Visual Universitätsmedizin Mainz

Behandlung des benignen Prostatasyndroms an der Universitätsmedizin Mainz

 

Liebe Patientinnen und Patienten,


Das benigne Prostatasyndrom (BPS) ist eine Volkserkrankung in unserer alternden Gesellschaft. Grundsätzlich ist es die Folge einer größer werdenden Prostata, welche die Harnröhre einengt und so den Urinfluss vermindert. Von einer BPS mit Krankheitswert wird dann gesprochen, wenn subjektiv und objektiv messbare Miktionsbeschwerden mit Harnstrahlabschwächung, nächtlichem Wasserlassen, Restharn (bis hin zum Harnverhalt), sowie Nierenstau, Harnwegsinfektionen und Blasensteinbildung vorhanden sind. Das Risiko an einer klinisch signifikanten BPS zu erkranken steigt mit zunehmendem Alter. Bei 50 – 59-Jährigen beträgt das Risiko 10-20% und bei 60 – 79-jährigen bereits 20-35%. Bei über 90-jährigen ist die Auftretenswahrscheinlichkeit sogar bei fast 100%.

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An der Universitätsmedizin Mainz blicken wir auf eine lange Tradition moderner und innovativer BPS-Therapie zurück, die es heutzutage ermöglicht in nahezu allen Fällen eine schonende und minimal-invasive Therapiemöglichkeit anzubieten. Das Therapieangebot der Urologischen Klinik umfasst eine große Bandbreite an endoskopischen (TUR-P, ThuLEP, REZUM®) und operativen Formen (offenchirurgische und robotisch assistierte Adenomenukleation) der BPS-Therapie. Auf Grundlage der jährlichen Fallzahlen zählen wir zu den größten urologischen Einrichtungen in Deutschland.

Ursachen

Die Prostata ist ein Drüsenorgan, welches direkt unterhalb der Blase lokalisiert ist und die Harnröhre umgibt. Sie ist Teil der inneren Geschlechtsorgane des Mannes und bildet mit den Samenblasen die Samenflüssigkeit. Ihr Sekret sorgt dafür, dass die Beweglichkeit der Spermien gesteigert wird und sich das Ejakulat verflüssigt.

Die Vergrößerung des Drüsengewebes ist abhängig von Testosteron und genetischen Faktoren. Durch die sehr starre Kapsel der Prostata und das stetige Wachstum wird die Harnröhre sukzessive nach innen eingeengt. Das absolute Prostatavolumen stellt dabei einen Risikofaktor für ein krankhaftes BPS dar, ist als solches jedoch nicht pathologisch.

Symptome

Bei einem beginnenden BPS berichten die Patienten von häufigerem und nächtlichem Wasserlassen. Außerdem kann ein vermehrtes Dranggefühl auftreten. Bei weiter fortschreitendem BPS zeigt sich ein abgeschwächter Harnstrahl, Pressen und Startschwierigkeiten bei einer insgesamt verlängerter Miktion Des Weiteren wird Nachträufeln, Restharngefühl und eine unterbrochene Miktion beschrieben. Bei einem ausgeprägten BPS zeigen sich dann die Auswirkungen der länger bestehenden Obstruktion, wie eine vollständige Harnverhaltung, Harnwegsinfektionen, Harnstau der Nieren und Blasensteine. Spätestens dann sollte eine Therapie eingeleitet werden.

Diagnostik

Die Diagnose eines pathologischen BPS wird gestellt durch eine ausführliche Miktionsanamnese, standardisierte Fragebögen einer klinischen und sonografischen Untersuchung sowie einer apparativen Messung des Harnstrahls und des Restharns. Zur weiteren Evaluation können laborchemische und endoskopische Untersuchungen nötig sein.

Therapiemöglichkeiten

Sollte sich bei Ihnen ein signifikant pathologisches Prostatasyndrom zeigen, sollte zunächst eine medikamentöse Therapie eingeleitet werden. Ist diese jedoch unzureichend, oder die Schwere der BPS zu groß (Harnverhalt, Nierenstau, Blasensteine, Harnwegsinfekte), ist eine operative Verkleinerung der Prostata zu empfehlen. Hierfür bieten wir Ihnen eine große Bandbreite an Möglichkeiten an, welche sich an der Größe der Prostata sowie Ihren Komorbiditäten orientiert.

