Visual Universitätsmedizin Mainz

4. April 2014

Bessere Chancen für Frühgeborene: Station für Risikoschwangere blickt auf erfolgreiches erstes halbes Jahr zurück

Patientinnen mit Schwangerschaftskomplikationen werden auf der Station F4 betreut

Um Frauen mit erhöhtem Risiko für eine Frühgeburt optimal versorgen zu können, hat die Universitätsmedizin Mainz eine Station für werdende Mütter mit Schwangerschaftskomplikationen eingerichtet. Vor genau einem halben Jahr in der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten in Betrieb genommen, sind seitdem 90 Frühgeborene vor der 36. Schwangerschaftswoche, davon 25 mit einem Geburtsgewicht unter 1500g, auf dieser Station pränatal (vorgeburtlich) betreut worden und im Kreißsaal der Universitätsmedizin Mainz zur Welt gekommen.

Vorzeitige Wehentätigkeit oder vorzeitiger Blasensprung vor der 36. Schwangerschaftswoche das sind die klassischen Begleiterscheinungen einer Risikogeburt. Gefahr für Mutter und Kind besteht aber auch bei hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen, die mit massivem Bluthochdruck einhergehen und bei etwa sieben Prozent aller Schwangerschaften vorkommen. Bei diesen Erkrankungen kann es zu einem verminderten kindlichen Wachstum sowie Leber- und Nierenfunktionsstörungen kommen. Nicht minder gefährlich: Eine akute Plazentainsuffizienz, bei der der Mutterkuchen (Plazenta) in seiner Funktion eingeschränkt ist und bei dem das Kind akutem Sauerstoffmangel ausgesetzt ist und es rasch zu sterben droht.

Bei den genannten Schwangerschaftskomplikationen ist das Risiko einer Frühgeburt sehr hoch. Die vor einem halben Jahr eingerichtete Station F4 wurde mit dem Ziel etabliert, Risikoschwangere mit ebendiesen Problemen optimal zu versorgen. Die Station F4 ist mit sechs Betten ausgestattet, die alle über ein CTG (Gerät zur Herzton-Wehen-Schreibung) verfügen. Die Betreuung dieser Frauen führen Hebammen und erfahrene Geburtshelfer aus dem Kreißsaal durch. Eine Hebamme ist pro Schicht für die Frauen zuständig. Direkt nebenan befindet sich die Neugeborenen-Intensivstation. Von dort kann rund um die Uhr ein spezialisiertes Team zur Erstversorgung der Frühgeborenen hinzugezogen werden. „Bereits vor der Geburt sprechen sich Geburtshelfer und Kinderärzte ab, werden Mütter und Väter über die eventuell erforderliche Behandlung ihres Kindes informiert“, berichtet Univ.-Prof. Dr. Eva Mildenberger, Leiterin des Bereiches Neonatologie der Kinderklinik.

„Uns war es besonders wichtig, diese Patienten einerseits in räumlicher Nähe zum Kreißsaal und zur Neugeborenen-Intensivstation zu haben. Andererseits war es unser Anspruch, sie abseits der lebendigen Unruhe einer Wochenstation, wo junge Mütter mit ihren Babys untergebracht sind, zu betreuen“, sagt Dr. Doris Macchiella.

Auch werden auf der Station F4 Frauen nach einem Kaiserschnitt in den ersten Stunden nach der Geburt überwacht und können schon dort die ersten Stunden im engeren Familienkreis verbringen. Anschließend werden sie auf die Wochenstation verlegt.

„Im ersten halben Jahr seit Betreiben der Station F4 sind in unserer Klinik 90 Frühchen zur Welt gekommen. In fast allen Fällen haben wir dort bei den werdenden Müttern – nach der Aufnahme über den Kreißsaal – eine Lungenreifungsprophylaxe durchgeführt“, so der Direktor der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten, Univ.-Prof. Dr. Gerald Hoffmann.

In Mainz ist ausschließlich die Universitätsmedizin als Perinatalzentrum Level I für Behandlung risikoschwangerer Frauen mit den genannten Schwangerschaftskomplikationen und deren Frühgeborene zuständig.  

In der Vergangenheit waren die Risikoschwangeren entweder auf der Wochenstation oder auf einer anderen Station untergebracht. „Das bedeutete auch immer wieder Verlegungen im Kreißsaal zur Abklärung von Auffälligkeiten, das entfällt jetzt mit der Station F4 komplett“, weiß Prof. Hoffmann und ergänzt: „Auch die Tatsache, dass Frauen nach einem Kaiserschnitt heute in familienfreundlicher Umgebung betreut werden können und nur in medizinisch begründeten Einzelfällen  auf unserer intensiven Überwachungsstation betreut werden müssen, ist für alle Beteiligten eine wesentliche Bereicherung.“

Das Wohlfühlambiente kommt auf der Station F4 ebenfalls nicht zu kurz: Aktuell sind Bilder der Mainzer Künstlerin Regina Geißler aus der Galerie Unartig im Eingangsbereich, im Flur und in den Patientenzimmern ausgestellt. In Zukunft soll es weitere Ausstellungen auf der Station geben.

 

Pressekontakt

Oliver Kreft
Stabsstelle Kommunikation und Presse Universitätsmedizin Mainz
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Über die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

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