Visual Universitätsmedizin Mainz

Die Niere

Die Niere ist ein paarig angelegtes Organ und übernimmt im Körper zahlreiche Aufgaben, die weit über die „Entgiftung" des Blutes hinausgehen. Zu diesen Aufgaben gehören die Entfernung von Abbauprodukten sowohl des Stoffwechsels als auch von Medikamenten (sog. „Entgiftung") durch die Filterung des Blutes in den Nieren und der Bildung von ca. 1,5 l Harn am Tag. Mit dem Harn werden diese Abbauprodukte aus dem Körper entfernt. Weiterhin sind die Nieren an der Regulation des Blutdrucks, des Elektrolythaushaltes (Natrium/Kalium), des Wasserhaushalts, des Säure-Basenhaushalts, des Kalzium-/Phosphathaushalts sowie der Produktion von roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beteiligt.

 

Akute und chronische Nierenerkrankungen

Zahlreiche Krankheiten können während eines kurzen oder langen Zeitraums zu einer Verminderung der Nierenfunktion und somit einer
akuten oder chronischen Nierenerkrankung führen. Für die Entwicklung einer chronischen Nierenerkrankung sind vor allem der Diabetes mellitus, der Bluthochdruck, angeborene Zystennieren und Entzündungen der Nierenkörperchen (Glomerulonephritiden) verantwortlich. Wenn die Nierenfunktion
zunehmend schlechter wird und an einen Punkt kommt, an dem die Anforderungen an die Nieren deren Funktionsfähigkeit übersteigt (sog. Urämie), muss die Nierenfunktion durch ein entsprechendes Organersatzverfahren ersetzt werden. Dafür stehen uns die Dialyse als Hämodialyse und
Bauchfelldialyse sowie die Nierentransplantation zu Verfügung.

 

Nierentransplantation und Dialyse

Die Dialyse und die Nierentransplantation stellen die beiden Organersatzverfahren im Falle eines Versagens der Nierenfunktion dar.
Die Dialyse kann als Hämodialyse oder als Bauchfelldialyse durchgeführt werden. Bei der Hämodialyse wird über einen Gefäßzugang am Arm (sog. Fistel oder Shunt) Blut in eine Dialysemaschine geleitet, die über einen Dialysefilter das Blut von den genannten Stoffwechselabbauprodukten reinigt. Diese Form der Dialyse wird häufig in einem ambulanten Nierenzentrum bei einem Nephrologen durchgeführt. Bei der Bauchfelldialyse erfolgt diese Reinigung durch eine Flüssigkeit (Dialysat), die über einen Bauchfellkatheter (Peritonealkatheter) in den Bauchraum geleitet wird und darüber auch wieder entfernt wird. Diese Dialyseform wird häufig von den Patienten selbst zu Hause durchgeführt.
Die Nierentransplantation ist das beste Nierenersatzverfahren, da es die besten Langzeitergebnisse hat. Grundlage für eine erfolgreiche Transplantation ist die Hemmung des Immunsystems mit Hilfe entsprechender Medikamente (sog. Immunsuppressiva), die solange eingenommen werden müssen wie sich das Nierentransplantat im Körper des Empfängers befindet.
Der Beginn der Nierenersatztherapie ist unterschiedlich und richtet sich vor allem nach dem klinischen Bild des Patienten. Bei den meisten Patienten wird mit einer Dialyse (Hämo- oder Bauchfelldialyse) begonnen. Im Verlauf werden die Patienten dann auf die Warteliste für eine Nierentransplantation genommen.