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Bei einer transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P) wird die Prostata endoskopisch über die Harnröhre mithilfe einer elektrische Metallschlinge ausgeschält. Durch den applizierten Strom kann das Drüsengewebe nach und nach abgetragen und Blutungen sofort gestillt werden. Somit wird die Harnröhre wieder frei und der Urinfluss stärker. Mit diesem Verfahren werden Prostatavolumina bis ca. 60ml behandelt, da sonst die OP-Dauer und damit die Narkosezeit zu lang ist.

Bei der transurethralen Laserenukleation (ThuLEP) wir das gesamte Prostatadrüsengewebe mithilfe eines Lasers aus der Prostatakapsel ausgehöhlt. Auch dieses Verfahren wird endoskopisch über die Harnröhre durchgeführt. Hiermit können Prostatavolumina bis 200ml behandelt werden.

Die transurethrale Wasserdampfablation (REZUM®) ist ebenfalls ein endoskopisches Verfahren, bei dem mit einer Nadel Wasserdampf direkt in das Drüsengewebe gesprüht wird. Die Hitze tötet die Zellen ab, sodass die Prostata über einen Zeitraum von mehreren Wochen langsam abschwillt. Aufgrund eines Entzündungsprozesses schwillt die Prostata in den ersten Tagen nach der OP jedoch erstmal an. Nach ca. 6 Wochen hat sich das Drüsengewebe verringert und der Harnstrahl verstärkt. Dieses bieten wir Patienten an, welche (aufgrund von vielen Komorbiditäten) einer allgemeinen Narkose nicht ohne größeres Risiko zugänglich sind. Darüber hinaus bietet die Wasserdampfablation die Möglichkeit des Ejakulationsunterhalts, für Patienten mit ausdrücklichem Wunsch hierzu und moderaten BPS-Beschwerden.

Bei allen diesen transurethralen Eingriffen beträgt die stationäre Aufenthaltsdauer in der Regel 2-3 Tage. Postoperativ wird ein Blasenkatheter eingelegt, um die Blase durchzuspülen, um Blutansammlungen in der Blase zu vermeiden. Der Blasenkatheter wird in der Regel am 2. Tag nach der OP entfernt.

Bei Prostatavolumina >200ml bieten sich chirurgische Verfahren besser an, da die Übersicht und Operabilität aufgrund des geringen Platzangebotes in der Harnröhre bei so großen Drüsen unvorteilhaft sind. Hierfür bieten wir die offen-chirurgische und die robotisch assistierte Adenomenukleation der Prostata an. Letztendlich wird das Prostatadrüsengewebe über die Bauchdecke entfernt. Beim offen-chirurgischen Verfahren wir ein 5-10cm langer Schnitt vom Schambein in Richtung Bauchnabel gesetzt und das Prostatadrüsengewebe entweder direkt durch die Kapsel (nach Millin) oder durch die Blase (nach Freyer) ausgehöhlt. Bei einem robotisch assistierten, laparoskopischen Verfahren werden mehrere ca. 1cm lange Zugänge in einer horizontalen Linie über dem Bauchnabel gesetzt worüber die Prostatadrüse durch die Blase mithilfe des daVinci®-Surgical System Xi entfernt wird. Hierfür siehe auch das Kapitel der Roboterchirurgie.

Der stationäre Aufenthalt bei den chirurgischen Verfahren beträgt 5-7 Tage. Einliegende Wunddrainagen werden sukzessive entfernt und es erfolgt eine Dichtigkeitsprüfung des Harntraktes mittels Kontrastmittel unter Röntgensicht am 4.-5. postoperativen Tag.

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Informationen zum benignen Prostatasyndrom

Wir behandeln Sie stets auf Grundlage der aktuellsten nationalen und internationalen medizinischen Leitlinien unserer Fachgesellschaften. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter:

AWMF-Leitlinien: Diagnostik und Differenzialdiagnostik des benignen Prostatasyndroms (BPS)

AWMF-Leitlinien: Therapie des benignen Prostatasyndroms (BPS)

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