Visual Universitätsmedizin Mainz

Gutartige Erkrankungen

Röntgenreizbestrahlung/Orthovolttherapie

Bei der Röntgenreizbestrahlung handelt es sich um eine nebenwirkungsarme Schmerzbestrahlung (auch Orthovolttherapie genannt) bei gutartigen Erkrankungen. Hierunter fallen akute Entzündungen wie die Schuppenflechte oder Nagelbettentzündungen, chronische Prozesse wie Arthrosen, endokrine Orbitopathien oder Fersensporne. Auch gutartige Wucherungen wie Keloide (überschüssiges Narbengewebe), Morbus Dupuytren oder Morbus Ledderhose können mit niedrigen Dosen behandelt werden.

In geringen Dosen haben Röntgenstrahlen eine hemmende Wirkung auf das Immunsystem des Körpers. Dies kann dazu verwendet werden, dass die Applikation an entzündeten Stellen zum Entzündungsstopp führt. Zudem wird die Durchblutung der betroffenen Körperregion angeregt. Auch übermäßiges Narbenwachstum kann beispielsweise durch die leichte Hemmung der Fibroblasten (Zellen, die für Gewebsfaserwachstum zuständig sind) verhindert werden.

Wenn die konservativen Behandlungen ausgereizt sind oder erfolglos waren, können die Patienten von der wirksamen Oberflächenbehandlung profitieren. Die Behandlung ist schmerfrei und hat eine hohe Erfolgsrate. Die Wirkung der Röntgenstrahlen bleibt auf das bestrahlte Gebiet beschränkt. In der Regel erfolgen 6 Bestrahlungen mit sehr niedrigen Einzeldosen von 0,5 Gy mit einer Gesamtdosis von 3,0 Gy inerhalb von 3 Wochen. Im Falle eines Teilerfolgs ist eine 2. Serie möglich.

Gründe für eine Bestrahlung gutartiger Erkrankungen

  • Schmerzhafter Fersensporn/Plantarfaszitis
  • Schmerzsyndrom der Achillessehne
  • Entzündung des Schultergelenks
  • Epicondylitis radialis/ulnaris
  • Arthrose verschiedener Gelenke: z.B.: Fuß-/ Sprung-/Handgelenke
  • Keloide
  • Psoriasis
  • Induratio penis plasica
  • Morbus Dupuytren
  • Morbus Ledderhose
  • heterotope Ossifikationen
Orthovolttherapie