Universitätsmedizin Mainz verleiht Ehrendoktorwürde an Medizin-Nobelpreisträger Shimon Sakaguchi
Pionierarbeit zu regulatorischen T-Zellen wird gewürdigt
Die Universitätsmedizin Mainz hat im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung im Glashaus des Staatstheaters Mainz die Ehrendoktorwürde an eine herausragende Forscher-Persönlichkeit verliehen: Den Titel „Doktor der Medizin ehrenhalber“ erhielt Prof. Dr. Shimon Sakaguchi, Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin des Jahres 2025. Der japanische Wissenschaftler, der an der Universität Osaka forscht und lehrt, entdeckte eine neue Klasse von Immunzellen, die sogenannten regulatorischen T-Zellen. Sie verhindern, dass das Immunsystem den eigenen Körper angreift – und auf diese Weise auch das Auftreten von Autoimmunerkrankungen. An solchen Erkrankungen leiden etwa fünf Prozent der Weltbevölkerung.
Nach Entdeckung der regulatorischen T-Zellen war es Shimon Sakaguchi auch gelungen, deren Wirkungsweise zu entschlüsseln. Seine Arbeiten begründeten maßgeblich das Forschungsgebiet der peripheren Immuntoleranz und eröffneten neue Wege für die Behandlung von Autoimmun- und weiteren Erkrankungen.
In Anerkennung dieser wissenschaftlichen Verdienste sowie seines internationalen Rufs, seiner konzeptionellen Originalität und seines anhaltenden Engagements in der wissenschaftlichen Gemeinschaft hatte der Fachbereichsrat der Universitätsmedizin Mainz beschlossen, Shimon Sakaguchi die Ehrendoktorwürde zu verleihen. „Ich freue mich sehr, dass Sie diese hohe akademische Auszeichnung annehmen und die Urkunde persönlich entgegennehmen“, betonte Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Wissenschaftlicher Vorstand und Dekan der Universitätsmedizin Mainz. „Ihre wegweisenden wissenschaftlichen Beiträge passen hervorragend zum Forschungsprofil der Universitätsmedizin Mainz mit ihrem immunologischen Schwerpunkt. Ihre Pionierarbeit zu regulatorischen T-Zellen steht in direktem Einklang mit den Kernthemen und bildet die Grundlage unseres von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Sonderforschungsbereichs zu regulatorischen T-Zellen.“
„Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde an Prof. Dr. Shimon Sakaguchi wird eine wissenschaftliche Leistung von außergewöhnlicher Tragweite gewürdigt. Seine bahnbrechenden Entdeckungen zur peripheren Immuntoleranz und zur Rolle regulatorischer T-Zellen haben unser Verständnis des Immunsystems revolutioniert und neue Perspektiven für die Behandlung schwerer Erkrankungen geschaffen“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch, der auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Universitätsmedizin Mainz ist. „Zugleich sind seine Erkenntnisse eindrucksvolle Beispiele für den entscheidenden Beitrag, den exzellente Forschung und internationale Zusammenarbeit zur Verbesserung der öffentlichen Gesundheit leisten. Gerade angesichts wachsender gesundheitlicher Herausforderungen bleibt Grundlagenforschung für den medizinischen Fortschritt unverzichtbar. Prof. Dr. Shimon Sakaguchis herausragende Erkenntnisse verdienen daher höchste Anerkennung.“
„Prof. Dr. Shimon Sakaguchi zählt zu den herausragenden Persönlichkeiten der internationalen biomedizinischen Forschung. Seine Pionierleistungen haben ein neues Forschungsfeld begründet und wirken bis heute weit über die Immunologie hinaus“, bekräftigte Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). „Dass die Universitätsmedizin Mainz ihm die Ehrendoktorwürde verleiht, unterstreicht die hohe Bedeutung und zugleich internationale Sichtbarkeit immunologischer Forschung am Standort Mainz.“
In seiner Laudatio betonte Univ.-Prof. Dr. Andreas Radbruch vom Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ) in Berlin: „Es ist kein Zufall, dass Shimon bisher der einzige Wissenschaftler ist, dem sowohl der Paul-Ehrlich-Preis als auch der Robert-Koch-Preis verliehen wurden. Die Auszeichnung spiegelt nicht nur die Anerkennung der Universitätsmedizin Mainz wider, sondern die der gesamten deutschen und internationalen Wissenschaftsgemeinschaft. Sie unterstreicht zudem, dass Shimons Entdeckungen das Mainzer Forschungsspektrum maßgeblich geprägt haben. In Deutschland sind wir stolz darauf, dass Shimon stets an den halbjährlich stattfindenden japanisch-deutschen Immunologie-Workshops teilnimmt, auch heute noch.“
Prof. Dr. Shimon Sakaguchi freute sich über die Verleihung der Ehrendoktorwürde und sagte: „For more than forty years, I have devoted my research to understanding how to control abnormal or excessive immune responses that give rise to a wide range of immunological diseases, including autoimmune disorders and allergies. It is a great honor and a profound pleasure for me to receive the degree of Doctor honoris cause from Johannes Gutenberg University Mainz in recognition of my contributions to immunological research.“
Pressekontakt:
Dr. Renée Dillinger-Reiter
Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Universitätsmedizin Mainz
Telefon 06131 17-7424
E-Mail
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]
Abonnieren Sie unsere RSS-Feeds
Aktuelle Meldungen:
www.unimedizin-mainz.de/rss
Aktuelle Stellenanangebote:
www.unimedizin-mainz.de/rss_jobs/rss.xml