Rassistische Diskriminierung im Kontext psychischer Gesundheitsversorgung (RaDiGe)

Online-Fachtag „Rassismussensible Psychotherapie - Perspektiven für die Praxis“

 

Datum: 21.11.2026
Uhrzeit: 9:30 – 15:45 Uhr

 

Sehr geehrte Kolleg*innen, sehr geehrte Interessierte,

wir laden Sie herzlich zu unserem Online-Fachtag am 21.11.2026 von 9:30 – 15:45 Uhr zum Thema Rassismussensible Psychotherapie ein. Die Teilnahme ist kostenfrei und eine Akkreditierung durch die Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz ist geplant, sodass Sie Aus- und Weiterbildungspunkte erhalten können.   

Rassismus prägt Lebensrealitäten, beeinflusst psychische Gesundheit und wirkt auch innerhalb psychotherapeutischer Kontexte. Für viele Menschen gehören rassistische Erfahrungen zum Alltag - mit Auswirkungen auf psychisches Wohlbefinden, Selbstbild, Beziehungen und den Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung. Psychotherapeut*innen sind gefordert, die Bedeutung von Rassismus als gesellschaftlichen und individuellen Belastungsfaktor zu erkennen und die eigene Praxis rassismussensibel zu gestalten. Dies umfasst sowohl die Auseinandersetzung mit den Erfahrungen von Patient*innen als auch die Reflexion eigener Positionierungen, Perspektiven und institutioneller Rahmenbedingungen. Der Fachtag vereint Fachvorträge, praxisnahe Impulse sowie Raum für Austausch und kritische Reflexion. Gemeinsam wollen wir der Frage nachgehen, wie Psychotherapie den Auswirkungen von Rassismus gerecht werden kann und welche Kompetenzen, Haltungen und Strukturen eine rassismussensiblere Versorgung fördern.

Der Fachtag wird von der Universitätsmedizin Mainz im Rahmen des vom BMFTR geförderten Verbundprojekts RaDiGe veranstaltet.  Eingeladen sind Psychotherapeut*innen, Psycholog*innen, Ärzt*innen, Aus- und Weiterbildungskandidat*innen sowie alle Interessierten, die sich mit den Auswirkungen von Rassismus auf psychische Gesundheit und psychotherapeutische Prozesse auseinandersetzen möchten. Die Veranstaltung wird in deutscher Sprache ohne Übersetzung durchgeführt. 

Wir bitten um Anmeldung bis zum 06.11.2026. Das Online-Anmeldeformular finden Sie am Ende der Website.
 

Das Programm

09.30    Begrüßung und Grußworte
                Dr. Aisha-Nusrat Ahmad 
                Wissenschaftliche Leitung Wissensnetzwerk Rassismusforschung (WinRa), 
                DeZIM-Institut


10.00   Vortrag: Ergebnisse aus dem Verbundprojekt RaDiGe
               Helena Dieterle & Miriam Nicolai
               Universitätsmedizin Mainz
               Prof. Dr. Sören Kliem & Sebastian Fischer
               Ernst-Abbe-Hochschule Jena
               Prof. Dr. Mita Banerjee
              Johannes Gutenberg-Universität Mainz


11.00   Vortrag: Rassismuskritische Psychotherapie
               Prof. Dr. Berrin Özlem Otyakmaz
               Psychologische Psychotherapeutin (VT), Universität Kassel


11.45    Mittagspause


12.30    Parallel stattfindende Workshops (Maximal 25 Personen pro Workshop):
               

Verbunden und gestärkt – Gemeinsam handlungsfähig im Umgang 
               mit Rassismus im  Beruf (BIPoC only)
               Jasmin Abou El Naga

               Psychotherapeutin in Ausbildung (VT), Referentin
               

Innerer unbewusster Rassismus - Was ist das und was hat das mit mir
               als Therapeut*in zu tun?

               Tita Heyn
               Psychologische Psychotherapeutin (TP), Dozentin, Supervisorin, Netzwerk
               Rassismuskritische Psychotherapie Hamburg 

               

Rassismuskritisch Denken und Handeln im psychotherapeutischen Arbeitsalltag
               Zami Khalil
               Psychologischer Psychotherapeut (TP), Bildungsreferent
               

„Ich spreche aus einer weißen, cisgender…“ – Selbstpositionierung 
               in psychodynamischen Psychotherapien

               Steffen Schödwell
               Psychologischer Psychotherapeut (AP & TP)


14.00    Pause


14.45   Vortrag: Rassismuskritik als Professionalisierungsaufgabe
               Patiani Batchati  
               Psychotherapeutin in Ausbildung (ST), wissenschaftliche Referentin,
               Rassismuskritische Psychotherapie e.V.

