Kinderkrankenpflegeschule feiert 75-jähriges Bestehen
Ausbildung rund um die Bedürfnisse von gesunden und kranken Kindern, Jugendlichen und deren Familien
Alles begann mit der Sorge um die Erhaltung der Nachkommenschaft und dem Ziel die Säuglingssterblichkeit zu bekämpfen. Unter diesem Aspekt wurde 1932 am damaligen Städtischen Krankenhaus in Mainz die „Säuglingspflegeschule“ gegründet. Heute bildet die Schule am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/-innen“ aus, die in Zukunft einen kompetenten und wichtigen Beitrag zur Erhaltung der Gesundheit und Genesung von Kindern und Jugendlichen leisten sollen. Die Einbeziehung der Familie ist dabei integraler Bestandteil. In diesen Tagen feiert die Schule ihr 75-jähriges Bestehen. Mit der Erkenntnis, dass die Pflege von Säuglingen und Kleinkindern einer gesonderten Schulung bedarf und diese für die Gesundung der kleinen Patienten einen wesentlichen Beitrag leistet, wurde 1930 durch den Neubau einer Kinderklinik der Grundstein für die Eröffnung einer Säuglingspflegeschule gelegt. Nur zwei Jahre später konnte diese bereits eröffnet werden. Gleichzeitig wurde zum ersten Mal auch ein zweijähriger Ausbildungs-Lehrgang zur „Säuglings- und Kleinkinderschwester“ angeboten, der von drei Ordensschwestern absolviert wurde. Auf dem Stundenplan standen damals „die Schulung der Beobachtungsgabe, der Umgang mit Infektionskrankheiten, Ökonomie und das Einfühlen in die kindliche Seele“. Nach einer kurzzeitigen Schließung während des zweiten Weltkrieges, wurde die Schule 1946 wiedereröffnet und 1957 die Ausbildungsdauer auf drei Jahre erweitert. Der theoretische Unterricht wurde im Laufe der Zeit von unter 200 auf 400 Stunden erhöht, feste Prüfungsmodalitäten eingeführt und die Berufsbezeichnung in „Kinderkrankenschwester und Kinderkrankenpfleger“ geändert. Über die Jahre hinweg folgten immer wieder Anpassungen an die sich verändernden Rahmenbedingungen. Eine letzte Änderung des bundeseinheitlichen Krankenpflegegesetzes erfolgte 2004. Dabei wurde die theoretische Stundenzahl auf 2100 Stunden angehoben und die praktische Ausbildung um ambulante, rehabilitative und palliative Arbeitsbereiche erweitert. Ebenso wurde die Pflege von erwachsenen und alten Menschen integriert. Des weiteren erfolgte eine erneute Anpassung der Berufsbezeichnung in „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in“. Dies zeigt, dass neben der Betreuung von kranken Kindern und Jugendlichen auch die Gesundheitsförderung und Prävention von Erkrankungen ein wichtiger Baustein in der Ausbildung ist. Als weitere pflegerische Aufgaben sind heute unter anderem die Erhebung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege, Weiterentwicklung und Sicherung der Pflegequalität, Beratung, Anleitung und Unterstützung, Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation zu nennen. Heute ist die Kinderkrankenpflegeschule des Klinikums der Johannes Gutenberg-Universität Mainz staatlich anerkannt und verfügt über insgesamt 60 Ausbildungsplätze, wovon jährlich 20 Plätze neu besetzt werden. „Im Laufe der Zeit hat sich das Berufsprofil sehr gewandelt. Aufgrund von Umstrukturierungen im Gesundheitswesen mit veränderten Anforderungen und einem wachsenden Selbstverständnis der Pflegenden muss das Berufsbild immer wieder neu definiert und angepasst werden. Dies zeigt sich in differenzierten Ausbildungsrichtlinien, erweiterten Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung und den verschiedensten Pflegestudiengängen an Fachhochschulen und Universitäten. Für die Zukunft wünschen wir uns weiterhin engagierte Schüler/innen und Ausbilder/innen in Theorie und Praxis“, so die Leiterin der Schule, Elfriede Heibutzki.
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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