Tag des Versuchstiers 2026 – Verantwortung weiterdenken

Universitätsmedizin Mainz startet Verbundprojekt für mehr Tierwohl und intensiviert Bemühungen, ehemaligen Versuchstieren ein neues Zuhause zu geben

Auch 2026 beteiligt sich das Translational Animal Research Center (TARC) der Universitätsmedizin Mainz am Tag des Versuchstiers am 24. April. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr das Rehoming-Programm des TARC sowie ein neues vom BMFTR gefördertes Verbundprojekt, das schonende Verfahren schneller in die Praxis bringen soll.

Das sogenannte Rehoming, also die (private) Unterbringung von gesunden Versuchstieren nach Beendigung der Versuchsvorhaben, ist ein wichtiger Baustein, um das Tierwohl auch nach Abschluss eines Tierversuchs nachhaltig zu verbessern. Das Rehoming-Programm am TARC besteht bereits seit 2014. „Nachdem einige organisatorische und rechtliche Hürden gemeistert wurden, konnten wir inzwischen rund 400 Tiere – vor allem Nager – in ein neues Zuhause vermitteln. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen: Rehoming ist möglich und kann erfolgreich in die Praxis integriert werden. Mit großem Engagement wird das Programm von unserer Tierpflegerin betreut, die potenzielle Halterinnen und Halter sorgfältig auswählt und den Übergang der Tiere verantwortungsvoll begleitet“, berichtet die Leiterin des TARC, Dr. med. vet. Steidle.

Doch der Einsatz für mehr Tierwohl geht über das Rehoming hinaus: Mit dem neuen Verbundprojekt TRACKIN (Training for Refinement, Laboratory Animal Care and Knowledge Implementation), das aktuell am TARC der Universitätsmedizin Mainz gestartet ist, setzt das TARC weitere wichtige Impulse. Das Projekt wird im Rahmen der Förderlinie „Alternativen zum Tierversuch“ mit rund 620.000 Euro durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) für vier Jahre gefördert.

Gemeinsam mit der Charité und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf baut das TARC ein deutschlandweites Trainings- und Vernetzungssystem auf. Ziel ist es, nicht-aversive Techniken in der Versuchstierkunde zu standardisieren und weiter zu verbreiten. Nicht-aversive Methoden sind Ansätze im Umgang mit Tieren oder im Training, die auf positiver Verstärkung statt Zwang basieren. Dabei werden Schreckreize, Schmerz oder unangenehme Emotionen vermieden, um das Wohlbefinden der Tiere zu fördern und Stress zu minimieren. Im Fokus steht die Entwicklung eines bundesweiten Kurssystems für verbesserte Umgangsmethoden und Applikationstechniken bei Mäusen und Ratten. Ergänzend entsteht ein Expertenpool, der den Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Tierhaltungen und Kompetenzzentren stärkt. Eine digitale Plattform wird künftig Fachwissen und Schulungsmaterialien bündeln und einen niedrigschwelligen Zugang zu wissenschaftlich fundierten Methoden ermöglichen.


Transparenz und Einblick in die Forschung

Das TARC der Universitätsmedizin Mainz ist seit 2021 Teil der bundesweiten „Initiative Transparente Tierversuche“ und setzt sich aktiv für eine offene und sachliche Kommunikation über tierexperimentelle Forschung ein. Durch Interviews, Informationsformate und eine verstärkte Präsenz in den sozialen Medien möchte das TARC-Team aufklären, Mythen begegnen und Einblicke in unsere Arbeit geben.

„Unser Ziel ist es, über Hintergründe, Rahmenbedingungen und Entwicklungen verständlich zu informieren und zum reflektierten Nachdenken anzuregen – für mehr Transparenz, mehr Dialog und letztlich mehr Verantwortung im Umgang mit Versuchstieren“, betont Dr. Steidle.
 

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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