Universitätsklinikum Mainz unterstreicht Sanierungsfähigkeit
Aufsichtsratsvorsitzende Doris Ahnen und Klinikvorstand bewerten Jahresabschluss 2007 positiv – Ehrgeiziger Konsolidierungsprozess erfolgreich fortgesetzt
Das Universitätsklinikum Mainz hat auch im letzten Jahr seinen ehrgeizigen Konsolidierungsprozess erfolgreich fortgesetzt und damit seine Sanierungsfähigkeit unterstrichen. Zu diesem Ergebnis kommen die Aufsichtsratsvorsitzende Doris Ahnen, Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, und der Klinikvorstand. So ist es trotz zahlreicher Herausforderungen – wie etwa Mehrwertsteuererhöhung, Sanierungsbeitrag oder stark gestiegene Energiekosten – gelungen, das negative Ergebnis aus dem Jahr 2006 in Höhe
von –14,7 Mio. Euro im vergangenen Jahr 2007 auf –7,6 Mio. Euro zu senken und so nahezu zu halbieren. Gegenüber dem Jahr 2005 konnte der Jahresfehlbetrag damit gar um 18,1 Millionen Euro reduziert werden, was auf die hohe Leistungsbereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zurückzuführen sei, so der Klinikvorstand.
„Ich freue mich, dass der eingeleitete Konsolidierungsprozess Wirkung zeigt“, sagte die Aufsichtsratsvorsitzende Doris Ahnen. Der Jahresabschluss 2007 sei Ausdruck einer verbesserten wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Klinikums. Der Dank dafür gebühre insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement und ihrer Kompetenz wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen hätten.
„Aufgrund der weiter wachsenden Anforderungen in Forschung, Lehre und Krankenversorgung müssen wir aber für eine zukunftsfähige Universitätsmedizin auch auf institutioneller Ebene Voraussetzungen schaffen, die das Zusammenwirken zwischen Wissenschaft und Krankenhausbetrieb für die Zukunft weiter optimieren“, sagte Ahnen. Um dies zu erreichen, sollten der Fachbereich Medizin der Johannes Gutenberg-Universität und das Universitätsklinikum in einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Anstaltscharakter zusammengeführt werden, die eigene Rechtsfähigkeit besitze und gleichwohl mit der Universität eng verbunden bleibe.
„Wir erreichen damit eine doppelte Integration: die organisationsrechtliche Verbindung des Fachbereichs Medizin mit dem Universitätsklinikum sowie die hochschulrechtliche Verbindung der Universitätsmedizin mit der Universität“, erläuterte die Aufsichtsratsvorsitzende. Die Grundlage dafür liefere das Universitätsmedizingesetz, das sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befinde.
„Wie bereits im letzten Jahr konnten wir unseren betrieblichen Umsatz insbesondere im stationären, aber auch im ambulanten Bereich weiter steigern“, erläuterte Verwaltungsdirektor Norbert Finke die Hintergründe der positiven wirtschaftlichen Entwicklung. „Damit möchte ich deutlich machen, dass der Jahresfehlbetrag 2007 nicht durch bloße Kostensenkung realisiert wurde, sondern im Wesentlichen auch auf ein durch Patientennachfrage begründetes Leistungswachstum zurückzuführen ist – beispielsweise haben wir im Jahr 2007 die stationäre Fallzahl um mehr als 6 Prozent auf 61093 Patienten gesteigert. Diese Mehrleistungen konnten im Jahr 2007 mit den Krankenkassen im Budget des Universitätsklinikums vereinbart werden. Die mit einer solchen Leistungssteigerung verbundene enorme Kraftanstrengung war allerdings nur möglich, weil von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entsprechend großes Engagement und Leistungsbereitschaft aufgebracht wurden. Dafür möchte ich allen Beschäftigten ausdrücklich danken – denn eine weitere wirtschaftliche Konsolidierung, wie wir sie derzeit anstreben ist eine große Herausforderung und kann nur gemeinsam gelingen.“
„Ich halte das vom Aufsichtsrat für das Jahr 2009 geforderte ausgeglichene Betriebsergebnis für realisierbar, wenn zum einen das hohe erreichte Leistungsniveau gehalten werden kann und es zum anderen gelingt, die Personal- und Sachressourcen innerhalb der klinischen Abläufe weiter zu bündeln und zu optimieren“, fuhr Norbert Finke fort. „Darüber hinaus wollen wir in diesem Jahr verstärkt den bisher unterfinanzierten ambulanten Bereich angehen – etwa durch Etablierung eines medizinischen Versorgungszentrums, mit dem wir uns an der vertragsärztlichen Versorgung beteiligen können. Dabei sehen wir uns explizit als Kooperations- und Ansprechpartner in komplexen Behandlungsfällen, nicht als Konkurrenz zu den Niedergelassenen.“
Die erzielten Erlösverbesserungen hatten auch zur Folge, dass der für das letzte Jahr „drohende“ Stellenabbau abgepuffert werden konnte. Statt 185 Vollkräften – dies war das Ergebnis der rein erlösorientierten Personalbedarfsrechnung – wurden im Jahr 2007 118 Vollkräfte abgebaut. „Damit hat sich unsere Prognose bestätigt: Durch Steigerung der Erträge konnten wir den notwendigen Personalabbau verringern, der ‚worst case’ – das bedeutet der ursprünglich vorgesehene Abbau von 185 Vollkräften – ist also nicht eingetreten. Besonders stolz sind wir darauf, dass der Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen umgesetzt wurde“, betonte der Ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. „Unser Ziel ist es, so viel Personal wie möglich zu halten und in den patientennahen Bereichen einzusetzen, hier also möglichst keinen Personalabbau mehr vorzunehmen. Das können wir durch ein gesteigertes Leistungsniveau erreichen.“
„Für das laufende Jahr sieht die Wirtschafts-Planung ein Ergebnis von –5,8 Millionen Euro vor“, beschreibt Norbert Pfeiffer die weiteren Schritte. „Bisher ist die Leistungs- und Ertragsentwicklung des laufenden Jahres positiv. Deshalb sieht der Vorstand das Klinikum weiterhin auf einem gutem unternehmerischem Entwicklungsweg. Allerdings befinden wir uns zurzeit sozusagen in der heißen Phase der Konsolidierung. Deshalb dürfen wir gerade jetzt in unseren gemeinsamen Anstrengungen nicht nachlassen, denn noch liegt ein großes Stück Arbeit vor uns. Entwarnung können wir also nicht geben – aber durchaus optimistisch in die Zukunft blicken.“
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
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