„Vor Gericht: Wie Experten die Glaubwürdigkeit von Aussagen beurteilen“

Medizinische Gesellschaft Mainz lädt am Mittwoch, 03. Februar 2016, um 19.15 Uhr zum Themenabend

Wie lässt sich die Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen vor Gericht beurteilen? Wenn in einem Strafprozess Aussage gegen Aussage steht, kann das Gericht einen psychologischen Gutachter hinzuziehen, der untersucht, ob dem belastenden Tatbericht ein reales Erlebnis zugrunde liegt. Beim nächsten Themenabend der Medizinischen Gesellschaft am Mittwoch, 3. Februar, geht es um die Beurteilung der Glaubwürdigkeit von Zeugenaussagen vor Gericht. Referentin des Abends ist die Diplompsychologin und Redaktionsleiterin des Print-Magazins „Gehirn und Geist“, Christiane Gelitz. Sie berichtet über die Methodik von Expertengutachten, möglichen Fallstricken und den Folgen für den Verlauf von Strafprozessen. Moderiert wird der Themenabend von Dr. Dipl.-Psych. Klaus Wölfling von der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Die Veranstaltung findet statt um 19.15 Uhr im Hörsaal Chirurgie (Gebäude 505H) der Universitätsmedizin Mainz (Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Eine Frau beschuldigt einen Mann eines Vergehens. Der aber bestreitet die Tat. Beweise gibt es keine. Wer von beiden sagt die Wahrheit? Wenn in einem Strafprozess Aussage gegen Aussage steht, kann das Gericht einen psychologischen Gutachter hinzuziehen, der untersucht, ob dem belastenden Tatbericht ein reales Erlebnis zugrunde liegt. Was können diese Gutachten leisten? Sind sie wissenschaftlich fundiert? Lassen sich Wahrheit, subjektive Wahrnehmung und bewusste Fiktion tatsächlich durch ein Gutachten voneinander differenzieren? Gibt es Tricks und Methoden, die Vernehmern helfen, zwischen Lüge und Wahrheit zu unterscheiden? Gibt es geschickte Lügner? Wie verlässlich sind die als „Lügendetektoren“ bekannten Polygrafen? Wenn jemand nervös erscheint und den Blickkontakt vermeidet, werden wir misstrauisch: Hat er etwas zu verbergen? Die Referentin Christiane Gelitz zeigt ihrem Vortrag auf, dass solche vermeintlichen Lügenmerkmale tatsächlich wenig darüber verraten, ob jemand die Wahrheit sagt. Deshalb ist es für Laien, aber auch für Polizisten und Richter schwierig, die Glaubhaftigkeit von Aussagen zu beurteilen. Als Hilfsmittel nutzen die Gerichte daher wissenschaftlich basierte Verfahren, mit deren Hilfe sich wahre von falschen Aussagen unterscheiden lassen. Bei der Entwicklung und Optimierung dieser Verfahren suchen Forscher nach physischen und psychischen Kennzeichen, die häufig auftreten, wenn Menschen die Wahrheit verbergen wollen – etwa Schwitzen, stockender Atem, charakteristische Hirnwellen, sprachliche oder inhaltliche Merkmale von Aussagen. Christiane Gelitz gibt an diesem Themenabend der Medizinischen Gesellschaft Mainz einen Überblick über den Stand der Forschung zu diesem Gebiet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu diesem Blick in den Gerichtssaal und in die Tiefe der Psychologie. Als Vertreter der Presse sind Sie herzlich zu diesem Abend eingeladen! Wir bitten um redaktionellen Terminhinweis und -ankündigung im Veranstaltungskalender! Kontakt
Univ.-Prof. Dr. med. Theodor Junginger,
Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Mainz e.V.
Telefon: 06131 17-4168, Fax: 06131 17-5516,
E-Mail: junginger@uni-mainz.de Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V.
Die Medizinische Gesellschaft Mainz e.V. ist ein Verein zur Förderung und Verbreitung medizinwissenschaftlicher Erkenntnisse. Nicht nur Ärzte, sondern auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sollen über aktuelle medizinische Themen durch Vorträge informiert werden. Mehr Infos zu den Veranstaltungen und das Programm der Gesellschaft finden Sie im Internet unter: http://www.mg-mainz.de/aktuelles.html

Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich rund 403.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Rund 3.700 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 590 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 9.000 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de
[Stand: 2024]

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