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2. Mai 2022

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Weiterentwicklung der TRON gGmbH rückt Forschung näher an die Patienten

200 Millionen in Mainzer Forschungsinstitut

„Das Zeitalter der Biotechnologie hat in Rheinland-Pfalz längst begonnen. Für mich und meine Landesregierung bleibt es zentrales Ziel, dass die Forschung schnell das Krankenbett erreicht und den Menschen ganz konkret zugutekommt“, unterstrich Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei einer Pressekonferenz zur Zukunft der gemeinnützigen TRON GmbH (Translationale Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz). Gemeinsam mit dem Mitbegründer und Gesellschafter Prof. Dr. Uğur Şahin, mit Wissenschaftsminister Clemens Hoch, dem Vorstandsvorsitzenden und medizinischen Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, sowie dem Landeskoordinator für Biotechnologie, Prof. Dr. Georg Krausch, informierte die Ministerpräsidentin über die perspektivische Weiterentwicklung des herausragenden Forschungsinstituts.

Aufgrund ihrer sehr erfolgreichen Forschungstätigkeit und einer konsequenten Patent- und Verwertungsstrategie konnte die TRON gGmbH in den letzten Jahren mehrfach größere Erträge aus Lizenzeinnahmen verbuchen. Ein wichtiger wirtschaftlicher Forschungspartner für das TRON ist dabei die BioNTech SE, die mit dem TRON wichtige Grundlagen- und Translationsforschung bestreitet und mit dem das Institut gemeinsam eine Vielzahl von Patenten und Schutzrechten besitzt, die unter anderem bei der Entwicklung des COVID-19-Impfstoffes des Unternehmens zum Einsatz kamen. So flossen im vergangenen Jahr dreistellige Millionenbeträge in das Forschungsinstitut. Insgesamt stehen nun nach dem abgelaufenen Geschäftsjahr etwa 200 Millionen Euro für die Forschung in Mainz zur Verfügung.

„Meilensteine in der Forschung sind nicht planbar und zunächst vor allem das Verdienst herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dafür braucht es gute Rahmenbedingungen und ein fruchtbares, kreatives Umfeld. Das haben wir in Rheinland-Pfalz geschaffen, denn in den letzten mehr als 20 Jahren hat die Landesregierung gezielt in Forschung, Forschungsinfrastruktur und Forschungsbauten sowie die Ansiedlung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen investiert. Hier werden die lebenswissenschaftliche Grundlagenforschung zu den großen Volkskrankheiten im Schulterschluss zwischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen gestärkt, die Bedingungen für Ausgründungen in diesem Bereich verbessert und die Standortbedingungen für die Ansiedlung weiterer Biotechnologieunternehmen weiterentwickelt“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. TRON sei dafür zentraler Akteur, denn im wissenschaftlichen Bereich kooperiere die Gesellschaft mit einer Vielzahl nationaler und internationaler renommierter Forschungspartner. Die Forschungsgrundlagen des TRON auf den Gebieten der Onkologie und Immunologie wurden als Ausgründung aus der Johannes Gutenberg-Universität und der Universitätsmedizin Mainz auch durch Mittel des Landes Rheinland-Pfalz konsequent aufgebaut. Der früheren Landesförderung von insgesamt rund 13 Millionen Euro stehen heute Umsatzerlöse aus Auftragsforschung und Lizenzen in dreistelliger Millionenhöhe gegenüber. Unter dem Strich habe jeder investierte Euro Landesförderung eine Hebelwirkung von 1.500 Prozent gehabt, also besagte und verfügbare Gesamtsumme von mehr als 200 Millionen Euro generiert. Diese werden für die Forschung gesichert und konsequent am Standort investiert, um die medizinische Forschung näher an die Patienten an der Universitätsmedizin Mainz zu bringen, so die Ministerpräsidentin. „Das Land und die übrigen Gesellschafter von TRON wollen diese Summe vollständig wieder in die Forschung investieren“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Wir haben die historische Chance, die Grundlagen- und translationale Forschung aus den Bereichen Biowissenschaften und Medizin am Standort Mainz auf die nächste Stufe zu heben und einen weltweit führenden Forschungsstandort zu schaffen, der auf Jahrzehnte hinaus als international sichtbares fungieren kann,“ sagt Prof. Dr. Uğur Şahin. „Das TRON soll als interdisziplinäre Kooperationsplattform für alle relevanten Akteure aus Grundlagenforschung, Translation, klinischer Forschung und Arzneimittelentwicklung dienen und somit eine Brücke zwischen der universitären Forschung und Unternehmen schlagen, die es ermöglicht, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien schnell zu den Menschen bringen, um Krebs und andere Erkrankungen mit hohem medizinischen Bedarf zu adressieren. Wir wollen hier nicht nur einen Platz für Spitzenforscher schaffen, sondern auch ein attraktives Ausbildungszentrum für junge Talente.“

