Die PRO-Unit am UCT Mainz
Der medizinische Fortschritt der vergangenen Jahre hat sich nachhaltig auf die Patientenversorgung ausgewirkt, was sich sowohl in einer zunehmend besseren (Früh-)Erkennung und spezifischeren Diagnostik als auch in der erfolgreichen Behandlung vieler Krankheiten widerspiegelt. Häufig wird die Qualität der Gesundheitsversorgung anhand von Maßzahlen und klinischen Indikatoren, wie Krankheits- oder Todesfällen, gemessen.
Die Qualität einer medizinischen Behandlung ist allerdings keineswegs nur danach zu beurteilen, wie wirksam und wirtschaftlich sie ist. Genauso wichtig ist es herauszufinden, welche Auswirkungen eine Tumorerkrankung und deren Therapie auf das Leben und den Alltag unserer Patient:innen haben. Entscheidend sind hierbei alle Informationen, die durch Patient:innen selbst berichtet und dokumentiert werden.
Um die Erhebung dieser Informationen an der Universitätsmedizin Mainz voranzutreiben und langfristig zu etablieren, hat das Universitäre Centrum für Tumorerkrankungen (UCT Mainz) im Jahr 2022 die PRO-Unit gegründet. Das Ziel ist, die Patientenperspektive in den Blick zu nehmen und den Blick anderer dafür zu schärfen.
Was wir tun
Wir möchten gerne erfahren, wie unsere Patient:innen ihren Gesundheitszustand erleben und wie es ihnen körperlich und seelisch geht. Wir sind daran interessiert, welche Erfahrungen sie während ihrer Erkrankung und Behandlung gemacht haben, wie zufrieden sie mit einer Therapie sind, unter welchen möglichen Nebenwirkungen sie leiden und welche Wünsche und Erwartungen sie haben. Diese von Patient:innen direkt berichteten Informationen nennt man auch Patient Reported Outcomes (PROs).
Um diese Informationen zu erhalten, wenden wir sorgfältig entwickelte Fragebögen an. Die Fragebögen, die zur Erfassung von PROs verwendet werden, bezeichnet man als Patient Reported Outcome Measures (PROMs). Die Befragungen können mithilfe von Papierfragebögen oder elektronisch (online oder mittels einer App) erfolgen.
Warum sind Patient Reported Outcomes (PROs) wichtig?
Patient Reported Outcomes (PROs) können zu einer Verbesserung der Arzt-Patienten-Kommunikation beitragen, da der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin sich durch die Informationen ein viel besseres Bild von seinem Patienten bzw. seiner Patientin und dem persönlichen Wohlbefinden machen kann. So können Krankheitssymptome möglicherweise schneller und gezielter behandelt werden, die Diagnostik und Therapie können optimiert werden. Insgesamt kommt dies dann allen Beteiligten zugute – vornehmlich den Patient:innen, aber ebenso den Behandler:innen und beteiligten Institutionen.
Kontakt
Sie möchten Kontakt zu uns aufnehmen? Wir freuen uns über Ihren Anruf oder Ihre E-Mail.
Jana Conrad
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Abt. Epidemiologie und Versorgungsforschung
Dr. rer. nat. Melanie Schranz
Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Abt. Epidemiologie und Versorgungsforschung
IN ELTERNZEIT