Sehgrube (gelber Fleck)/Punkt des schärfsten Sehens
Die Entwicklung der Sehgrube, also dem Punkt des schärfsten Sehens im hinteren Pol des Auges beginnt im Mutterleib mit der 22. Woche nach der letzten Regel der Mutter. Sie ist erst mit einem Alter von ca. 4 Jahren abgeschlossen [Hendrickson et al.]. Es wird vermutet, dass eine zu frühe Geburt und die abrupten Umweltveränderungen, die damit einhergehen, die Entwicklung der Sehgrube beeinflussen.
Die Sehgrube kann mithilfe von Geräten wie der optischen Kohärenztomographie (kurz OCT) auch im Querschnitt sichtbar gemacht werden und mithilfe der Abbildung mehrerer Schichten als dreidimensionales Bild zusammengefügt werden. Eine solche Aufnahme ist im Folgenden dargestellt:
Das obige Video zeigt OCT-Aufnahmen eines gesunden Auges: Der linke Teil des Bildes zeigt die Ansicht, die man hat, wenn man von vorne durch die Pupille auf den Augenhintergrund blickt. Der rechte Teil des Bildes zeigt den Querschnitt durch die Netzhaut. Hier kann man gut die einzelnen Schichten der Netzhaut erkennen, durch die das Licht zur Zwischenverarbeitung gelangt, bevor es über die Nervenfaserschicht zum Sehnerven und weiter zum Gehirn geleitet wird. Der Schichtenaufbau und die Funktionen der einzelnen Zellen sind sehr komplex. Viele Leute kennen die Zapfen und Stäbchen als die Sehsinneszellen. Diese befinden sich im äußeren Bereich der Netzhaut und sind für das Farb- bzw. Dämmerungssehen zuständig. Die aufgenommenen Reize werden über weitere zwischengestellte Zellen verarbeitet, welche hier nicht gesondert erläutert werden, da ihre Funktion sehr komplex ist. Die Informationen landen schließlich in den Ganglienzellen, deren Fortsätze dann die Nervenfasern bilden, die die Informationen weiter zum Gehirn leiten.
Und Ktkvtsh, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Stoppt man das Video in der Mitte der Aufnahme, so erkennt man deutlich, weshalb die Sehgrube als Sehgrube bezeichnet wird. Es handelt sich hierbei tatsächlich um eine kleine Einbuchtung, die genau in der Phase der mittleren bis späten Schwangerschaft entsteht und sich noch bis zum 4. Lebensjahr weiter ausbildet. An diesem Punkt befindet sich die Stelle mit der höchsten Auflösung, also der besten Sehschärfe. Beeinträchtigungen der Netzhaut in diesem Bereich können sich also schnell auf die Sehfähigkeit auswirken.
Die unzureichende Ausbildung der Sehgrube wird auch als „foveale Hypoplasie“ bezeichnet. „Fovea“ ist der Fachbegriff für die Sehgrube (von lateinisch: „fovea“- „Grube“) und Hypoplasie bezeichnet die unzureichende Ausbildung. Eine solche foveale Hypoplasie ist im folgenden Bild dargestellt. Links erkennt man wieder die Übersicht der Netzhaut von vorne, während das rechte Bild den Punkt im Auge zeigt, an dem sich eigentlich die Sehgrube befinden sollte:
Ergebnisse der GPS zur Sehgrube
Bei einer Extremform dieser unzureichenden Ausbildung entsteht gar keine Sehgrube. Unsere Studie hat gezeigt, dass die Sehgrube im Erwachsenenalter umso dicker und häufiger unterentwickelt war, je früher jemand geboren wurde. Am stärksten betroffen waren Menschen mit einer Frühgeborenen-Retinopathie, besonders wenn sie behandelt werden mussten. Diese Veränderungen gingen mit einer schlechteren Sehschärfe einher [GPS-Artikel Retinale Schichtdicke und Foveale Hypoplasie]. Außerdem war der Zusammenhang bei Männern ausgeprägter als bei Frauen [GPS-Artikel Sex-specific differences]. Neuere Ergebnisse deuten darauf hin, dass nicht ein geringes Geburtsgewicht, sondern allein die zu frühe Geburt und ihre Begleitumstände für diese Entwicklungsstörung verantwortlich sind [GPS-Artikel Macular Morphology].