Schmerzschwerpunkt Mainz – Behandlung chronischer Schmerzen

Chronische Schmerzen gehören zu den häufigsten und zugleich am schwierigsten zu behandelnden Gesundheitsproblemen. Viele Betroffene haben bereits zahlreiche Untersuchungen, Therapieversuche und medikamentöse Behandlungen hinter sich – oft ohne anhaltende Besserung. Befunde erscheinen widersprüchlich, Erklärungen bleiben unbefriedigend, und nicht selten entsteht das Gefühl, mit den eigenen Beschwerden nicht wirklich verstanden oder ernst genommen zu werden.

Leistungssport und chronische Schmerzen? - hier geht's zum Schwerpunkt ...

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Schmerzschwerpunkt der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz bietet spezialisierte Hilfe bei chronischen Schmerzen und komplexen Schmerzstörungen, wenn bisherige Therapien ohne Erfolg blieben.
  • Als universitäre Einrichtung kombinieren wir ambulante, teilstationäre und stationäre Angebote mit interdisziplinärer Diagnostik und Therapie sowie innovativen Ansätzen.
  • Ziel ist ein umfassendes Verständnis der individuellen Schmerzursachen und die Entwicklung eines modularen Behandlungsschemas. Dabei finden stets körperliche, nervale und psychosoziale Faktoren Berücksichtigung (biopsychosoziales Modell).

 

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Spezialisierte Behandlung bei chronischen Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und weiteren komplexen Syndromen in Mainz

Der Schmerzschwerpunkt Mainz richtet sich insbesondere an Menschen mit komplexen, lang anhaltenden oder therapieresistenten Schmerzverläufen, bei denen eine rein somatische Behandlung nicht ausreichend wirksam war oder an ihre Grenzen gestoßen ist.

Diese Liste der behandelten Schmerzformen dient der Orientierung. Entscheidend ist nicht allein die Diagnose, sondern die individuelle Kombination aus Schmerzmechanismen, psychischer Belastung und funktionellen Einschränkungen, die eine spezialisierte, interdisziplinäre Behandlung sinnvoll machen.

Am Schmerzschwerpunkt Mainz werden unter anderem diese Schmerzformen behandelt:

  • Chronische Rückenschmerzen, Nackenschmerzen oder Ganzkörperschmerzen
  • Kopfschmerzen und Gesichtsschmerzen, einschließlich temporomandibulärer Schmerzen (CMD)
  • Funktionelle oder somatoforme Schmerzsyndrome
  • Schmerzen mit ausgeprägter Krankheitsangst oder Vermeidungsverhalten
  • Schmerzen in Verbindung mit Depression, Angststörungen oder Traumafolgestörungen
  • Therapieresistente Schmerzen nach Operationen oder im Rahmen somatischer Erkrankungen, z. B. bei Reizdarmsyndrom, Endometriose oder Neuropathien
  • Chronische primäre Schmerzerkrankungen wie das Fibromyalgiesyndrom oder das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS)
  • Chronische Unterleibsschmerzen
  • Komplexe Schmerzsyndrome bei Leistungs- und Hochleistungssportler:innen, etwa im Zusammenhang mit Verletzungen, Überlastung oder leistungsbezogenem Stress

Interdisziplinäre Versorgung: Ihr Expertenteam für Schmerztherapie in Mainz

Der Schmerzschwerpunkt Mainz an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie wurde entwickelt, um bei ausbleibendem Therapieerfolg weiterzuhelfen. Als universitärer Schwerpunkt an der Universitätsmedizin Mainz verbinden wir ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote mit moderner psychosomatischer Schmerzmedizin und strukturierter interdisziplinärer Diagnostik. Dabei arbeiten wir eng mit somatischen Fachdisziplinen zusammen, insbesondere mit Orthopädie und Unfallchirurgie, Neurologie, Gynäkologie, Gastroenterologie, Kardiologie sowie der Sportmedizin.

Fundierte Schmerzdiagnostik statt schneller Lösungen

Ziel unseres Ansatzes ist keine schnelle Lösung um jeden Preis, sondern ein fundiertes Verstehen der individuellen Schmerzproblematik. Dazu gehören eine klare medizinische und psychosoziale Einordnung, die gleichwertige Berücksichtigung somatischer und psychotherapeutischer Aspekte sowie die Entwicklung eines realistischen, individuell begründeten nächsten Behandlungsschritts. Als universitärer Standort bringen wir aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse systematisch in die klinische Versorgung ein und prüfen neue Behandlungsansätze im Rahmen von Forschung und klinischer Evaluation.

