Neue Behandlungsmöglichkeiten bei Lebertumoren
Experten diskutieren in Mainz neueste Entwicklungen radiologisch-interventioneller Verfahren
Etwa 70 Leberexperten aus Deutschland und aus dem europäischen Ausland treffen sich am 27. und 28. November in Mainz, um neue Studienergebnisse in der Behandlung von Leberkrebs und Lebermetastasen zu diskutieren. Auf Einladung der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie des Universitätsklinikums Mainz beschäftigen sich die Teilnehmer vor allem mit der Methode der so genannten Transarteriellen Chemoembolisation (TACE) zur Behandlung von Leberkrebs: Dies ist ein radiologisch-interventionelles Verfahren, bei dem mittels Katheter die Gabe eines Chemotherapeutikums kombiniert wird mit dem gezielten Verschluss derjenigen Blutgefäße in der Leber, die den Tumor versorgen. „Auf diese Weise kann die Tumordurchblutung zeitweise vollständig ausgeschaltet und so die Wirkungszeit des Chemotherapeutikums verlängert werden“, so Prof. Michael Pitton, Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Die häufigste Form von Leberkrebs ist das Leberzellkarzinom (HCC). Es macht bei Erwachsenen etwa 90 Prozent der primären bösartigen Lebertumoren aus. Trotz verbesserter Screening-Methoden wird die Diagnose häufig erst in einem späten Krankheitsstadium gestellt. Die therapeutischen Möglichkeiten sind, insbesondere durch die in fast allen Fällen zugrunde liegende Leberzirrhose, oft eingeschränkt und zudem viele der Patienten nicht mehr kurativ zu behandeln. Das HCC kann deshalb als Prototyp einer Erkrankung gelten, deren Behandlung ein interdisziplinäres Vorgehen zwingend erforderlich macht – am Mainzer Universitätsklinikum erfolgt diese Behandlung im Rahmen eines Interdisziplinären Leberzentrums. In einem wöchentlich tagenden HCC-Tumor-Board werden hier internistische, chirurgische und radiologisch-interventionelle Behandlungsansätze wie die TACE diskutiert. Letztere ist in den vergangenen Jahren zum festen Bestandteil des interdisziplinären Behandlungskonzeptes bei HCC geworden – und steht nun im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Seminars in Mainz. Dabei diskutieren die Experten verschiedene aktuelle Weiterentwicklungen der TACE – die sich vor allem auf die Platzierung der chemotherapeutischen Substanz im Lebertumor beziehen. „Das Augenmerk richtet sich zur Zeit vor allem auf so genannte Medikamenten freisetzende Kügelchen, über die das Chemotherapeutikum im Tumor platziert werden kann“, berichtet Prof. Christoph Düber, Direktor der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Wir wollen in Mainz nun darüber diskutieren, inwieweit diese Entwicklungen dazu beitragen können, die klinischen Behandlungsergebnisse weiter zu verbessern. Gleichzeitig werden wir ihre Anwendungsmöglichkeiten bei anderen Tumoren erörtern.“
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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