„TRON ist ein Ausnahme-Forschungsinstitut, das wissenschaftlich und wirtschaftlich eine unglaubliche Entwicklung vollzogen hat. Keinem anderen Landesinstitut bundesweit gelang es bisher, aus seinem wissenschaftlichen Know-how solche einzigartigen wirtschaftlichen Erfolge zu generieren. Auf der Einnahmenseite ist sie die erfolgreichste Forschungsgesellschaft, die wir in Rheinland-Pfalz jemals hatten. Das Land und die übrigen drei Gesellschafter sind bereit für nötige Weichenstellungen, um die weitere erfolgreiche Arbeit des TRON sicherzustellen und neue Krankheitsfelder adressieren zu können“, sagte Wissenschaftsminister Clemens Hoch. Ziel dieser Überlegungen sei eine inhaltliche Erweiterung und eine räumliche Neuaufstellung des Instituts auf dem Gelände der Universitätsmedizin. Die Rahmenbedingungen für einen neuen Forschungsbau seien aktuell nicht einfach und beeinflusst von den Folgewirkungen der Corona-Pandemie, der aktuellen Situation in der Bauwirtschaft und den Folgen des Ukrainekrieges. „Wir stellen uns diesen Herausforderungen und steigen in die Prüfung ein, wie und in welcher Größenordnung ein neues Bauvorhaben wirtschaftlich realisierbar ist“, so der Minister.

„TRON und die Universitätsmedizin Mainz sind eng miteinander verwoben. Die Verbindung von Spitzenforschung und Spitzenmedizin auch örtlich weiter auszubauen, wird beide Partner und den gesamten Wissenschaftsstandort stärken und noch leistungsfähiger machen. Denn durch die räumliche Nähe und die intensivierte Zusammenarbeit vieler kluger Köpfe steigen die Chancen weiter, auf der Basis neuer Immuntherapien herausragende translationale Behandlungsansätze zu entwickeln“, betonte der Vorstandsvorsitzende und Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, und erläuterte: „Wir forschen in Mainz seit Jahrzehnten zum Immunsystem und verstehen nun, dass unser Immunsystem bei nahezu allen Erkrankungen und bei der Gesundung eine zentrale Rolle spielt. Somit bietet das Immunsystem die Möglichkeit, Heilungsprozesse zu modulieren. Vor diesem Hintergrund entwickeln wir an der Universitätsmedizin ein Zentrum für Immuntherapie und personalisierte Medizin. Dies wird durch die Kooperation mit TRON gestärkt. Gerne sind wir deshalb grundsätzlich bereit, Flächen auf dem Gelände der Universitätsmedizin auch für ein Bauvorhaben zur Verfügung zu stellen.“ Ein entsprechender letter-of-intent sei bereits von den Gremien übereinstimmend gebilligt worden.

Der Koordinator des Landes für Biotechnologie, Prof. Dr. Georg Krausch, hob die Vorteile für den Biotechnologiestandort Rheinland-Pfalz hervor, die sich aus der Weiterentwicklung der TRON GmbH ergeben: „Die Basis für den Erfolg von BioNTech bildet jahrzehntelange Grundlagenforschung. Durch die zusätzlichen Investitionen in TRON und den Ausbau des Forschungsinstituts erfährt insbesondere auch die klinische Grundlagenforschung eine weitere Stärkung, von der das gesamte Bundesland profitiert. Somit wird in Rheinland-Pfalz das Fundament für zukünftige Erfolgsgeschichten in der Biotechnologie und den Lebenswissenschaften weiter verbessert.

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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist die einzige medizinische Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz und ein international anerkannter Wissenschaftsstandort. Sie umfasst mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, die fächerübergreifend zusammenarbeiten und jährlich mehr als 320.000 Menschen stationär und ambulant versorgen. Hochspezialisierte Patientenversorgung, Forschung und Lehre bilden in der Universitätsmedizin Mainz eine untrennbare Einheit. Mehr als 3.500 Studierende der Medizin und Zahnmedizin sowie rund 700 Fachkräfte in den verschiedensten Gesundheitsfachberufen, kaufmännischen und technischen Berufen werden hier ausgebildet. Mit rund 8.700 Mitarbeitenden ist die Universitätsmedizin Mainz zudem einer der größten Arbeitgeber der Region und ein wichtiger Wachstums- und Innovationsmotor. Weitere Informationen im Internet unter www.unimedizin-mainz.de.
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