Projektmanagement unverzichtbar für Berufseinstieg
Viertägiger Kurs an der Universitätsmedizin Mainz für Studierende und Nachwuchswissenschaftler
Kaum eine Branche kommt ohne Projektmanagement aus wie eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) aus dem Jahr 2009 belegt. Doch was ist bei der Planung, Durchführung und Steuerung von Projekten zu beachten? Antworten auf diese Fragen gab es bei der gemeinsam von der Arbeitsgruppe Aus- und Existenzgründung der Johannes Gutenberg Universität (JGU) Mainz, der Universitätsmedizin Mainz und dem TechnologieZentrum Mainz (TZM) in diesem Jahr erstmalig initiierten Pilotveranstaltung „Basistraining Projektmanagement für Unternehmensgründung und Wissenschaft“ an der Universitätsmedizin. Im Anschluss an den Kurs erwarben die 15 Teilnehmer gestern das „Basiszertifikat für Projektmanagement“ der International Project Management Association (IPMA).
Die Auswirkungen der Internationalisierung der Märkte sind auch im Wissenschaftsbetrieb spürbar: In länderübergreifenden Verbundforschungsprojekten wird effizientes Projektmanagement zur Schlüssel- und Erfolgsstrategie. Dass es in Wissenschaftsprojekten nicht nur auf fachliches Know How ankommt, sondern bei Projektbeteiligten Projektmanagementkenntnisse gefragt sind, liegt auf der Hand. Den teilnehmenden Studierenden und Doktoranden von JGU, Universitätsmedizin und Max-Planck Institut für Polymerforschung bot sich im Kurs die Chance, ein grundlegendes Verständnis für Projektmanagement zu entwickeln. „Das abschließende international anerkannte Zertifikat ist für die Teilnehmer ein echter Pluspunkt und verbessert ihre Chancen auf dem internationalen Arbeitsmarkt“, unterstreicht der Kursleiter und JGU-Lehrbeauftragte Dr. Stefan Fleck.
Für die Weichenstellung eines Projekts ist die so genannte Projektstartphase noch vor dem eigentlichen operativen Projektstart entscheidend, erläuterte der Referent eingangs des Kurses: „Ein Projekt zu initialisieren bedeutet, sich gleichermaßen mit den Chancen und Risiken eines Projekts auseinanderzusetzen und die Ziele des Projekts zu benennen.“ In dieser Phase gelte es, Art und Umfang eines Projekts festzulegen und einen Zeitplan zur Erreichung der Teilziele des Projekts zu erstellen. Idealerweise ließen sich Projektziele quantitativ messen, um im späteren Verlauf eines Projekts gegenzusteuern, falls die im Vorfeld ermittelten Ziele nicht erreicht würden.
Im weiteren Kursverlauf erläuterte Dr. Stefan Fleck die im Zuge der Projektplanung relevanten Fragestellungen. In diesem Zusammenhang ging er gleichermaßen auf betriebswirtschaftliche Gesichtspunkte wie Ressourcen- und Kostenplanung sowie Beschaffung, Verträge und Qualitätsmanagement ein. Des Weiteren machte der Referent deutlich, dass der Projekterfolg in hohem Maße von der Projektsteuerung abhänge. Es gelte gewissermaßen ein Frühwarnsystem aufzubauen, das den Projektleiter in die Lage versetze, auf Planabweichungen zu reagieren. Dafür sei es unerlässlich, Ist-Daten eines Projekts mit den zuvor ermittelten Planvorgaben zu vergleichen. Im Falle einer Abweichung seien geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um Projektziele nicht zu gefährden. Darüber hinaus ging Dr. Stefan Fleck auf die Aspekte Mitarbeiterführung und Bewältigung von Krisen und Konflikten ein.
„Nachwuchswissenschaftler sind gut beraten, sich neben dem Studium mit dem Einmaleins des Projektmanagements vertraut zu machen. Sie professionalisieren ihre Mitarbeit in Projektteams und tragen so entscheidend zum Projekterfolg bei“, unterstreicht der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. Vor dem Hintergrund, dass die Universitätsmedizin Mainz bestrebt sei, Ausgründungen aus dem Wissenschaftsbetrieb heraus zu fördern, sei zudem das Interesse groß, dass wissenschaftliche Mitarbeiter ein weitreichendes Verständnis von Abläufen im Projektmanagement aufbauten.
„Auf Basis der Zertifizierung und somit Umsetzung des IPMA-Projektstandards wird auch die Kommunikation in internationalen Projektteams maßgeblich verbessert“, betont Kursleiter Dr. Stefan Fleck. „Fundierte Kenntnisse im Projektmanagement sind ein Erfolgskriterium für junge Unternehmensgründer aus der Wissenschaft. Ziel des TechnologieZentrums Mainz ist es, optimale Rahmenbedingungen für den Gründernachwuchs zu schaffen. Deshalb stellen wir die finanziellen Mittel für dieses wichtige Weiterbildungsangebot bereit“, sagt TZM-Geschäftsführerin Konstanze Jutzi.
Aufgrund der überaus großen Nachfrage an dem Kursangebot startet ab 05. Oktober 2011 ein zweiter Kurs. Darüber hinaus sind weitere Kurse in den nächsten Jahren vorgesehen.
Kontakt und Information
Oliver Kreft, Ressort Forschung und Lehre, Telefon 06131 17-9716,
Fax 06131 17- 17-9967, E-Mail: kreft@um-mainz.de
Pressekontakt
Dr. Renée Dillinger-Reiter, Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz, Telefon 06131 17-7424, Fax 06131 17-3496, E-Mail: pr@unimedizin-mainz.de
Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige Einrichtung dieser Art in Rheinland-Pfalz. Mehr als 50 Kliniken, Institute und Abteilungen sowie zwei Einrichtungen der medizinischen Zentralversorgung – die Apotheke und die Transfusionszentrale – gehören zur Universitätsmedizin Mainz. Mit der Krankenversorgung untrennbar verbunden sind Forschung und Lehre. Rund 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin werden in Mainz kontinuierlich ausgebildet. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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