Neues Pasteurisiergerät für die Spenderinnenmilchbank der Universitätsmedizin Mainz

Stadt Mainz übergibt Spende über 3.000 Euro an den Verein Frühstart e.V. Mainz

Jedes Jahr kommen in Deutschland etwa 60.000 Frühgeborene vor vollendeter 37. Schwangerschaftswoche zur Welt. Doch nicht jede Mutter kann ihr frühgeborenes Kind direkt mit eigener Muttermilch ernähren. Um insbesondere sehr kleine Frühgeborene unter 1500 g Geburtsgewicht trotzdem mit natürlicher Muttermilch versorgen zu können, hat die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz vor einem Jahr eine Spenderinnenmilchbank eingerichtet. Die Stadt Mainz hat heute eine Spende in Höhe von 3.000 Euro an den Verein Frühstart e.V. Mainz übergeben, der mit dieser die Anschaffung eines Pasteurisiergerätes für die Spenderinnenmilchbank fördert. Das Gerät behandelt die gespendete rohe Muttermilch mit Hitze, sodass mögliche Bakterien und Viren eliminiert werden.

Oberbürgermeister Nino Haase sagte bei der Übergabe des Spendenschecks: „Beste Startchancen für alle Kinder, das ist mir ein Herzensanliegen. Damit auch die Frühstarter unter den Mainzer Babys vom ersten Lebenstag an optimal ernährt sind, unterstützt die Stadt Mainz sehr gerne die Milchbank. Ein herzliches Dankeschön an die Unimedizin, den Verein und alle Frauen, die bereit sind, Muttermilch zu spenden.“

Kinder- und Gesundheitsdezernentin Jana Schmöller setzt den Fokus auf Frühchen: „Die Geburt eines Frühchens kann für Familien eine enorme emotionale Belastung sein. In dieser schwierigen Zeit wollen wir als Stadt Mainz ein Zeichen der Unterstützung senden. Die Gewissheit, dass ihr Kind die bestmögliche Ernährung erhält, ist für Eltern von unschätzbarem Wert. Unsere Spende für das Pasteurisiergerät ist daher eine gezielte Investition in die Gesundheit der Kinder und eine direkte Entlastung für die betroffenen Familien.“

Isabel Pardal Gonzalez, Vorstandsvorsitzende von Frühstart e.V. Mainz, betonte: „Wir freuen uns, dass wir als Verein die Behandlung der Frühgeborenen weiter unterstützen und so mit der Spende einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Patienten leisten können.“

„Wir danken der Stadt Mainz und Frühstart e.V. Mainz sehr herzlich für diese Unterstützung unserer Spenderinnenmilchbank, die ein ergänzender Baustein unseres Leistungsspektrums als Perinatalzentrum Level 1 ist“, so der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich. Die Universitätsmedizin übernimmt die verbleibende Finanzierung des Pasteurisiergerätes, das insgesamt rund 13.000 Euro kostet.

Unumstritten ist Muttermilch für die allermeisten Früh- und Neugeborenen die beste Ernährung. Sie enthält wichtige Inhaltsstoffe, beispielsweise biologisch aktive Komponenten und Enzyme, und schützt so vor Erkrankungen und Komplikationen, wie beispielsweise schwerwiegende Darmerkrankungen und Infektionen. Zudem fördert Muttermilch die Entwicklung von Immunsystem und Gehirn und stärkt so mittel- und langfristig die Gesundheit der Frühgeborenen.

Steht keine oder nicht genügend eigene Muttermilch zur Verfügung, ist die Gabe von qualitätskontrollierter Spenderinnenmilch empfehlenswert. Die Anforderungen an die Spenderinnen und an die von ihnen gespendete Muttermilch sind jedoch sehr hoch. Einer der häufigsten Gründe für den Ausschluss von der Spende roher Spenderinnenmilch ist der Nachweis einer latenten Infektion mit dem Cytomegalievirus (CMV). Nach einer CMV-Infektion wird das Virus fast immer während der Laktation reaktiviert und mit der Muttermilch ausgeschieden. Bei sehr kleinen Frühgeborenen kann die postnatale Ansteckung mit CMV zu einer schweren Infektion führen. Durch Pasteurisierung, also der Hitzebehandlung der rohen Spenderinnenmilch, werden mögliche Bakterien und Viren, wie das Cytomegalievirus, eliminiert.

Eigenbedarf kann gedeckt werden

„Die Spendenbereitschaft der Frauen, die sich bei uns auf Station aufhalten, ist erfreulicherweise sehr hoch. Dennoch konnten wir bisher unseren Bedarf an geeigneter roher Spenderinnenmilch bislang nicht vollständig selbst decken, weshalb wir pasteurisierte Milch von einer anderen Frauenmilchbank zukaufen mussten", berichtet die Leiterin der Mainzer Spenderinnenmilchbank, Dr. Katharina Schmitz, Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und Still- und Laktationsberaterin in der Neonatologie der Universitätsmedizin Mainz. „Die Anschaffung des neuen Gerätes ist für uns ein Meilenstein, da wir nun selbst pasteurisieren können. Damit lässt sich Pool an geeigneten Spenderinnen erheblich vergrößern und wir können unseren Eigenbedarf besser decken“, freut sich Schmitz. Im besten Fall bleibe die Spenderinnenmilch nur eine Übergangsversorgung für wenige Tage, bis die volle Milchbildung der eigenen Mutter doch noch sehr bald nach der Geburt eingesetzt hat. Eine strukturierte Still- und Laktationsförderung und Beratung der Mütter sei dafür außerordentlich wichtig.

Sichere Spenderinnenmilch

Spenderinnenmilch gilt als Lebensmittel. Somit ist deren Ausgabe an gesetzliche Vorgaben wie beispielsweise die Lebensmittelhygieneverordnung geknüpft.

Als Spenderinnen kommen Frauen in Frage, deren Kind zum Zeitpunkt der Spende in der Neonatologie der Universitätsmedizin versorgt wird, und deren Anamnese ebenso unauffällig ist wie die Untersuchung ihres Blutes sowie der mikrobiologischen Testung der auf Station abgepumpten Milch. Die Abläufe in der Spenderinnenmilchbank beinhalten ein umfassendes Spende- und Qualitätsmanagement: Die Mitarbeitenden suchen potenziell geeignete Spenderinnen, führen anhand eines Anamnesebogens und einer Checkliste die ärztliche Prüfung durch, erstellen virologische und mikrobiologische Befunde und organisieren die pseudonymisierten Sammel-, Transport- und Ausgabeprozesse der Spenderinnenmilch.

In Rheinland-Pfalz ist die Universitätsmedizin Mainz die einzige Einrichtung, die eine Spenderinnenmilchbank anbietet. Die Einrichtung der Mainzer Spenderinnenmilchbank ist unter anderem ein Ergebnis des vom G-BA Innovationsfonds geförderten Projekts „NEO-MILK – Strukturelle Stillförderung und Aufbau von Humanmilchbanken an neonatologischen Zentren“.

 

Kontakt:
Dr. Katharina Schmitz,
Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Leiterin der Mainzer Spenderinnenmilchbank und Still- und Laktationsberaterin,
Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz,
Tel. 06131 17-5890
E-Mail 

 

Pressekontakt:
Anke Giani
Stabsstelle Unternehmenskommunikation 
Tel. 06131 17-7771
E-Mail 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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