Prof. Dr. Wolfram Ruf tritt Alexander von Humboldt-Professur an der Universitätsmedizin Mainz an
Mit fünf Millionen Euro dotierte Professur stärkt den Forschungsschwerpunkt Vaskuläre Prävention der Universitätsmedizin Mainz
Nach 25 Jahren kehrt Spitzenforscher Prof. Dr. Wolfram Ruf den als Forschungs-Mekka geltenden USA den Rücken und wechselt zum 1. April 2013 an die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ruf gilt als international ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Blutgerinnungsforschung und soll ein Forschungsprogramm am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) aufbauen. Vor diesem Hintergrund wird er am CTH die genetische und zellbiologische Grundlagenforschung ausweiten. Erklärtes Ziel der durch die Alexander von Humboldt-Stiftung geförderten Arbeiten ist es, die durch die Blutgerinnung hervorgerufenen Prozesse auf zellulärer Ebene zu erforschen. Erkenntnisse auf diesem Gebiet könnten der Schlüssel zur Entwicklung neuer Therapien gegen Entzündungs- oder Herzkreislaufkrankheiten sein.
Mit Prof. Ruf gewinnt die Universitätsmedizin einen hochkarätigen Wissenschaftler, der sowohl die internationale Sichtbarkeit des CTH als auch des Wissenschaftsstandorts Mainz insgesamt erhöhen und maßgeblich prägen wird. Er gilt als exzellenter Grundlagenforscher im Bereich der experimentellen Thrombose und Hämostase, dessen Arbeiten die Grundlage zur Entwicklung medizinisch relevanter Anwendungen bilden. Neue Therapieansätze entstanden aus seinen Untersuchungen zur Funktionsweise des Proteins Thromboplastin (engl. Tissue Factor) und des nachgeschalteten Blutgerinnungsfaktors VII am renommierten Scripps Research Institute in Kalifornien. Ihm gelang der Nachweis, dass dieser Gerinnungsfaktorkomplex auf der zellulären Ebene die Gefäßneubildung – und damit die Krebsentwicklung – fördert. Der gebürtige Singener zeigte darüber hinaus, dass eine Hemmung des durch den Tissue Factor ausgelösten Tumorwachstums ohne negative Folgen für die Blutgerinnung möglich ist.
Prof. Ruf wird am CTH ein Grundlagenforschungsprogramm etablieren, um zu einem tiefgreifenden Verständnis der vielseitigen Wechselwirkungen zwischen dem Blutgerinnungssystem und Entzündungsreaktionen beizutragen. Konkret will Prof. Ruf mit seinem neuen Forschungsteam herausfinden, wie durch Gerinnungsfaktoren hervorgerufene Signale in den Zellen des Immunsystems weitergeleitet werden und letztlich Entzündungsreaktionen beeinflussen. Auf Basis dieses Wissens lassen sich nach Einschätzung des Wissenschaftlichen Direktors des CTH, Univ.-Prof. Dr. Ulrich Walter, innovative Therapiekonzepte entwickeln: „Wenn wir verstehen, was bei der Blutgerinnung auf zellulärer Ebene passiert, dann ist das potentiell der Schlüssel für neue Therapien gegen eine ganze Reihe von Krankheiten wie Krebs, Atheriosklerose, chronische Entzündungskrankheiten und Stoffwechselstörungen.“ Prof. Ruf verfolgt laut Walter einen interdisziplinären Ansatz, der hervorragend zu den Strukturen und Forschungsprojekten des CTH passt.
Da es sich bei der Alexander von Humboldt-Professur um einen Forschungspreis handelt, liegt der Fokus der W3-Professur für Experimentelle Thrombose und Hämostase von Prof. Ruf eindeutig auf der Forschung. Der Blutgerinnungsforscher und Immunologe wird jedoch auch in der Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses tätig sein und sich für eine weitere Integration von klinischer und grundlagenorientierter Forschung am CTH einsetzen. „Beim CTH handelt es sich um eines von acht vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren. Daher sehen wir uns verpflichtet, klinische und grundlagenorientierte Forschung zum Wohle des Patienten künftig noch stärker in das CTH-Konzept zu integrieren. Prof. Ruf hat dabei aus Sicht des CTH eine Schlüsselrolle“, unterstreicht Prof. Walter.
„Die Verpflichtung von Prof. Ruf hat für die Universitätsmedizin Signalwirkung. Spitzenforscher von seinem Format stärken die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hochschulstandortes Mainz nachhaltig“, bringt der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, seine Überzeugung zum Ausdruck. „Diese Personalie bedeutet einen Impuls sowohl für den Forschungsschwerpunkt ‚Vaskuläre Prävention’ als auch für das Forschungszentrum ‚Immunologie’ der Universitätsmedizin, da Prof. Ruf an der Schnittstelle zwischen den beiden Kernforschungsbereichen agiert“, ergänzt Prof. Urban.
Über das CTH
Das Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) wird als Modellzentrum zur verbesserten Integration von Ausbildung, Forschung und Patientenversorgung unter einem translationalen Fokus vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF; Förderkennzeichen 01EO1003) im Rahmen des nationalen Programms „Integrierte Forschungs- und Behandlungszentren (IFB)“ sowie vom Land Rheinland-Pfalz gefördert. Im CTH-Konzept wird die Schnittstelle zwischen Patientenbehandlung und Forschung neu definiert und so die Voraussetzung für Innovationen in der Gesundheitsversorgung geschaffen. Die Umsetzung von Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung und umgekehrt ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Umgekehrt sollen klinische Beobachtungen als Anregung und Rückkoppelung direkt in die Grundlagenforschung einfließen. Weitere Information im Internet unter www.cth-mainz.de
Über die Alexander von Humboldt-Professur
Bei der vom BMBF finanzierten Alexander von Humboldt-Professur handelt es sich um den höchstdotierten internationalen Forschungspreis in Deutschland. Mit der Alexander von Humboldt-Professur zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung auf ihrem jeweiligen Forschungsgebiet führende und im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Mit dem Preis sollen die herausragenden Forscherpersönlichkeiten als Humboldt-Professoren langfristig an deutsche Hochschulen gebunden werden. Das Preisgeld soll die Aufnahme der Forschungsarbeiten in den ersten fünf Jahren in Deutschland ermöglichen. Jährlich verleiht die Alexander von Humboldt-Stiftung bis zu zehn Preise. Offiziell verleiht die Alexander von Humboldt-Stiftung den begehrten Forschungspreis am 8. Mai bei einem Festakt in Berlin an insgesamt neun Preisträger.
Kontakt und Information
Oliver Kreft, Telefon 06131 17-9716, Fax 06131 17- 17-9967, E-Mail: kreft(at)um-mainz.de
Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr(at)unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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