Neue Kontrastmittel für die Kernspintomographie
Interdisziplinäres Forscherteam Radiologie/Medizinische Physik für Innovation und Zukunftsfähigkeit als „Ausgewählter Ort 2008“ ausgezeichnet
Das Interdisziplinäre Forscherteam Radiologie/Medizinische Physik des Universitätsklinikums Mainz wurde heute von Stefan Fuchs vom Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank für Innovation und Zukunftsfähigkeit als „Ausgewählter Ort“ im Land der Ideen ausgezeichnet. Mit dem Projekt „Neuartige Kontrastmittel für die Kernspintomographie“ konnten die Mainzer Forscher die prominente Jury überzeugen. Das internationale Forscherteam ist damit einer der Preisträger des bundesweit ausgetragenen Innovationswettbewerbs „365 Orten im Land der Ideen“. Stefan Fuchs betonte in seiner Laudatio: „Das Projekt ‚Neuartige Kontrastmittel für die Kernspintomographie’ steht dafür, was wir hierzulande bewegen können. Mit wissenschaftlicher Kreativität, Leistung und Leidenschaft schreibt das Team hier in Mainz jeden Tag Erfolgsgeschichten für die medizinische Zukunft.“ Prof. Dr. Laura Schreiber, Leiterin des Bereiches Medizinische Physik an der Klinik und Poliklinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie freut sich über die Auszeichnung: „Wir sind sehr stolz, ein ausgewählter Ort im Land der Ideen zu sein. Eine Besonderheit unserer Forschungsarbeiten ist die hohe Interdisziplinarität. Ohne die verschiedenen beteiligten Fachrichtungen wären die erzielten Fortschritte nicht möglich gewesen. Dass dies nun mit einer solchen Auszeichnung gewürdigt wird, ist für uns eine wertvolle Bestätigung unserer Arbeit.“ Im Forschungsfeld „Lunge“ beispielsweise arbeitet eine Gruppe der Medizinischen Physik zusammen mit forschenden Radiologen, Anästhesisten und Lungenfachärzten, aber auch Physikern des Instituts für Physik der Universität Mainz sowie Naturwissenschaftlern des Max Planck-Instituts für Polymerforschung. Diese beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Messverfahren für die Kernspintomographie der Lunge. Das Ziel dieser Arbeiten ist es, neue diagnostische Verfahren zu entwickeln und ein besseres Verständnis für die Funktion der Lunge sowie Beatmungsverfahren zu erlangen. „Hierzu werden neue innovative Kontrastmittel eingesetzt, beispielsweise eine spezielle Variante des Edelgases Helium. Dieses atmet der Patient während der Untersuchung im Kernspintomographen ein“, erläutert Prof. Schreiber. “So können wir erstmals mit sehr hoher Bildqualität und im Zeitraffer die Verteilung von Gasen in der Lunge beobachten und messen.“ Auf dem Bildschirm wird sichtbar, wie das Gas durch die Luftröhre in die Lunge und dort bis in die kleinsten Verästelungen der Bronchien strömt. Aus Anlass der Auszeichnung als „Ausgewählter Ort im Land der Ideen“ hat das Forscherteam einen bunten „Tag der offenen Tür“ organisiert. Vorträge für Jedermann stellten neben einführenden Beiträgen zur radiologischen und medizinphysikalischen Forschung auch den innovativen Kern – die Anwendung von Gasen als neue Kontrastmittel für die Darstellung der Lunge – vor. Auch das neueste Projekt, Verfahren für die Entwicklung hochpolarisierter Flüssigkeiten für die molekulare Bildgebung mittels Kernspintomographie, war in Form eines Prototypen vertreten, den das Team gemeinsam mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung entwickelt hat. Darüber hinaus warteten Experimente zum Anfassen und Staunen auf die Gäste: Die Forscher führten beispielsweise Experimente am Kernspintomographen vor, die Besucher konnten Hochfrequenzspulen selbst bauen oder bei einem Kernspin-Quiz mitraten. Zudem informierten Poster über aktuelle Forschungsprojekte. Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, beglückwünschte die Medizinische Physik und die Radiologische Klinik der Uniklinik Mainz zu der Auszeichnung. Mit ihr werde die herausragende Forschungsarbeit des Teams um die Professoren Düber und Schreiber verdientermaßen gewürdigt. „Besonders erfreulich ist, dass diese vielversprechende Innovation bereits in einer sehr frühen Forschungsphase von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation gefördert wurde“, erklärte Ahnen. Genau dies sei das Anliegen der Stiftung, nämlich noch nicht etablierte, aber erfolgversprechende Forschungsansätze in einer sehr frühen Entstehungsphase der Arbeiten zu fördern. „Die finanzielle Unterstützung entsprechender Projekte nach einer Anschubfinanzierung der Stiftung sowie jetzt durch die DFG im Rahmen einer Forschergruppe dokumentiert, welches Forschungspotenzial wir in Rheinland-Pfalz haben“, bilanzierte die Ministerin. Rund 1.500 Orte hatten sich mit ihren Ideen an dem Wettbewerb „365 Orte im Land der Ideen“ beteiligt, den die Standortinitiative „Deutschland – Land der Ideen“ gemeinsam mit der Deutschen Bank seit nunmehr drei Jahren unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler ausschreibt. „Deutschland ist ein Land der Ideen, das seine Zukunft gestaltet. Wir haben hierzulande in allen Bereichen engagierte Bürger und Politiker, innovative Wissenschaftler und mutige Unternehmer, die mit ihrem Einsatz zu einer erfolgreichen Zukunft beitragen und anderen Mut machen, Chancen zu nutzen. Wir wollen Botschafter für Leistung und Leidenschaft sein und dieses Potenzial sichtbar machen!“, begründet Stefan Fuchs das Engagement der Deutschen Bank. Weitere Informationen unter: www.land-der-ideen.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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