Augenlaserbehandlungen korrigieren Fehlsichtigkeiten, indem die Brechkraft der Hornhaut gezielt verändert wird. Je nach Verfahren wird dafür entweder Hornhautgewebe mit einem Excimer-Laser abgetragen oder mit einem Femtosekundenlaser ein feines Hornhaut-Lentikel präpariert und entfernt. Laserverfahren kommen vor allem bei Kurzsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und in ausgewählten Fällen bei Weitsichtigkeit infrage. Welche Methode geeignet ist, hängt wesentlich von der Hornhautdicke, der Hornhautform, der Höhe der Fehlsichtigkeit und dem individuellen Risikoprofil ab. Die KRC-Übersicht von DOG und BVA betont ebenfalls, dass die konkrete Verfahrenswahl wesentlich von den Untersuchungsergebnissen abhängt.

SMILE / Laser-Lentikel-Extraktion

SMILE, auch Laser-Lentikel-Extraktion genannt, ist ein minimal-invasives Laserverfahren zur Korrektur der Kurzsichtigkeit, häufig auch in Kombination mit einer Hornhautverkrümmung. Dabei wird mit einem Femtosekundenlaser im Inneren der Hornhaut ein hauchdünnes Gewebescheibchen, das sogenannte Lentikel, vorbereitet und über einen sehr kleinen Schnitt entfernt. Ein Hornhautdeckel, wie bei der LASIK, ist hierbei nicht erforderlich.

Der Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die Oberfläche der Hornhaut nur sehr wenig eröffnet wird. Dadurch bleibt ein großer Teil der oberen Hornhautschichten erhalten. Dies kann insbesondere bei geeigneter Ausgangssituation für die Stabilität der Hornhaut und für den Tränenfilm von Bedeutung sein. Nach Angaben der KRC eignet sich die Laser-Lentikel-Extraktion vor allem zur Korrektur der Kurzsichtigkeit von etwa -1 bis -8 Dioptrien; der Anwendungsbereich ist damit enger als bei der Femto-LASIK.

SMILE kann besonders für Patientinnen und Patienten interessant sein, die eine moderne, flapfreie Laserbehandlung wünschen. Ob das Verfahren im Einzelfall geeignet ist, entscheiden wir nach sorgfältiger Vermessung der Hornhaut und der gesamten optischen Situation des Auges.

Femto-LASIK

Die Femto-LASIK ist ein etabliertes Augenlaserverfahren mit breitem Anwendungsbereich. Dabei wird zunächst mit einem Femtosekundenlaser ein dünner Hornhautdeckel, der sogenannte Flap, präpariert. Anschließend wird die darunterliegende Hornhaut mit einem Excimer-Laser so modelliert, dass die Fehlsichtigkeit korrigiert wird. Danach wird der Flap wieder zurückgelegt.

Die Femto-LASIK kann bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung eingesetzt werden, sofern die Hornhaut dafür geeignet ist. 

Ein Vorteil der Femto-LASIK ist die meist schnelle visuelle Erholung. 

PRK / LASEK

PRK und LASEK sind Oberflächenlaser-Verfahren. Anders als bei der Femto-LASIK wird kein Hornhautdeckel präpariert. Stattdessen wird die oberste Zellschicht der Hornhaut entfernt oder zur Seite geschoben, bevor die Fehlsichtigkeit mit dem Excimer-Laser korrigiert wird. Anschließend heilt die Oberfläche innerhalb weniger Tage wieder zu.

Diese Verfahren können insbesondere dann eine Option sein, wenn die Hornhaut für eine Femto-LASIK oder SMILE-Behandlung nicht optimal geeignet ist, zum Beispiel bei dünnerer Hornhaut oder bestimmten anatomischen Voraussetzungen. Die KRC beschreibt die PRK als Alternative bei dünner Hornhaut und nennt als mögliche Anwendungsbereiche Kurzsichtigkeit bis etwa -6 Dioptrien sowie Weitsichtigkeit bis etwa +3 Dioptrien, jeweils abhängig von der individuellen Situation.

Der Heilungsverlauf ist bei PRK/LASEK meist etwas länger als bei Femto-LASIK oder SMILE. In den ersten Tagen können Fremdkörpergefühl, Tränen, Lichtempfindlichkeit oder Schmerzen auftreten. Dafür bleibt die Hornhaut biomechanisch besonders geschont, da kein Flap entsteht.