Welche Intraokularlinsen bieten wir an?
Torische Intraokularlinsen
Eine torische Intraokularlinse kommt infrage, wenn zusätzlich zum Grauen Star eine relevante Hornhautverkrümmung, also ein Astigmatismus, besteht. Bei einer Standardlinse bleibt eine solche Hornhautverkrümmung häufig teilweise bestehen und muss nach der Operation weiterhin mit einer Brille ausgeglichen werden. Eine torische Linse kann diese Verkrümmung direkt im Auge mitkorrigieren.
Damit eine torische Linse ihre Wirkung optimal entfalten kann, muss sie exakt berechnet und während der Operation präzise in der richtigen Achse ausgerichtet werden. Dazu führen wir vor der Operation eine genaue Vermessung der Hornhaut und der Augenlänge durch.
Torische Linsen sind besonders geeignet für Patientinnen und Patienten, die nach der Kataraktoperation eine möglichst gute Fernsicht mit weniger Abhängigkeit von einer Fernbrille erreichen möchten. Für das Lesen in der Nähe ist je nach gewähltem Linsenkonzept meist weiterhin eine Lesebrille erforderlich.
EDOF-Linsen / Linsen mit erweitertem Sehbereich
EDOF steht für „Extended Depth of Focus“, also einen erweiterten Tiefenschärfebereich. Diese Linsen sind darauf ausgelegt, nicht nur einen einzelnen Brennpunkt abzubilden, sondern den nutzbaren Sehbereich zu erweitern. Dadurch kann häufig ein gutes Sehen in der Ferne und im Zwischenbereich erreicht werden, zum Beispiel beim Autofahren, am Computer, beim Kochen oder bei vielen Alltagstätigkeiten.
Im Vergleich zu klassischen multifokalen Linsen steht bei EDOF-Linsen oft ein natürlicheres Sehempfinden mit einem breiteren Sehbereich im Vordergrund. Für sehr kleine Schrift oder längeres Lesen kann dennoch eine Lesebrille erforderlich sein. EDOF-Linsen können auch als torische Variante eingesetzt werden, wenn zusätzlich eine Hornhautverkrümmung korrigiert werden soll. Die KRC-Empfehlungen von DOG und BVA führen EDOF-Linsen als Teil der mehrfokalen beziehungsweise presbyopiekorrigierenden Intraokularlinsen auf.
Multifokale und trifokale Intraokularlinsen
Multifokale beziehungsweise trifokale Intraokularlinsen verteilen das einfallende Licht auf mehrere Brennpunkte. Dadurch kann das Sehen in mehreren Entfernungen unterstützt werden: in der Ferne, im Zwischenbereich und in der Nähe. Ziel ist eine möglichst große Unabhängigkeit von Brille oder Lesebrille. Die KRC beschreibt multifokale Linsen entsprechend als Linsen, die durch mehrere Brennpunkte scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen ermöglichen können.
Diese Linsen können besonders interessant sein für Patientinnen und Patienten, die nach der Kataraktoperation möglichst viel Alltagsaktivität ohne Brille durchführen möchten, zum Beispiel Lesen, Bildschirmarbeit oder Sehen in der Ferne. Gleichzeitig erfordern multifokale und trifokale Linsen eine besonders sorgfältige Auswahl. Nicht jedes Auge ist dafür geeignet. Erkrankungen der Netzhaut, relevante Hornhautunregelmäßigkeiten, ausgeprägte Trockenheit der Augen oder bestimmte berufliche Anforderungen können gegen diese Linsenform sprechen.
Mögliche Begleiterscheinungen sind Blendempfindlichkeit, Lichthöfe um Lichtquellen oder ein verändertes Kontrastsehen, vor allem bei Dämmerung und Nacht. Diese Effekte sind nicht bei allen Patientinnen und Patienten gleich ausgeprägt, sollten aber vor der Entscheidung offen besprochen werden.