Zweiteilige Herbststaffel 2026 der Nachtvorlesung 2.0 startet am 24. September

Unter dem Motto „Frauenpower – Kluge Köpfe im #TeamUM für Spitzenpositionen und umfassende Spitzenmedizin" beleuchten Expertinnen die zunehmende Bedeutung von Frauen für und in der Medizin

Am 24. September und 1. Oktober 2026 findet die Herbststaffel der beliebten Veranstaltungsreihe „Nachtvorlesung 2.0“ der Universitätsmedizin Mainz statt. Es referieren Professorinnen, die in den letzten Jahren erfolgreich an die Universitätsmedizin Mainz berufen wurden, und weitere Medizinerinnen aus dem #TeamUM. Die Vorträge verdeutlichen den Besucher:innen die vorliegende Expertise für Spitzenpositionen, beleuchten Fälle universitärer Spitzenmedizin und informieren zudem über gendersensible Präventionsmedizin. Die Nachtvorlesungen 2.0 finden jeweils ab 19.30 Uhr im großen Hörsaal der Chirurgie der Universitätsmedizin Mainz statt (Gebäude 505H, Langenbeckstraße 1, 55131 Mainz). Der Eintritt ist frei.

Im Jahr 1899 wurden Frauen in Deutschland erstmals für ein Medizinstudium zugelassen. Heutzutage sind über 65 Prozent der Medizinstudierenden weiblich. In der Ärzteschaft hat sich das Geschlechterverhältnis mittlerweile im Durchschnitt angeglichen, doch einzelne Disziplinen wie beispielsweise die Chirurgie sind weiterhin männerdominiert. Und der Blick auf die oberste Hierachieebene offenbart häufig ein starkes Ungleichgewicht zugunsten der männlichen Ärzteschaft.

„Umso erfreulicher ist es, dass es der Universitätsmedizin Mainz verstärkt gelungen ist, erfolgreich Frauen auf Spitzenpositionen zu berufen und sie somit in den vergangenen Jahren fünf Professuren und Einrichtungsleitungen mit einer Frau besetzt hat“, betont Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Und ergänzt: „Auch in anderer Hinsicht wird die Medizin der Zukunft weiblicher als früher sein, denn moderne Medizin berücksichtigt die biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau. Sie erforscht Krankheiten, Therapien und Präventionswege geschlechtsspezifisch und nutzt die erzielten Erkenntnisse beispielsweise bei der Verordnung von Arzneimitteln.“

Die Herbststaffel 2026 der Nachtvorlesung 2.0 am 24. September und 1. Oktober rückt daher Medizinerinnen der Universitätsmedizin Mainz und Frauengesundheit in den Vordergrund. Die Themenabende stehen unter dem Motto „Frauenpower – Kluge Köpfe im #TeamUM für Spitzenpositionen und umfassende Spitzenmedizin" und verdeutlichen die am Standort vorhandene weibliche Expertise sowie die Relevanz geschlechtsspezifischer Erforschung und Behandlung von Krankheiten.

 

Kluge Frauen im #TeamUM für umfassende Spitzenmedizin

Das Oberthema für die Nachtvorlesung am 24. September lautet „Kluge Frauen im #TeamUM für umfassende Spitzenmedizin“. Zu Beginn erfahren die Besucher:innen, dass Spitzenmedizin viel Detektivarbeit erfordern kann, insbesondere dann, wenn im Kindesalter eine seltene Erkrankung auftritt. Der Vortrag von Univ.-Prof. Dr. Corinna Grasemann, Direktorin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, zeigt anhand eines Patientenbeispiels die Herausforderungen auf dem Weg zur Diagnose auf und erklärt, warum bei der Betreuung von Kindern viele Fachrichtungen eng zusammenarbeiten müssen. Es gilt ungewöhnliche Symptomkombinationen zu erkennen und Befunde zusammenzuführen. Spezialisierte Behandlungszentren wie beispielsweise die Villa Metabolica der Universitätsmedizin Mainz bieten für Seltene Erkrankungen im Kindesalter hochspezialisierte Medizin an.

