Unter einem Dach

Mainzer Skills-Lab und Simulationszentrum der Klinik für Anästhesiologie nutzen gemeinsame Räumlichkeiten – Innovative Ausbildungseinrichtungen an einem Ort konzentriert

Praktische Übungen am Simulator haben einen hohen Stellenwert in der Ausbildung von Studierenden der Medizin und in der Schulung, Fort- und Weiterbildung von Ärzten – und sollten daher weiter intensiviert und ausgebaut werden. Dieser gemeinsamen Aufgabe haben sich das Mainzer Skills-Lab und das Simulationszentrum der Klinik für Anästhesiologie verschrieben. Seit 2005 arbeiten die beiden innovativen Ausbildungseinrichtungen zusammen – jetzt nutzen sie dazu auch gemeinsame Räumlichkeiten. Mit einem „Tag der offenen Tür“ wurden diese heute feierlich eingeweiht. Das Mainzer Skills-Lab ist eine 2003 gegründete Organisation von Studierenden, die sich die Aufgabe gestellt haben, die praktische Ausbildung am Universitätsklinikum Mainz zu intensivieren. Das Simulationszentrum der Klinik für Anästhesiologie beschäftigt sich als Schulungszentrum für Ärzte auch wissenschaftlich mit dem Thema Simulation und deren Bedeutung für die medizinische Ausbildung. Es bietet Kurse für Assistenz- und Fachärzte – beispielsweise zu den Themen Beatmungstechniken, innerklinische Intensivverlegungen, Management anästhesiologischer Zwischenfälle und Notfallmedizin als Vorbereitung auf den Notarztdienst. Daneben werden auch notfallmedizinische Seminare speziell für Internisten angeboten: Dabei trainieren die Teilnehmer etwa die Behandlung eines anaphylaktischen Schocks nach Medikamentengabe, eines akuten Koronarsyndroms im Rahmen eines stationären Aufenthaltes oder aktuelle Reanimationsleitlinien. „Bei den Kursen kommen Patientensimulatoren – also Dummys – zum Einsatz, die aufgrund von Computermodellen alle wichtigen Lebensfunktionen sehr realistisch darstellen bzw. nachahmen“, erläutert der Leiter des Simulationszentrums Prof. Dr. Wolfgang Heinrichs. „Alle wichtigen Behandlungsmaßnahmen lassen sich sofort durchführen – die Puppen können beatmet, medikamentös behandelt oder wiederbelebt werden – wobei die Computermodelle automatisch auf die durchgeführte Behandlung reagieren – zum Guten wie zum Schlechten.“ Neben den Simulator-Puppen für die Notfallmedizin und Anästhesie gibt es im Simulationszentrum auch weitere Simulatoren für die Bereiche Endoskopie, Bronchoskopie, kardiale Interventionen oder chirurgische Simulationen. „Der ähnliche thematische Ansatz des Mainzer Skills-Lab und des Simulationszentrums verlangt förmlich nach gemeinsamen Räumlichkeiten“, sagte der Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Prof. Dr. Christian Werner. „Wir sind sehr froh, dass wir diese gemeinsamen Räumlichkeiten nach umfangreichen Umbau- und Renovierungsarbeiten  nun in Betrieb nehmen können.“ „Das Mainzer Skills-Lab ist seit diesem Jahr sowohl örtlich als auch thematisch mehr in den Mittelpunkt des Universitätsklinikums gerückt. Es bietet in den neuen Räumlichkeiten in Zusammenarbeit mit dem Simulationszentrum der Anästhesiologie ein reichhaltiges Angebot an praktischen Kursen für Medizinstudierende, zahlreiche Simulatoren und Geräte zum Trainieren verschiedenster medizinischer Verfahren, eine stattliche Sammlung an Lehrmaterialien sowie Räumlichkeiten für Lerngruppen und Interessierte, die neben den Vorlesungen noch Lust haben, mehr Praxiserfahrung zu erlangen“, erläuterte Simon Diestelmeier, einer der zwölf studentischen Mitarbeiter des Mainzer Skills-Lab. „Ohne die großzügige finanzielle Unterstützung durch den Fachbereich Medizin wäre dieses umfangreiche Lernangebot nicht möglich.“  Neben den Kursen, die in Zusammenarbeit mit dem Simulationszentrum organisiert werden, bietet das Skills-Lab zahlreiche weitere Kurse – etwa Naht- oder Ultraschallkurse – an, die jeweils unter Anleitung von Ärztinnen und Ärzten des Universitätsklinikums in den Räumen des Skills-Lab und unter Nutzung der dort vorhandenen Geräte und Simulatoren stattfinden. Daneben ist das Selbstlernzentrum montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet und Studierende haben somit die Möglichkeit, flexibel unter Anleitung eines studentischen Mitarbeiters medizinische Tätigkeiten an Skill- und Tasktrainern zu üben. So können die Studierenden beispielsweise durch praktische Übungen vertiefen, was sie zuvor in den Skills-Lab-Kursen gelernt haben. „Dem Fachbereich Medizin ist die finanzielle sowie ideelle Unterstützung des Skills-Lab ein besonderes Anliegen“, erklärte der Dekan des Fachbereichs Medizin, Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, im Rahmen der Eröffnungsfeier. „Durch fallspezifisches Lernen an medizinischen Phantomen und mit modernster Multimedia-Technik können die Medizinstudierenden Differentialdiagnostik und Therapie von Erkrankungen erlernen sowie vorhandene theoretische Kenntnisse praktisch umsetzen und vertiefen. Das Skills-Lab ist damit eine das Unterrichtsangebot des Fachbereichs Medizin sinnvoll ergänzende, zukunftsweisende Einrichtung, durch die die praktische Ausbildung der Studierenden – auch im Hinblick auf die Anforderungen der Approbationsordnung für Ärzte – nachhaltig verbessert wird. Neben einer Anschubfinanzierung von 100.000 Euro trägt der Fachbereich Medizin deshalb die laufenden Personal- und Sachkosten des Skills-Lab in Höhe von rund 30.000 Euro pro Jahr.“ Aus Anlass der Einweihung der neuen Räumlichkeiten stellten sich Skills-Lab und Simulationszentrum interessierten Studierenden und Mitarbeitern mit einem „Tag der offenen Tür“ vor. Nach dem offiziellen Teil boten die Studierenden zahlreiche Vorführungen und Demonstrationen an – etwa an einem Nahttrainer oder einer Reanimations-Puppe. „Besonders stolz sind wir dabei auf unser neues, modernes Ultraschallgerät, welches einzig ‚Besuchern’ des Skills Lab zur Verfügung steht“, betonte Simon Diestelmeier. Weitere Informationen:
www.skills-lab.medizin.uni-mainz.de Pressekontakt:
Anna-Maria von Roda, Pressebeauftragte Mainzer Skills-Lab
E-Mail: Skills-lab@uni-mainz.de Dr. Renée Dillinger-Reiter, Pressestelle Uniklinik,
Tel. 06131 / 17-7424, Fax 06131 / 17-3496, E-Mail: presse@ukmainz.de

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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