Zentrum für schwerbrandverletzte Kinder
Die Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie ist im Zentralen Deutschen Melderegister Hamburg als Zentrum für schwerstbrandverletzte Kinder gelistet und ausgewiesen. Im Bereich der interdisziplinären Intensivstation AE2 und der kinderchirurgischen Station A3 stehen maximal 2 Betten für schwerbrandverletzte Kinder zur Verfügung.
Die oftmals sehr langwierige Therapie umfasst vor allem eine intensive Schmerztherapie, die häufig mit einer vorübergehenden künstlichen Beatmung und einer mehrtägigen Dauer-Analgosedierung (künstlicher schmerzfreier Schlaf) verbunden ist.
Bei oberflächlichen Verletzungen kann es unter speziellen Wundauflagen zu einer vollständigen Abheilung kommen. Bei tiefen Verletzungen muss die verbrannte und abgestorbene Haut abgetragen werden. Eine Hauttransplantation mit eigener Spalthaut oder mit Hilfe von Hautersatzmaterialien ist dann in einigen Fällen erforderlich.
Nach Abschluss der Intensivbehandlung werden die Kinder auf der allgemeinen kinderchirurgischen Station weiterbetreut. Neben einer intensiven krankengymnastischen Behandlung werden gemeinsam mit einem Orthopädietechniker Kompressionsanzüge angepasst, die in vielen Fällen ein bis zwei Jahre lang getragen werden müssen.
Die Nachbetreuung findet in der Verbrennungssprechstunde der Klinik und Poliklinik für Kinderchirurgie statt. Hier erfolgt die Narbenbeurteilung und es wird über die Narbenbehandlung gesprochen. Zur Narbenbehandlung gehört das regelmäßige Eincremen und Massieren der betroffenen Hautregionen, da die Eigenfettung der Haut durch die Verletzung gestört ist. Ein weiterer Bestandteil der Narbenbehandlung ist auch die Kompressionsbehandlung. Dabei wird der Zustand und die Funktion der Kompressionsbekleidung kontrolliert. Bei Bedarf kann ein Silikonkissen zwischen Narbe und Kompressionsbekleidung eingesetzt werden, um die Kompression auf der Narbe zu optimieren.
Verantwortlich für die Verbrennungssprechstunde sind die Oberärztinnen der Kinderchirurgie Frau Dr. medic. Alexandra Nyiredi und Frau Jutta Dieckwisch.
Eine zusätzliche Betreuung und Unterstützung erhalten die Familien nach der Krankenhausbehandlung durch die Elternselbsthilfegruppe "Paulinchen"
Dank unserer engen Anbindung an die "Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Verbrennungsbehandlung (DAV)" und den Arbeitskreis für "Das schwerbrandverletzte Kind" behandeln wir unsere Patienten nach den neuesten Richtlinien und Behandlungsmethoden. Bei der Erstversorgung werden alle Schweregrade mit unterschiedlicher Ausdehnung und Tiefe routinemäßig nach dem aktuellesten Standard versorgt.