Ein besonderer Schwerpunkt unseres Zentrums liegt in der Versorgung von Patient:innen mit seltenen und komplexen Schmerzerkrankungen, für die eine spezialisierte, interdisziplinäre Einordnung und Koordination der Behandlung erforderlich ist.

Univ.-Prof. Dr. Jonas Tesarz

Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Spezialist für Komplexe Schmerzstörungen

 

Kurz erklärt: Was sind komplexe Schmerzstörungen?

Komplexe Schmerzstörungen oder „Chronische Schmerzen“ sind lang anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen, bei denen körperliche, nervale, psychische und soziale Faktoren eng zusammenwirken. Die Beschwerden lassen sich häufig nicht durch einen einzelnen strukturellen Befund ausreichend erklären, sondern entstehen aus einer veränderten Verarbeitung von Schmerz im Nervensystem und dessen Einbettung in den Lebenskontext der betroffenen Person.

Symptome chronischer Schmerzen: Wenn Schmerz zum Begleiter wird

Typischerweise zeigen sich mehrere der folgenden Merkmale:

  • Die Schmerzen bestehen länger als drei bis sechs Monate.
  • Mehrere Körperregionen können gleichzeitig oder wechselnd betroffen sein.
  • Die Belastung im Alltag, im Beruf oder im Sport nimmt deutlich zu.
  • Begleitende Symptome wie Unsicherheit, Angst, Erschöpfung oder Schlafstörungen treten hinzu.

Chronische Schmerzen & Schmerzgedächtnis: wir nehmen Ihre Schmerzen ernst

Psychische Faktoren wie belastende Lebenssituationen oder traumatische Erfahrungen sind häufig nicht der ursprüngliche Auslöser chronischer Schmerzen. Sie können jedoch dazu beitragen, dass Schmerzen intensiver, bedrohlicher oder schwerer beeinflussbar erlebt werden. In besonders komplexen Verläufen können sie eine Rolle dabei spielen, dass Schmerzen fortbestehen, obwohl die ursprüngliche körperliche Ursache längst abgeheilt ist.

Diese Schmerzen sind real. Sie beruhen nicht auf Einbildung, sondern auf nachvollziehbaren Veränderungen der Schmerzverarbeitung im Nervensystem, die durch anhaltende Belastung, Überforderung oder frühere Verletzungen verstärkt und aufrechterhalten werden können (Schmerzgedächtnis).

Häufige Fragen (FAQ)

Nein. „Psychosomatisch“ bedeutet nicht „ohne körperliche Ursache“, sondern dass körperliche und psychische Prozesse gemeinsam betrachtet werden. Auch bei klar nachweisbaren körperlichen Befunden kann eine psychosomatische Einordnung sinnvoll sein.

Gemeinsam mit weiteren Einrichtungen der Universitätsmedizin bilden wir ein hochspezialisiertes Schmerzzentrum in Mainz.

Unser Schwerpunkt liegt auf einer psychosomatisch fundierten, psychotherapeutisch fokussierten Schmerzbehandlung, die eng mit somatischen und nicht-invasiven Verfahren verzahnt ist. Als universitäre Einrichtung können wir zudem innovative Ansätze im Rahmen klinischer Studien anbieten. Besondere Expertise besteht unter anderem in den Bereichen EMDR, Sport- und Leistungspsychologie sowie emotionsfokussierten und psychodynamischen Therapieansätzen wie der ISTDP.

Die Aufnahme erfolgt in der Regel nach einem ambulanten Vorgespräch.

Für gesetzlich Versicherte ist eine Überweisung erforderlich, privat Versicherte können zeitnah Termine in der Privatambulanz vereinbaren. Die Kosten werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.

Detaillierte Informationen zu Anmeldung, Wartezeiten und Unterlagen finden Sie unter Aufnahme & Kontakt.


Autor: Univ.-Prof. Dr. Jonas Tesarz

Zuletzt aktualisiert: 01. Februar 2026