universitätsmedizin Mainz an neuem überregionalem SFB-Transregio beteiligt

Ab heute erhält der neue Sonderforschungsbereich Transregio (SFB TR) 156 „Die Haut als Sensor und Initiator von lokalen und systemischen Immunreaktionen“ für vier Jahre Fördergelder der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von insgesamt 11,8 Millionen Euro. Es handelt sich dabei um ein gemeinsames Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Mainz und den Universitäten Heidelberg (Sprecherschaft) und Tübingen sowie des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. In dem überregionalen Forschungsverbund erforschen die Wissenschaftler die Rolle der Haut bei der Abwehr von Krankheitserregern. Das Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist an acht der 19 wissenschaftlichen Teilprojekte beteiligt. Die Haut eines Erwachsenen umfasst rund zwei Quadratmeter und wiegt etwa fünf Kilogramm. Sie ist damit das größte menschliche Organ – und zwar ein sehr komplexes. Als Körperhülle bildet sie eine schützende Barriere gegen Krankheitserreger. Damit stellt sie einen bedeutenden Teil des menschlichen Immunsystems dar, das potentiell gesundheitsschädigende Eindringlinge erkennt, sie zielgerichtet neutralisiert und entsorgt. Abwehrzellen der Haut interagieren sowohl miteinander als auch mit anderen Zelltypen der Haut. Medizinisch relevant sind die Immunzellen in der Haut auch deshalb, weil sie sowohl die Basis bilden für lokale Reiz-Reaktionen, als auch eine Antwort des gesamten Immunsystems auslösen können. Im SFB-TR 156 „Die Haut als Sensor und Initiator von lokalen und systemischen Immunreaktionen“ erforschen die Wissenschaftler aus den Disziplinen Immunologie, Mikrobiologie und Dermatologie die Ursachen von entzündlichen Hauterkrankungen. Dazu zählen beispielsweise atopische Dermatitis, Psoriasis (Schuppenflechte) oder Sklerodermie. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Haut mit ihren vielfältigen immunologischen Aufgaben und Mechanismen. Zentrale Ansatzpunkte für die Untersuchungen sind die noch weitgehend unerforschten molekularen und zellulären Interaktionen in der Haut: Wie beeinflussen die verschiedenen Zelltypen der Haut weitere Immunzellen und damit die vielschichtige Krankheitsabwehr des Körpers? Ganz konkret widmen die Forscher sich der Frage nach dem Wirkungszusammenhang zwischen Ungleichgewichten im zellulären Mikromilieu sowie Wechselwirkungen mit Mikroorganismen auf der Haut und krankmachende Mechanismen. Die Mainzer Wissenschaftler dieses SFB-TRs richten ihr Augenmerk insbesondere auf das angeborene Immunsystem und seine Wirkungsweise auf verschiedene Erkrankungen der Haut. Hierbei fokussieren die Mainzer Teilprojekte ihre Forschung auf Krankheiten wie Sklerodermie, Psoriasis, Leishmaniose und bakterielle Infektionen. Ziel ist es, langfristig neue Therapiewege zu entwickeln. Um dies zu erreichen, müssen die Wissenschaftler zunächst ergründen, wie sich verschiedene Umwelteinflüsse auf die Haut als System, auf deren Zellen und auf die verschiedenen Signalwege und Moleküle, die in die Immunantwort involviert sind, auswirken. Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe, Direktor der Hautklinik der Universitätsmedizin Mainz und einer der Co-Sprecher des SFB-TR 156, ist überzeugt: „Mit unserer Beteiligung an diesem SFB-TR betreiben wir zukunftsweisende medizinische Forschung. Die Haut und das Immunsystem sind komplexe Systeme, die noch viele Geheimnisse und medizinische Herausforderungen bergen. Ich bin mir sicher, dass die Kombination aus Grundlagenforschung verschiedener Fachrichtungen und klinisch-dermatologischer Forschung wichtige Erkenntnisse liefern wird.“ Der Sprecher des FZI und ebenfalls einer der Co-Sprecher, Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild, ergänzt: „Dieser SFB-TR ermöglicht es uns, die Komplexität der Immunantwort besser zu verstehen. Die Expertisen und der fachliche Austausch von  Dermatologen, Immunologen und Mikrobiologen erlaubt es uns, den Forschungsblick über einen bestimmten Zelltyp hinweg zu weiten und das Immunsystem in einem größeren physiologischen Kontext zu betrachten.“ Der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. med. Ulrich Förstermann, betont: „Mit der Förderung dieses neuen SFB-Transregio bestätigt die DFG, dass unsere Wissenschaftler exzellente und innovative Forschungsarbeit leisten. Das Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zeichnet sich durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und eine auf translationale Medizin ausgerichtete Forschung aus. Sie ist auch eine Bestätigung unserer in den letzten Jahren eingeleiteten Profilbildung in der Forschung. Ich gratuliere den beteiligten Wissenschaftlern zu der Anerkennung ihrer Arbeit durch die DFG.“ Ein Sonderforschungsbereich (SFB) dient als Rahmen für ein interdisziplinäres, hochschulübergreifendes und wissenschaftlich exzellentes Forschungsprogramm. Die beteiligten Wissenschaftler arbeiten über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg zusammen. SFBs ermöglichen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller, aufwendiger und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben durch Konzentration und Koordination der vorhandenen Kapazitäten. Mit einer Förderung durch das SFB-Programm wird auf eine Profilbildung an den beteiligten Hochschulen hingewirkt sowie der wissenschaftliche Nachwuchs und die Gleichstellung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gefördert. Kontakt:
Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe,
Hautklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz,
Tel.: 06131 17 4412, E-Mail: stephan.grabbe@unimedizin-mainz.de Univ.-Prof. Dr. Hansjörg Schild,
Institut für Immunologie der Universitätsmedizin Mainz und Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz,
Tel.: 06131 17 6196, E-Mail: schild@uni-mainz.de Doreen Nothmann,
Wissenschaftliche Koordinatorin,
Forschungszentrum für Immuntherapie (FZI) Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz,
Institut für Immunologie, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Telefon 06131  17-8114, Fax 06131  17-6202, E-Mail: nothmann@uni-mainz.de Pressekontakt
Barbara Reinke,
Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131  17-7428, Fax 06131  17-3496,
E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.300 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz ausgebildet. Mit rund 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die Universitätsmedizin zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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