Onkologische Erkrankung im Vorschulalter (OEVA) und der Übergang in die Schule (ikidS-OEVA)

Beeinflusst eine frühkindliche onkologische Erkrankung die Transition, den frühen Schulerfolg und die Bildungschancen betroffener Kinder? Epidemiologische Untersuchung der kurz- und langfristigen Auswirkungen des Entwicklungs- und Gesundheitsstandes bei Einschulung auf Lebensqualität, Partizipation, Leistungsfähigkeit und Schulerfolg von im Vorschulalter an Krebs erkrankten Kindern.

Laufzeit: 2013 - 2017
Dieses Projekt war Teil des ikidS I-Projekts.
Das Studienprotokoll des Projekts kann hier(PDF 473,4 KB) abgerufen werden.

Projekthintergrund

Zahlreiche internationale Studien zeigen den Zusammenhang zwischen onkologischen Erkrankungen und langfristigen Beeinträchtigungen von Lernen, Kommunikation, Schulleistungen und Lebensqualität. Vor allem die Nebenwirkungen der Behandlung onkologischer Erkrankungen führen zu Schädigungen kognitiver Funktionen und Störungen der visuellen und auditiven Wahrnehmung. In vielen Studien wird bemängelt, dass die Schwierigkeiten der Kinder gar nicht oder nicht rechtzeitig erkannt und adäquat versorgt werden.

Onkologische Erkrankungen im Vorschulalter könnten die Schuladaptation, den frühen Schulerfolg, die Schullaufbahn und damit den sozio-ökonomischen Status negativ beeinflussen. Eine systematische Erfassung von gesundheitlichen, psychosozialen und schulischen Beeinträchtigungen von Kindern mit OEVA als Grundlage für weitere notwendige medizinische Versorgung und pädagogische spezifische Förderung für eine gelingende Schuladaptation und frühen Schulerfolg gab es bisher nicht.

Projektziele

Das Hauptziel des Projekts war eine bessere Versorgung von Kindern mit OEVA beim Übergang in und bei der Adaptation an die Schule, um ihnen bestmögliche Bildungschancen zu verschaffen und sie in ihrer gesundheitlichen Entwicklung bestmöglich zu unterstützen. Daher wurde der Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer OEVA und Bildungsendpunkten, insbesondere dem frühen Schulerfolg, untersucht. Mögliche positive Effekte von Versorgungs- und Fördermaßnahmen wurden unter Berücksichtigung von individuellen und familiären Faktoren erfasst. Die Ergebnisse sollen zur Entwicklung effizienter Versorgungs- und Förderstrukturen genutzt werden.

Projektablauf

Es wurde eine prospektive Kohortenstudie mit Elternbefragungen zu 2 Erhebungszeitpunkten durchgeführt. 300 im Vorschulalter an Krebs erkrankte Kinder und deren Eltern wurden bis zum Ende der ersten Klasse begleitet. Die Kinder wurden zum Zeitpunkt ihrer Schuleingangsuntersuchung auf das Vorliegen von weiteren Erkrankungen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen sowie bereits bestehende Versorgungs- und Fördermaßnahmen untersucht. Gesundheitsbezogene Veränderungen wurden durch eine Nachbefragung 10 Monate nach der Einschulung erfasst. Am Ende der ersten Klasse wurde der frühe Schulerfolg aus Eltern- und Lehrkraftsicht erhoben.

Förderung

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Ansprechpartner

Prof. Dr. Michael S. Urschitz, EU-MSc. (Projektleiter)
E-Mail: urschitz@uni-mainz.de