Univ.-Prof. Dr. Nana-Maria Wagner, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie, berichtet in ihrem Vortrag von einem der vielfältigsten, abwechslungsreichsten und für viele andere Disziplinen relevanten medizinischen Fachgebiet: die Anästhesiologie. Seit ihren Anfängen hat es sich stetig weiterentwickelt und ist zu einer Fachdisziplin geworden, die die Patient:innen auf ihren unterschiedlichen Behandlungswegen begleitet. Die moderne Anästhesiologie stützt sich auf fünf zentrale Säulen: Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin inklusive boden- und luftgebundene Notfallrettung, Schmerzmedizin und Palliativmedizin. Die Ärzt:innen leisten lebensrettende Sofortmaßnahmen vor Ort, kümmern sich um einen sicheren Transport in die Klinik und führen die wichtigsten Operationen zusammen mit den chirurgischen Kolleg:innen unmittelbar durch. In der intensivmedizinischen Behandlungsphase kümmern sich die Anästhesist:innen um die Organfunktionen, das beste weitere Vorgehen der Versorgung und die ersten Rehabilitationsmaßnahmen. Bei der Nachtvorlesung 2.0 wird die zentrale Rolle die Anästhesiologie anhand eines schweren Verkehrsunfalls aus mehreren Perspektiven veranschaulicht.

Damit Operationen und andere Therapien gar nicht erst erforderlich werden, setzt die moderne Medizin wo immer möglich auf Prävention. Im Hinblick auf Tumorerkrankungen wird Prävention auch deshalb immer wichtiger, weil die Anzahl der Krebserkrankungen weltweit steigt. Deshalb muss nicht nur in moderne Krebstherapien, sondern vor allem in Prävention und Früherkennung investiert werden. Prävention beginnt lange bevor eine Erkrankung sichtbar wird – und sie umfasst weit mehr als gesunde Ernährung und Bewegung. In der Nachtvorlesung 2.0 erfahren die Besucher:innen von Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg, Direktorin der Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit, welche Faktoren das Krebsrisiko beeinflussen können und welche Rolle beispielsweise die Umwelt, hormonell wirksame Chemikalien und die tägliche Lebensgestaltung spielen. Der Vortrag informiert und gibt Impulse: Was schützt wirklich? Was können Impfungen und Früherkennung leisten? Welches Potential haben kleine Veränderungen und was können die Besucher:innen selbst tun, um ihr Krebsrisiko zu reduzieren?

 

Kluge Frauen im #TeamUM und gendersensible Präventionsmedizin

Eine Woche später, am 1. Oktober 2026 geht es bei der Nachtvorlesung 2.0 zunächst um das Augenlicht und dessen Bedrohung durch die Krankheit Glaukom, im Volksmund als „Grüner Star“ bezeichnet. Sie ist weltweit die zweithäufigste Ursache für irreversible Erblindung. Wie Univ.-Prof. Dr. Verena Prokosch, Direktorin der Augenklink, in ihrem Vortrag erläutert, kommt es bei der Erkrankung zum fortschreitenden Verlust der Nervenzellen in der Netzhaut (Retina). In den frühen Stadien der Erkrankung passiert dies jedoch meist, ohne dass es den Patient:innen auffällt. Dies ändert sich häufig erst, wenn sich die Glaukomerkrankung im fortgeschrittenen Stadium befindet: Das Zentrum des Gesichtsfeldes ist von Gesichtsausfällen betroffen, die Lebensqualität bereits entscheidend eingeschränkt und im schlimmsten Fall droht die erkrankte Person zu erblinden. Soweit muss es jedoch nicht kommen! Denn klinisch sind bereits frühe Krankheitsstadien sichtbar, beispielsweise eine zunehmende Aushöhlung des Sehnervenkopfes und eine Abnahme der Nervenfaserschicht am Augenhintergrund. Und wird der Grüne Star früh erkannt, kann er auch gut behandelt werden. Früherkennungsuntersuchungen beim Augenarzt sind bei dieser Erkrankung daher besonders wichtig.

