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Richtfest am Universitätsklinikum Mainz

Verfügungsgebäude mit Hubschrauberlandeplatz wird Forschungs- und Laborräume sowie Rettungsdienste beherbergen

Das neue Verfügungsgebäude mit Hubschrauberlandeplatz an der Mainzer Uniklinik stellt eine weitere wichtige Verbesserung und Ergänzung des rheinland-pfälzischen „Notfall- und Intensivtransportsystems“ dar. Das sagte Innenminister Karl Peter Bruch beim heutigen Richtfest. Auch der Wissenschaftsstandort Mainz profitiere enorm von den modernen Forschungs- und Laborräumen, die in dem neuen Gebäude Platz finden werden, ergänzte Michael Ebling, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur.

„Kliniken dieser Qualität und Größe sind Anlaufstelle für Patienten aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Sie können die Klinik oftmals nur mittels Hubschrauber erreichen. Die Klinik benötigt den Hubschrauberlandeplatz also nicht als Selbstzweck, sondern für die Patienten, die hier in der Mainzer Uniklinik Hilfe suchen“, betonte Innenminister Karl Peter Bruch. Am Ende seiner Ansprache überreichte Bruch die Rheinland-Pfalz-Medaille an Dr. Guido Scherer, leitender Hubschrauberarzt Christoph77 und Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, als Dank für seine langjährige Tätigkeit.

„Die Verbindung zwischen einem Hubschrauberlandeplatz und dem darunter liegenden Forschungsgebäude symbolisiert in sinnfälliger Weise die Verschränkung der Aufgaben der Hochschulmedizin: Es geht um Krankenversorgung, Forschung und Lehre“, sagte Staatssekretär Michael Ebling. Für eine optimale Krankenversorgung auf dem Gebiet der Notfallmedizin sei der schnelle Transport mit dem Hubschrauber unverzichtbar. In dem neuen Gebäude würden in den unter dem Hubschrauberlandeplatz liegenden Stockwerken die Voraussetzungen für exzellente Forschung und Lehre geschaffen. „Der Neubau dieses Gebäudes steht in einer Reihe großer infrastruktureller Investitionen der Landesregierung in den Hochschul- und Forschungsstandort Rheinland-Pfalz“, resümierte Michael Ebling.

„Diese Modernisierung stärkt nachhaltig Mainz als Gesundheits- und Wissenschaftsstandort“, sagte Oberbürgermeister Jens Beutel. „Die Stadt Mainz ist sehr stolz auf ihr Uniklinikum, mit dem uns eine gute Zusammenarbeit verbindet.“ Dieses sei nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbilder, sondern garantiere auch eine erstklassige medizinische Versorgung: „Das Uniklinikum als einziges seiner Art in Rheinland-Pfalz ist ein herausragendes Aushängeschild unserer Stadt, ein weit über die Grenzen von Mainz hinaus für hohe medizinische Qualität und wissenschaftliche Innovation bekanntes Zentrum.“ Die baulichen Voraussetzungen für den neuen Hubschrauberlandeplatz seien gut und gewährleisteten, dass Mainz Traumazentrum bleiben könne. „Ich freue mich besonders, dass mit der Umsetzung des neuen Rettungskonzeptes gleichzeitig dem Anliegen der Anwohnerinnen und Anwohner Rechnung getragen werden konnte“, so Oberbürgermeister Beutel.

Rund 4.300 m2 Nutzfläche stehen in dem neuen Gebäude zur Verfügung. Die Baukosten ohne Hangar und Tankanlage belaufen sich auf 27,5 Millionen Euro. Auf dem Dach des fünfstöckigen Gebäudes sollen künftig der am Klinikum stationierte Rettungshubschrauber Christoph 77 und weitere Rettungshubschrauber in unmittelbarer Anbindung an die chirurgische Notaufnahme landen. So entfällt der Zwischentransport der Notfallpatienten mit dem Rettungswagen – das spart wertvolle Minuten und zudem Kosten. Im Gebäude finden moderne Forschungs- und Laborräume, ein Hörsaal und Seminarräume sowie Rettungsdienste Platz. Aus städtebaulicher Sicht wird das neue Gebäude – welches die Lücke zwischen dem Gebäude der Chirurgie und dem Neubau der Pathologie füllt – ein Karree im Westen des Klinikgeländes abschließen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir zehn Monate nach Baubeginn Richtfest für das neue Gebäude feiern können. Durch die neue Hubschrauber-Landeplattform in etwa 23 Meter Höhe soll die Versorgung schwerstkranker Patienten nochmals verbessert werden. Gleichzeitig soll die Belastung der Anwohner weiter reduziert werden: So werden beispielsweise Betankungsflüge – also bisher notwendige Leerflüge – durch die integrierte Tankanlage überflüssig, zudem ist die Lärmbelastung für die Anwohner geringer“, erklärte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums, Prof. Dr. Peter Galle.

Auch der ADAC freut sich auf den Neubau: „Die Piloten werden in dem neuen Gebäude wesentlich bessere Bedingungen für die Unterbringung vorfinden. Das ist eine gute Basis, um die bewährte Zusammenarbeit mit der Uniklinik Mainz auf Jahre festzuschreiben“, so der Vorsitzende des ADAC Mittelrhein, Dieter Enders.

„Der Fachbereich Medizin und damit der Bereich Lehre und Forschung erhält rund 3.000 m2 zusätzliche Forschungsverfügungsfläche, einen Hörsaal und zwei Seminarräume, die wir für die studentische Ausbildung und vor allem die Weiterentwicklung der exzellenten medizinischen Forschung in Mainz dringend benötigen“, betonte der Dekan des Fachbereiches Medizin, Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. 

Seit etwa einem Jahr ist das Universitätsklinikum Mainz eines von fünf  Notfallmedizinischen Zentren in Rheinland-Pfalz. „Der neue Hubschrauberlandeplatz unterstreicht die Bedeutung des Klinikums als Notfallmedizinisches Zentrum“, betonte Prof. Dr. Christian Werner, Direktor der Klinik für Anästhesiologie. „Dabei wird der am Klinikum stationierte Hubschrauber Christoph 77 als einziger so genannter ‚Dual Use Hubschrauber’ nicht nur für Rettungseinsätze, sondern auch für Intensivverlegungen in Rheinland-Pfalz eingesetzt. Nur an einer Universitätsklinik gibt es eine ausreichende Zahl qualifizierter Notfall- und Intensivmediziner, um dieses Rettungsmittel adäquat zu besetzen. Gleichzeitig können durch klinische, Forschungs- und Lehrtätigkeiten der Hubschrauber-Ärzte in der einsatzfreien Zeit Kosten gespart und Synergieeffekte am Klinikum genutzt werden.“