AG Fieß
Frühgeburtlichkeit ist eine der Hauptursachen für eine reduzierte Sehschärfe und Erblindung im Kindesalter. Die veränderten Umweltbedingungen bei einer vorzeitigen Geburt sowie häufig notwendige intensivmedizinische Maßnahmen, wie eine lange Beatmungsdauer, beeinflussen die Entwicklung zahlreicher Organsysteme, darunter auch die der Augen. Sehen ist eine zentrale Sinnesfunktion, die unser tägliches Leben, unsere Selbstständigkeit sowie unser berufliches und soziales Miteinander maßgeblich prägt.
Die Gutenberg Prematurity (Eye) Study ist ein Forschungsprojekt der Universitätsmedizin Mainz, das seinen Fokus auf die langfristigen Auswirkungen von Frühgeburtlichkeit auf die Augenfunktion legt. Erste Ergebnisse zeigten bereits, dass ehemalige Frühgeborene im Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für bestimmte Augenerkrankungen, etwa eine altersbedingte Makuladegeneration, aufweisen können. Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung einer frühzeitigen und kontinuierlichen augenärztlichen Betreuung.
Inzwischen hat sich der Fokus der Studie jedoch erweitert: Neben den Augen werden nun auch andere gesundheitliche und psychosoziale Langzeitfolgen einer Frühgeburtlichkeit in den Blick genommen. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis dafür zu gewinnen, wie sich eine Frühgeburt auf das gesamte weitere Leben auswirken kann, im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. Hierfür arbeiten wir eng mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Disziplinen zusammen, wie der Kinderheilkunde und Neonatologie, der Neurologie, der Psychosomatik sowie der Zahnmedizin.
Durch diesen interdisziplinären Ansatz möchten wir Risikofaktoren für langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen frühzeitig erkennen, um darauf aufbauend gezielte Präventionsmaßnahmen und Therapiekonzepte zu entwickeln. Langfristig sollen daraus neue Empfehlungen für eine verbesserte medizinische Versorgung und Begleitung von Frühgeborenen hervorgehen, über alle Lebensphasen hinweg.
Team
Principal Investigator der Gutenberg Prematurity (Eye) Study
Oberarzt, Stellvertretender Leiter Netzhaut
Kontakt: achim.fiess@unimedizin-mainz.de
Stellvertretender Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz,
Leitung Funktionsbereich Vorderabschnittschirurgie und ambulantes Operieren,
Professor für ophthalmologische Versorgungsforschung
Kontakt: alexander.schuster@unimedizin-mainz.de
Dr. med. Sandra Gißler
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gutenberg Prematurity (Eye) Study
Kontakt: sandra.gissler@unimedizin-mainz.de
Dr. rer. physiol. Alica Hartmann
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gutenberg Prematurity (Eye) Study
Kontakt: alica.hartmann@unimedizin-mainz.de
Maria de la Ossa Maury
Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gutenberg Prematurity (Eye) Study
Kontakt: maria.delaossamaury@unimedizin-mainz.de
Medizinische Doktoranden:
- Samira Lawson Body
- Dana Gattermayer
- Marina Botsa
- Diana Omoregie
- Nicolai Schuster
Kooperationspartner:
- Univ.-Prof. Dr. med. Verena Prokosch, Direktorin der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
- Prof. Dr. med. Bernhard Stoffelns, Stellvertretender Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz
- Univ.-Prof. Dr. Michael S. Urschitz, pädiatrische Epidemiologie, IMBEI Universitätsmedizin Mainz
- Univ.-Prof. Dr. Eva Mildenberger, Leitung der Sektion Neonatologie, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. med. Dirk Wackernagel, Stellvertretender Leiter der Sektion Neonatologie, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. med. Susanne Tippmann, Oberärztin Neonatologie, Sektion Neonatologie, Universitätsmedizin Mainz
- Univ-Prof. Dr. med. Timo Uphaus, Oberarzt, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz- Prof. Dr. Jonas Tesarz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz
- Dipl. Psych. Mareike Ernst, Klinik für Psychosomatik, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. Roman Pokora, Statistische Beratung, Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin Mainz
- Dr. rer. physiol. Omar Hahad, Zentrum für Kardiologie, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. med. dent. Jens Weusmann, M.Sc, Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz
- Univ.-Prof. Dr. med. dent. James Deschner, Direktor der Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz
- Prof. Dr. rer. nat. Konstantin Strauch, Direktor des Instituts für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin Mainz
- Dr. rer. biol. hum. Martina Müller-Nurasyid, Genomische Statistik und Bioinformatik, Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin Mainz
- Univ.-Prof. Dr. med. Marc A. Brockmann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Universitätsmedizin Mainz
- PD Dr. med. Haidara Al Mansour, Facharzt für Radiologie, Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Universitätsmedizin Mainz
- Dr. rer. nat. Katja Beiser, Projektmanagement, Klinik und Poliklinik für Neuroradiologie, Universitätsmedizin Mainz
Projekte:
- Geschlechtsspezifische psychische Langzeitfolgen nach Frühgeburtlichkeit – Eine Analyse im Rahmen der Gutenberg Prematurity Study - aus der Perspektive der Betroffenen und ihrer Eltern – Dr. rer. physiol. Alica Hartmann, Augen- und Poliniklinik, Universitätsmedizin Mainz
- Maternal environmental exposures, adverse birth outcomes, and offspring cardiovascular health: a longitudinal study with retrospective birth data – Dr. rer. physiol. Omar Hahad, Zentrum für Kardiologie, Universitätsmedizin Mainz
- Genetische und epigenetische Prädiktoren von Frühgeburtlichkeit, fetalen Wachstumsabweichungen und Retinopathie der Frühgeborenen: Genomweite Assoziationsanalysen in der Gutenberg Prematurity Study - Prof. Dr. rer. nat. Konstantin Strauch, Direktor des Instituts für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin Mainz, Dr. rer. biol. hum. Martina Müller-Nurasyid, Genomische Statistik und Bioinformatik, Institut für medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), Universitätsmedizin Mainz
- Langzeitfolgen von Frühgeburtlichkeit: Neuroaxonale Schädigung und deren Zusammenhang zu neuroretinalen Veränderungen – Univ.-Prof. Dr. med. Timo Uphaus, Dr. med. Marianne Hahn, Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsmedizin Mainz
- Frühgeburtlichkeit, intrauterine Mangelernährung, postnatale Ernährung und Wachstumsdynamik: Langfristige gesundheitliche Auswirkungen auf die Anthropometrie und metabolische Gesundheit - Dr. med. Dirk Wackernagel, Stellvertretender Leiter der Sektion Neonatologie, Universitätsmedizin Mainz
- Langzeitfolgen von Unreife, neonataler Intubation und invasiver Beatmungsdauer zur Geburt auf Aufmerksamkeit, ADHS-Symptomatik und sprachlich-kognitive Funktionen bei ehemals Frühgeborenen - Dr. med. Susanne Tippmann, Oberärztin Neonatologie, Universitätsmedizin Mainz
- Frühgeburtlichkeit und orale Zahngesundheit: Entwicklungsverläufe vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter - Dr. med. dent. Jens Weusmann, M.Sc, Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung der Universitätsmedizin Mainz
- Angst- und Panikstörungen nach Frühgeburtlichkeit: Biopsychosoziale Mechanismen im Erwachsenenalter - Prof. Dr. Jonas Tesarz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz
- Langzeitfolgen der Frühgeburt auf strukturelle Hirnmarker und deren Zusammenhang mit gesundheitsrelevanten Outcomes im Erwachsenenalter – Univ.-Prof. Dr. med. Marc A. Brockmann, PD Dr. med. Haidara Al Mansour, Dr. rer. nat. Katja Beiser
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