Künstliche Ernährung – 2. Ethiktag an der Universitätsmedizin Mainz gibt Aufschluss
Der zweite Ethik-Tag der Universitätsmedizin Mainz befasst sich mit dem Thema „Künstliche Ernährung: Leben müssen – Sterben dürfen? Leben dürfen – Sterben müssen?“
In den letzten 25 Jahren hat die Weiterentwicklung der medizinischen Technik die Möglichkeiten der künstlichen Ernährung außerordentlich erweitert. Besondere Verbreitung hat die sogenannte „PEG“ gefunden, bei der eine Sonde direkt durch die Bauchwand in den Magen gelegt wird. Über diese Sonde kann dann Nahrung und Flüssigkeit zugeführt werden. Man schätzt, dass in Deutschland in jedem Jahr etwa 140.000 solcher Sonden gelegt werden. Ohne Zweifel ist diese Technik in vielen Krankheitssituationen sinnvoll und segensreich.
Zugleich ergeben sich in der Praxis für Ärzte, Pflegende und Angehörige jedoch immer wieder schwierige Fragen, z.B.:
Ist eine künstliche Ernährung über die PEG immer sinnvoll? Wann sollte eine PEG gelegt werden? Kann die Ernährung über eine PEG auch negative Auswirkungen haben? Haben Menschen mit einer weit fortgeschrittenen Demenz (z.B. Alzheimer Erkrankung) von einer Ernährung über die PEG einen Nutzen? Ist es rechtlich und ethisch erlaubt, in bestimmten Situationen auf künstliche Gabe von Flüssigkeit oder Ernährung zu verzichten? Darf die künstliche Ernährung über eine Magensonde auch beendet werden? Was ist zu tun, wenn ein Patient seinen Willen nicht äußern kann? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang eine Patientenverfügung? Wer kann, wer darf entscheiden?
An der Universitätsmedizin Mainz ist das Klinische Ethikkomitee immer häufiger mit diesen und ähnlichen Problemen befasst. Oft stellt sich die Frage: Was und mit welcher Verbindlichkeit können Ethikberatungen die auftretenden Konflikte klären?
Beim zweiten Ethiktag der Universitätsmedizin Mainz am Freitag, den 19.11.2010 um 13.00 Uhr, referieren Experten aus unterschiedlichen Gebieten über diese Fragen. Die abschließende Podiumsdiskussion wird von der Leiterin der Lokalredaktion der Allgemeinen Zeitung, Monika Nellessen, moderiert. Veranstaltungsort ist der Hörsaal der Hautklinik (Geb. 401) in der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz.
Kontakt
Univ. Prof. Dr. Norbert W. Paul M.A.
Leiter des Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin und
Vorsitzender des Ethikkomitees der Universitätsmedizin Mainz
Telefon: 06131 17-9545 , Fax: 06131 17-9479
E-Mail: npaul@uni-mainz.de
Dr. med. Gertrud Greif-Higer
Geschäftsführung Ethikkomitee
Telefon: 06131 17-2505, Fax: 06131 17- 5563
E-Mail: gertrud.greif-higer@unimedizin-mainz.de
www.unimedizin-mainz.de/ethikkomitee
Pressekontakt
Dana Rohmer, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7427, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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