Schwerhörige Kinder

Hörgerät im Durchschnitt erst mit 38 Monaten

Etwa eines von 700 Neugeborenen leidet unter einer bedeutenden Schwerhörigkeit. Wenn die Diagnose nicht rechtzeitig gestellt und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, sind die Entwicklung der Sprache und der Hörverarbeitung gefährdet. Deshalb werden in immer mehr Geburtskliniken alle Säuglinge auf Hörstörungen untersucht: Es wird ein Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt.

Doch eine soeben veröffentlichte Umfrage der Bundesgemeinschaft Eltern und Freunde schwerhöriger Kinder zeigt: Trotz Neugeborenen-Hörscreening wird ein hochgradig schwerhöriges Kind in Deutschland derzeit im Durchschnitt erst mit 38 Monaten mit Hörgeräten versorgt. In den letzten Jahren ist damit praktisch keine Änderung eingetreten. Grund für die Stagnation trotz Screening ist, dass die Kinder, die den Test nicht bestehen, oft nicht weiter untersucht werden und vielerorts die Behandlung von Kindern unter einem Jahr nicht gewährleistet ist.

Die Abteilung für Kommunikationsstörungen der Hals-, Nasen-, Ohrenklinik des Mainzer Uniklinikums ist seit vielen Jahren auf Hörstörungen im Säuglings- und Kindesalter – im Fachjargon Pädaudiologie – spezialisiert. „Es ist uns ein Anliegen, darauf aufmerksam zu machen, dass die Einführung des bundesweiten Neugeborenen-Hörscreenings unbedingt notwendig ist“, sagt Prof. Annerose Keilmann. „Junge Eltern sollten also in jedem Fall darauf bestehen, dass ihr Neugeborenes auf sein Hörvermögen hin untersucht wird.“ Darüber hinaus müsse es aber weiter gehen, fordert die Expertin, d.h die „Durchgefallenen“ müssen nachverfolgt und pädaudiologisch betreut werden. „Wenn ein Säugling den Test also nicht besteht – was nicht gleich bedeutet, dass er schlecht hört – müssen weitere Untersuchungen bis zur vollkommenen Klärung erfolgen. Nur so ist es möglich, die im Screening auffälligen kleinen Patienten konsequent und zeitnah zu versorgen.“


Weitere Informationen erhalten Sie von:

Prof. Dr. med. Annerose Keilmann
Ärztin für Phoniatrie, Pädaudiologie und HNO
Landesärztin für hör-, stimm- und sprachbehinderte Menschen
Klinik für HNO und Kommunikationsstörungen
Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
Tel. 06131 – 17 2190, Fax 06131 – 17 6623
E-Mail: keilmann@kommunikation.klinik.uni-mainz.de
www.klinik.uni-mainz.de/Kommunikation/



Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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