Nicht um ein Sinnesorgan, sondern um eins der wichtigsten Körperorgane überhaupt geht es anschließend: das Herz. Der Vortrag von PD Dr. Katja Buschmann (Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie) rückt dessen biologischen Unterschiede zwischen Mann und Frau in den Fokus, denn: Frauenherzen schlagen anders! Das bedeutet nicht, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen als gering einzuschätzen sind, ganz im Gegenteil: Sie sind die häufigste Todesursache bei Frauen – 2024 starben deutschlandweit rund 179.000 Frauen daran – mehr als an allen Krebserkrankungen zusammen. Trotzdem wird das Herzerkrankungsrisiko bei Männern laut Leitlinie ab 40 Jahren untersucht, bei Frauen erst ab 50. Dabei zeigen Frauen häufig vergleichsweise untypische Beschwerden, und es gibt Risiken, die es bei Männern gar nicht gibt oder die Frauen deutlich häufiger treffen. Der Vortrag zeigt an zwei Beispielen, wie verschiedene Risiken aussehen können und nennt vier Dinge, die jede Frau für sich selbst präventiv tun kann.

Genderaspekte verändern die Sichtweise, Diagnostik und Therapie verschiedenster medizinischer Disziplinen. Die Endokrinologie geht ebenfalls geschlechtsspezifisch auf die häufig interdisziplinäre Spurensuche. Die Besucher:innen der Nachtvorlesung am 1. Oktober erfahren im Vortrag von Dr. Susanne Theis (Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit) unter anderem, dass auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit durch Hormone beeinflusst werden kann, wie eng Hormonhaushalt und Stoffwechsel zusammenhängen und warum ein Blick auf die Hormone frühzeitig vor Erkrankungen schützen kann. Die Referentin erläutert pathologische Ereignisse der gynäkologischen Endokrinologie, wie beispielsweise ein vorzeitiges Nachlassen der Eierstockfunktion bereits vor dem 40. Lebensjahr, häufig auch als „vorzeitige Wechseljahre“, im Fachjargon als Prämature Ovarialinsuffizienz (POI) bezeichnet. Sie erklärt zudem, was passiert, wenn Hormone, Eierstockfunktion und Stoffwechsel gemeinsam aus dem Takt geraten, es also zu einem Polyendokrinen Metabolischen Ovarialsyndrom (PMOS, ehemals PCOS) kommt, und welche Langzeitfolgen Patientinnen vermeiden können, wenn sie rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden.

 

Die Programme im Einzelnen:

24. September 2026: „Kluge Frauen im #TeamUM für umfassende Spitzenmedizin“

Einführung und Moderation:
Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand

Referentinnen

  • Univ.-Prof. Dr. Corinna Grasemann (Klinik für Kinder- und Jugendmedizin):
    Seltene Erkrankungen im Kindesalter – Spitzenmedizin trifft Forscherdrang
     
  • Univ.-Prof. Dr. Nana-Maria Wagner (Klinik für Anästhesiologie):
    Schwerverletzt nach Verkehrsunfall – die Anästhesiologie begleitet zurück ins Leben
     
  • Univ.-Prof. Dr. Annette Hasenburg (Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit):
    Prävention in der Gynäkologischen Onkologie
     

1. Oktober 2026: „Kluge Frauen im #TeamUM und gendersensible Präventionsmedizin“

Einführung und Moderation:
Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand

Referentinnen

  • Univ.-Prof. Dr. Verena Prokosch (Augenklink):
    Volkskrankheit „Grüner Star“: Was ist das?
  • PD Dr. Katja Buschmann (Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie): 
    „Frauenherzen schlagen anders" — Von der Erkenntnis zur Prävention
  • Dr. Susanne Theis (Klinik für Geburtshilfe und Frauengesundheit):
    Faktencheck gynäkologische Endokrinologie oder was haben Hormone mit Prävention zu tun?!

 

Alle Expertinnen stehen im Anschluss an die Vorträge für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung, moderiert wird die Runde von AZ-Redakteur Michael Bermeitinger. Anschließend besteht die Möglichkeit, sich bei Brezeln und Getränk dem informellen Nachgespräch und Gedankenaustausch zu widmen.

Die Nachtvorlesung 2.0 findet in Kooperation mit der Medizinischen Gesellschaft Mainz statt.

Weitere Informationen: Terminhinweise – Universitätsmedizin Mainz

 

Pressekontakt:

Barbara Reinke, Stabsstelle Unternehmenskommunikation, Universitätsmedizin Mainz,
Telefon 06131 17-7428, E-Mail