Visual Universitätsmedizin Mainz

Weiterbildender Masterstudiengang Medizinethik –
Praxisbezug

Die besondere praktische Relevanz des Studienganges „Medizinethik” ergibt sich auf drei Ebenen.

Auf gesellschaftlicher Ebene sind wir zunehmend vor die Aufgabe gestellt, komplexe medizinische Sachverhalte hinsichtlich ihrer normativen Relevanz zu durchdringen, um Entscheidungen über gegenwärtige Ausrichtung und zukünftige Entwicklung medizinischer Forschung und Versorgung auf verantwortliche Art und Weise treffen zu können. Der Studiengang vermittelt allen, die an solchen Entscheidungsprozessen direkt oder indirekt beteiligt sind, die hierzu erforderliche Problemlösungskompetenz.

Auf institutioneller Ebene werden Fragen der Versorgung und Forschung häufig in einem Beziehungsgeflecht von medizinischen, ethischen, rechtlichen und ökonomischen Faktoren diskutiert. Der Studiengang vermittelt in ärztlichen oder administrativen Leitungsfunktionen Tätigen das Hintergrundwissen, in Entscheidungsgremien (Leitungskollegien, klinische Vorstände, Mitglieder von Ethikkommissionen) pragmatische Probleme von normativ-ethischen Problemen zu unterscheiden, um so die Kompetenz zu erhöhen, auf institutioneller Ebene auch angesichts häufig knapper Ressourcen gleichermaßen medizinisch sinnvolle, ethisch rechtfertigbare und sozial verträgliche Entscheidungen herbeizuführen.

Im Rahmen alltäglichen ärztlichen Entscheidens und Handelns kommt es in Folge von Innovation und Leistungsinduktion vermehrt zu normativ-ethischen Grenzsituationen. Daher bietet der Studiengang all jenen, die in situatives medizinisches Problemlösen eingebunden sind, Hintergrundwissen und Argumentationsstrategien an, mit denen normative Konflikte im klinischen Alltag besser verstanden, abgewogen und im medizinischen Team gemeinsam mit Patienten einer Lösung zugeführt werden können.

Diese Lehrziele werden im weiterbildenden Studiengang „Medizinethik” durch die enge Verzahnung einer fundierten theoretischen Ausbildung mit gesellschaftlichen, institutionellen und klinisch-praktischen Anwendungsbeispielen erreicht. Hierzu dienen insbesondere klinisch-ethische Fallseminare, die als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden.