Richtig Lüften für ein gesundes Schulraumklima

Eine gute Lüftung in Schulen und Klassenräumen ist entscheidend für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit der Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler. Ergebnisse durchgeführter Messungen zeigen, dass im Verlauf des Unterrichts bei geschlossenen Fenstern die Konzentration von Kohlendioxid (CO₂) in Unterrichtsräumen sehr schnell ansteigen kann. Erhöhte CO₂-Werte können zu Müdigkeit, verringerter Aufmerksamkeit und einer geringeren Konzentrationsfähigkeit führen. Frische Luft hilft, diese Belastung zu reduzieren und ein lernförderliches Umfeld zu schaffen.

Auch die Raumlufttemperatur und die relative Raumluftfeuchtigkeit lassen sich durch richtiges Lüften regulieren. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen frischer Luft und angenehmer Raumlufttemperatur wirkt sich positiv auf das Klima in Unterrichtsräumen aus und steigert das subjektive Wohlbefinden. 

Darüber hinaus trägt ein regelmäßiger Luftaustausch wesentlich dazu bei, Geruchsstoffe, mögliche Emissionen aus Einrichtungsgegenständen sowie Aerosole, die Krankheitserreger transportieren können, in der Raumluft zu reduzieren. Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass sich besonders in Räumen, in denen viele Menschen für längere Zeit zusammenkommen, potentiell virenhaltige Partikel in der Luft ansammeln können. Durch gezieltes Lüften wird die Luftqualität deutlich verbessert und das Infektionsrisiko verringert.

Konkrete Vorgaben für ein angemessenes Lüften in Unterrichtsräumen, wurden in dem zum 1. Februar 2026 veröffentlichten Rahmenhygieneplan des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz formuliert. Darin heißt es:

„Regelmäßiges Lüften dient der Hygiene und fördert die Luftqualität. Pro Stunde sollte mindestens ein dreifacher Luftwechsel erfolgen. Das bedeutet, dass die Raumluft mindestens dreimal pro Stunde komplett gegen Frischluft von außen ausgetauscht wird. Dies wird idealerweise mittels Stoß- oder Querlüftung bei weit geöffneten Fenstern erreicht. Eine Kipplüftung ist weitgehend wirkungslos, da durch sie kaum Luft ausgetauscht wird.
Unterrichtsräume sind wie folgt regelmäßig zu lüften:
• vor Unterrichtsbeginn,
• während des Unterrichts: grundsätzlich nach 20 Minuten,
• in den Pausen (Dauer abhängig von der Außentemperatur),
• nach der Raumnutzung (Unterrichtsende).

Die Mindestdauer der Lüftung der Unterrichtsräume ist (neben der Größe des Raumes) von der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen und dem Wind abhängig. Als Faustregel für die Dauer der Lüftung während des Unterrichtes kann gelten
• im Sommer bis zu 10–20 Minuten,
• im Frühjahr/Herbst ca. 5 Minuten und
• im Winter ca. 3–5 Minuten.“ 

Die Erfahrungen des Instituts für Lehrergesundheit aus zahlreichen Untersuchungen zeigen, dass an den staatlichen Schulen in Rheinland-Pfalz hinsichtlich dieser Vorgaben ein heterogener Umsetzungsstand besteht. Zugleich weisen vorliegende Erkenntnisse darauf hin, dass die konsequente Einhaltung der Lüftungsvorgaben entsprechend Rahmenhygieneplan einen bedeutenden Beitrag zur Schaffung und Aufrechterhaltung einer angemessenen Raumluftqualität in Unterrichtsräumen leisten kann. Vor diesem Hintergrund ist die Erstellung und die konsequente Umsetzung einer schulspezifischen Lüftungsplanung ausdrücklich zu empfehlen.