Prof. Dr. Roland Hardt mit Verdienstkreuz am Bande geehrt: Einsatz für bestmögliche Versorgung geriatrischer Patienten - Gesundheitsminister Clemens Hoch überreicht Auszeichnung
PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT UND GESUNDHEIT (MWG)
Auf Vorschlag von Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier mit Urkunde vom 16. November 2025 Prof. Dr. med. Roland Hardt aus Mainz mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Clemens Hoch, Minister für Wissenschaft und Gesundheit, überreichte, in Vertretung von Ministerpräsident Alexander Schweitzer, dem Mediziner im Rahmen einer Feierstunde die Auszeichnung. Roland Hardt engagiert sich in herausragendem Maße im Bereich der Geriatrie. Auf seine Initiative geht die Entwicklung des „Qualitätssiegels Geriatrie“ Rheinland-Pfalz zurück, das seit seiner Implementierung ein unverzichtbares Qualitätsmanagement-Instrument für die geriatrische Rehabilitation in Rheinland-Pfalz ist.
„Seit der Promotion vor vierzig Jahren hat sich Prof. Dr. Hardt der Verbesserung der Versorgung älterer Menschen mit den damit einhergehenden besonderen Herausforderungen verschrieben. Bereits als junger Arzt hat er sich auf ein Thema fokussiert, das noch keinen festen Platz in der Versorgung hatte und damit auch nicht den einfachen Erfolg garantierte. Sein Einsatz ist geprägt von einem tiefen Verantwortungsgefühl für die Menschen. Der Verdienstorden wird an Menschen verliehen, die über die tägliche Pflichterfüllung hinaus eigene Interessen zurückstellen, um sich dem Gemeinwohl zu widmen, die sich engagieren und die sich einsetzen für unsere Gesellschaft“, sagte Clemens Hoch bei der Überreichung des Bundesverdienstkreuzes.
Prof. Dr. med. Roland Hardt ist seit 2016 Leiter der Abteilung Geriatrie am Zentrum für Allgemeinmedizin an der Universitätsmedizin Mainz, die er im Wesentlichen mit aufgebaut hat. Seit 2018 ist er auch Inhaber einer Stiftungsprofessur für Geriatrie, die von der G. und I. Leifheit Stiftung Nassau gefördert wird.
Roland Hardt spezialisierte sich früh nach seiner Promotion 1986 im Bereich der Geriatrie. Zunächst war er von 1995 bis 2005 Chefarzt der Klinik St. Irminen der Vereinigten Hospitien Trier und war dort maßgeblich am Aufbau und an der Entwicklung der ersten geriatrischen Klinik in Rheinland-Pfalz beteiligt. Auch die Entwicklung des „Qualitätssiegels Geriatrie“ Rheinland-Pfalz, ein von Experten entwickeltes Zertifizierungsverfahren, das speziell für geriatrische Einrichtungen konzipiert wurde, um die Versorgung älterer Menschen in Rheinland-Pfalz zu verbessern und die Pflegebedürftigkeit so weit wie möglich hinauszuzögern, geht im Wesentlichen auf seine Initiative zurück. In Rheinland-Pfalz hat dieses Siegel eine besondere Bedeutung, da das Bundesland vor über 20 Jahren Vorreiter bei der Einführung spezifischer Qualitätssiegel für geriatrische Rehabilitation war. 2005 wechselte Hardt an das Katholische Klinikum Mainz, wo er die erste Akutgeriatrie in Rheinland-Pfalz als Modellprojekt in klinischer Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Mainz aufbaute.
In den Jahren 2009 und 2016 wirkte der Mainzer wesentlich an der Entwicklung des ersten und zweiten Geriatrieplans des Landes Rheinland-Pfalz mit, ein zentrales Strukturpapier zur medizinischen Versorgung älterer Menschen. Der Plan zielt darauf ab, angesichts des demografischen Wandels eine flächendeckende, wohnortnahe und abgestufte geriatrische Versorgung zu gewährleisten. Zudem ist er am Projekt Geriatrisches Netzwerk (GerNe) beteiligt. Dieses führt die Universitätsmedizin Mainz gemeinsam mit der Geriatrischen Fachklinik Rheinhessen-Nahe, dem Marienkrankenhaus Nassau und dem St. Marien- und Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen durch. Ziel ist, in Rheinland-Pfalz die Kommunikation zwischen den geriatrischen Kliniken und den niedergelassenen Hausärzten zu optimieren, um die Versorgung der geriatrischen Patienten weiter zu verbessern. Daneben engagiert sich der Mediziner in der ärztlichen Selbstverwaltung, ist seit 2005 Mitglied der Vertreterversammlung der Bezirkskammer Rheinhessen und der Vertreterversammlung der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz. Auch bei der Entwicklung der bundesweit ersten Weiterbildungsordnung im Bereich Geriatrie unterstützte Prof. Dr. Hardt mit seiner fachlichen Expertise.
Seit 2010 ist Hardt Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Geriatrie im Bundesverband. Zudem ist er Referent bei Weitereingliederungskursen der Akademie für Ärztliche Fortbildung für Ärztinnen und Ärzte und ein gefragter Gutachter und Prüfer in Weiterbildungsfragen mit Schwerpunkt Geriatrie.
„Prof. Roland Hardt hat an unterschiedlichsten Orten die Entwicklung der Geriatrie entscheidend vorangebracht und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen geschaffen. Der Erfolg seines Engagements lässt sich daran ablesen, dass die Geriatrie inzwischen nicht nur eng mit der Grundversorgung verknüpft ist, sondern sich auch in zahlreichen Krankenhäusern als eigenständige Fachrichtung etablieren konnte und den medizinischen Nachwuchs für sich gewinnt. Dafür spreche ich ihm meinen großen Respekt und meine Anerkennung aus und gratuliere zu dieser Ehrung“, sagte Staatsminister Clemens Hoch.
Hintergrund:
Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitativen Bereich. Er ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung in Deutschland und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
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