Neue schonende Operation bei Alterssichtigkeit

Forschungsprojekt startet an der Universitätsaugenklinik Mainz

Wissenschaftler der Mainzer Universitätsaugenklinik haben den Zuschlag des Bundesforschungsministeriums für ein Forschungsprojekt zur Behandlung von Alterssichtigkeit erhalten. Gemeinsam mit anderen Instituten und medizintechnischen Unternehmen setzten sie sich gegen mehr als 30 Mitbewerber durch. Mit ihren Arbeiten können die Forscher gleich loslegen – und dabei auf 780.000 Euro Fördergelder zählen.

Bei der Alterssichtigkeit – Fachjargon: Presbyopie – wird die Naheinstellungsfähigkeit des Auges zunehmend eingeschränkt. Das Auge ist nicht mehr in der Lage, sich auf unterschiedliche Sehentfernungen einzustellen. Die Krankheit ist eine regelrechte Volkskrankheit, denn fast jeder Mensch ist ab dem 40. bis 50. Lebensjahr zunehmend betroffen. Im Moment kann diese Alterssichtigkeit nur durch Brillen mit Gleitsichtgläsern oder Lesebrillen gemildert, nicht aber geheilt werden.

Wissenschaftler der Universitätsaugenklinik Mainz wollen nunmehr erforschen, wie mit außerordentlich kurzen Laserimpulsen die Alterssichtigkeit nicht nur gemildert, sondern erfolgreich behandelt werden kann. Leiter der Forschungsgruppe ist Prof. Dr. Burkhard Dick: „Wir nutzen dabei einen so genannten Femtosekundenlaser: Dieser sendet extrem kurze ‚Lichtpakete’ aus, die nur noch wenige Femtosekunden lang sind. Eine Femtosekunde entspricht dabei der unvorstellbar kurzen Zeitdauer von einem Millionstel einer Milliardstel Sekunde.“ Mithilfe dieser gezielt eingesetzten Laserimpulse soll durch extrem kleine Schnitte in die natürliche Linse die Linsenelastizität erhöht und damit die Naheinstellung wieder ermöglicht werden.

Laser sind in der Augenheilkunde heutzutage nicht mehr wegzudenken – sie werden beispielsweise seit vielen Jahren zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten, von Hornhautnarben, von erhöhtem Augeninnendruck, von Netzhauterkrankungen oder beispielsweise nach der Operation des Grauen Stars in der Augenheilkunde mit großem Erfolg eingesetzt.

Bei dem neuen Forschungsprojekt sind die Mainzer Wissenschaftler eingebunden in ein großes Forschungsnetzwerk: Sie arbeiten unter anderem mit Kollegen des Instituts für Biomedizinische Technik in Ilmenau, der Universität Jena, des Fraunhofer Instituts für angewandte Optik und der Carl Zeiss Meditec AG zusammen. Neben der Entwicklung einer völlig neuen Operationstechnik zur Behandlung der Alterssichtigkeit ist auch die Etablierung einer besonders schonenden Operation des Grauen Star – Fachjargon: Katarakt – Ziel des Projektes. Bei der Kataraktoperation wird die Augenlinse bisher mittels Ultraschall verflüssigt, abgesaugt und durch eine neue Kunstlinse ersetzt. Genauere Schnitte wären hier mit dem Laser möglich. Doch nicht nur das: „Das Forschungsprojekt eröffnet für die Zukunft die Anwendung besonders schonender Operationstechniken, die vor allem in der Augenheilkunde, später aber auch in anderen medizinischen Fächern angewendet werden“, unterstreicht Prof. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik, die Bedeutung des Projektes.

Das Forschungsvorhaben ist ein bedeutsames Projekt innerhalb des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes „Minimal-invasive Chirurgie“ an der Johannes Gutenberg- Universität Mainz. Verschiedene medizinische Fachdisziplinen bündeln hier Aktivitäten zur Entwicklung schonender Verfahren und neuer Techniken für die operative Medizin.

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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