Visual Universitätsmedizin Mainz

Leistungsspektrum des Instituts für Pathologie

H&E-Färbung einer intestinalen Lymphangiektasie
H&E-Färbung einer intestinalen
Lymphangiektasie
Elastica-van Gieson Färbung eines Elastofibroms
Elastica-van Gieson Färbung
eines Elastofibroms

Histologie:
Unter Histologie versteht man die feingewebliche Untersuchung: das während einer Untersuchung oder Operation entnommene Gewebe wird dabei in der Regel zunächst fixiert, um einen Gewebszerfall zu verhindern. Das fixierte Gewebe wird nachfolgend in einer kleinen Kassette in eine wachsähnliche Substanz, das Paraffin, eingebettet. Diese Einbettungsmethode hat mehrere Vorteile: zum einen können hier sehr dünne Schnitte erstellt werden, die nur wenige Mikrometer (also 1/1000stel Millimeter) dick sind und nachträglich angefärbt und mikroskopisch begutachtet werden. Zum anderen ist der Paraffinblock jahrzehntelang haltbar und kann so auch bei späteren Rückfragen aus dem Archiv entnommen werden.
Die klassische Standardfärbung zur Visualisierung verschiedener Gewebe-strukturen ist die Hämatoxylin & Eosinfärbung (H&E), mittels der der Pathologe nach wie vor einen Großteil der täglichen Diagnostik bearbeitet.

Pappenheim-Färbung bei einem papillären Schilddrüsenkarzinom
Pappenheim-Färbung

Zytologie:
Hier erfolgt die Untersuchung von einzelnen Zellen bzw. Zellverbänden. Der Vorteil liegt in der einfachen Materialgewinnung, nämlich in der Regel im Rahmen einer ambulanten Vorstellung ohne höheren apparativen Aufwand. Man unterscheidet die Exfoliativ- oder Abstrichzytologie von der Punktions-zytologie. Bei der ersten Methode untersucht man abgeschilferte Zellen, bei der zweiten Technik wird ein Zielorgan mittels einer Kanüle punktiert, und das Punktat im Anschluß auf einem Objektträger verteilt.

Im Mainzer Institut für Pathologie wird zusätzlich der kombinierte Einsatz von Zytologie und Molekularpathologie (siehe dort) beim Erfassen von Schilddrüsenkarzinomen durchgeführt.

Immunhistochemie für Her2 bei einem Mammakarzinom
Immunhistochemie Her2

Immunhistochemie:
Bei dieser Methode werden gezielt bestimmte Proteine in der Zelle oder dem extrazellulärem Stroma sichtbar gemacht. Man greift hierbei auf das Antikörper-Antigen Prinzip zurück, bei der jedem bestimmten Antigen bzw. Protein ein bestimmter Antikörper zugeordnet werden kann. Diese Bindung kann durch verschiedene Zwischenschritte und zuletzt Einsatz eines Farbstoffes sichtbar gemacht werden. Der Pathologe kann die Expression eines bestimmten Proteins im Gewebsschnitt beurteilen. Diese Methode leistet vor allem bei der genauen Charakterisierung eines Tumors eine große Unterstützung für die histopathologische Diagnostik. Zunehmend werden auch Marker eingesetzt, die für die weitere Therapieplanung eines Tumorpatienten von Bedeutung sind. Im Mainzer Institut für Pathologie stehen mittlerweile weit über 100 verschiedene Antikörper für die tägliche Routinediagnostik zur Verfügung. Wir sind stets bestrebt, dieses Panel durch neue und sinnvolle Marker zu ergänzen. Außerdem wird die Qualität der Analyse durch turnusmäßige Ringversuche extern überprüft.

TCRB-Klonalität aus FFPE-Blöcken
TCRB-Klonalität aus FFPE-Blöcken

Molekularpathologie:
In der Molekularpathologie werden die mikroskopisch untersuchten Gewebe- und Flüssigkeitsproben zusätzlich mit Hilfe molekularbiologischer Methoden (PCR, FISH, Gen-Sequenzierung) untersucht. Neben dem Nachweis zahlreicher Erreger (Bakterien, Viren) geht es zunehmend um die Bestimmung von Mutationen in Tumoren, deren Nachweis die Grundlage therapeutischer Entschei-dungen im Rahmen der verschiedenen modernen zielgerichteten Tumor-Therapien sind (Präzisionsmedizin). Daneben bildet die Lymphomdiagnostik mittels Klonalitätsanalyse einen weiteren Schwerpunkt. Schließlich nimmt die massive Parallelsequenzierung (sog. „Next-Generation-Sequencing“) einen immer wichtigeren Platz in Forschung und Diagnostik ein.

Analysenspektrum der Molekularpathologie (Pdf , 127,4 KB)

Nierenbiopsie mit typischen lysosomalen Einschlüssen bei M. Fabry
Nierenbiopsie mit typischen
lysosomalen Einschlüssen
bei M. Fabry
Nierenbiopsie bei einem Patienten mit Lupus erythematodes
Nierenbiopsie bei
einem Patienten mit
Lupus erythematodes

Elektronenmikroskopie:
Die Elektronenmikroskopie erlaubt, subzelluläre Strukturen zu beurteilen, die mit dem Lichtmikroskop nicht mehr darstellbar sind, und pathologische Veränderungen zu erfassen, wie z.B. Strukturstörungen von Glomerula in der Niere, pathologische Speicherprodukte bei Stoffwechselerkrankungen, Erkrankungen der Mitochondrien sowie Aufbaustörung von Herzmuskelzellen oder Zilien in den Atemwegen. Dazu werden ultradünn geschnittene Präparate mit einer bis zu 200.000-fachen Vergrößerung untersucht.

Das Institut für Pathologie besitzt ein modernes, für alle diagnostischen Frage-stellungen eingerichtetes elektronen-mikroskopisches Labor mit zwei Transmissionselektronenmikroskopen sowie einem Rasterelektronenmikroskop.

Thanatophore Dysplasie Typ II, Radiologische Aufnahme
Thanatophore Dysplasie Typ II,
Radiologische Aufnahme
Unreife Lunge Vergr. 50, HE
Unreife Lunge Vergr. 50, HE
Placentazotten, Vergr. 200. Immunchisto (CK)
Placentazotten, Vergr. 200.
Immunchisto (CK)

Kinderpathologie:
Dieser Bereich beschäftigt sich mit angeborenen, krankhaften Veränderungen und umfasst die Entwicklungspathologie des Embryos, des Fetus und der Plazenta, die Perinatalpathologie einschließlich der Adaptationspathologie des Neugeborenen, die Pathologie der Wachstumsstörungen und angeborenen Stoffwechsel-erkrankungen. In den meisten Fällen werden in diesem Bereich fetale Fehlbildungen beschrieben und diskutiert.

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Sekretariat Prof. Roth
Tel. 06131 17-7305

Befundauskunft
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