               Marcel Badra
               Psychologischer Psychotherapeut (VT), Zentrum ÜBERLEBEN, Rassismuskritische
               Psychotherapie e.V


15.15 - 15:45  Abschluss


    

Die Referent*innen

Helena Dieterle

M.Sc. Helena Dieterle ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsmedizin Mainz und Ausbildungskandidatin in tiefenpsychologischer Fachkunde am WePP. Im Rahmen ihrer Tätigkeit bei RaDiGe beschäftigt sie sich insbesondere mit qualitativen Daten zu psychischen Belastungen im Zusammenhang mit Rassismuserfahrungen.

Miriam Nicolai

M.Sc. Miriam Nicolai ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt RaDiGe an der Universitätsmedizin Mainz und Psychotherapeutin in Ausbildung mit dem Schwerpunkt Verhaltenstherapie. Sie forscht mit Fokus auf quantitativen Daten insbesondere zu Resilienz und psychisher Gesundheit in Zusammenhang mit Rassismuserfahrungen.

Sören Kliem

Prof. Dr. Sören Kliem ist Professor für Kriminologie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und forscht dort insbesondere zu Jugendgewalt, Jugendkriminalität, Delinquenz sowie die Prävention dieser Phänomene. Seine Arbeit fokussiert sich unter anderem auf partnerschaftliche und häusliche Gewalt, Teen-Dating-Violence, Bullying, Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, Antisemitismus und Rechtsextremismus. Im RaDiGe-Projekt leitet Prof. Kliem ein Teilprojekt zu Zugangswegen zu psychotherapeutischer Versorgung von Menschen, die Rassismus erfahren. 
 

Sebastian Fischer

M.Sc. Sebastian Fischer ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena. Neben der Forschung zu Ungleichbehandlung in der psychotherapeutischen Versorgung aufgrund von Herkunft, sozialem Status oder Geschlecht liegen seine Forschungsschwerpunkte in mittel- und langfristigen Auswirkungen von Frühprävention, Kindesmisshandlung und -vernachlässigung, partnerschaftlicher und häuslicher Gewalt sowie Delinquenzforschung. Im RaDiGe-Projekt forscht er zu Zugangswegen zu psychotherapeutischer Versorgung von Menschen, die Rassismus erfahren.
 

Mita Banerjee

Prof. Dr.  Mita Banerjee ist Professorin für Amerikanistik am Obama Institute for Transnational American Studies sowie Direktorin des Gutenberg Forschungskollegs (GFK) an der Johannes-Gutenberg Universität Mainz. In ihrer Forschung befasst sie sich u.a. mit Fragen von Migration und Ethnizität, Whiteness Studies, Medical Humanities und Aging Studies. Sie ist Autorin von sieben Monografien, darunter Medical Humanities in American Studies (2018) und Centenarians’ Autobiographies (2023). Sie ist Mitglied des DFG- Sonderforschungsbereichs „Humandifferenzierung“ und der DFG- Forschungsgruppe „CORE - Critical Online Reasoning in Higher Education". 
 

Berrin Özlem Otyakmaz

Prof. Dr. Berrin Özlem Otyakmaz ist psychologische Psychotherapeutin (VT) und Professorin für psychologische Grundlagen der Sozialen Arbeit an der Universität Kassel. Zu ihren Forschungs- und Lehrschwerpunkten zählen psychische Auswirkungen von Rassismus, rassismusbasiertes Trauma, rassismuskritische und diversitätssensible Psychotherapie, Beratung und Soziale Arbeit.
 

Jasmin Abou El Naga

M.Sc. Jasmin Abou El Naga ist Psychologin und befindet sich derzeit in fortgeschrittener Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin (VT). Dort leitet sie das Seminar “Macht- und Diskriminierungssensibilität in der Psychotherapie” und hat die gleichnamige Arbeitsgruppe mit dem Schwerpunkt Rassismus initiiert. In Kooperation mit Bildungsstätten, Kliniken und Vereinen hält sie außerdem Vorträge und Workshops zu Diskriminierungssensibilität - insbesondere zu Rassismuserfahrungen im beruflichen Kontext. Dabei verbindet sie fachliche Perspektiven aus Psychologie und Psychotherapie mit ihren eigenen Erfahrungen als von Rassismus betroffene Person.
 

Tita Heyn

Dipl.-Psych. Tita Heyn ist niedergelassene Psychologische Psychotherapeutin für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie mit Erwachsenen in Einzel- und Gruppensetting in Hamburg. Zudem ist sie seit fünf Jahren als Dozentin und Supervisorin tätig. Seit 2023 bietet sie Seminare zu Rassismus- & diskriminierungssensibler Psychotherapie an und hält Vorträge zu innerem Rassismus. Sie ist Mitbegründerin des Ausschusses für Diversität und Antidiskriminierung der Psychotherapeutenkammer Hamburg (2024) und seit 2025 Teil des Netzwerks rassismuskritische Psychotherapie Hamburg.
 

Steffen Schödwell

M.Sc. Steffen Schödwell ist niedergelassener Psychologischer Psychotherapeut für tiefenpsychologisch fundierte und analytische Psychotherapie mit Erwachsenen in Berlin-Kreuzberg.  Zuvor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Interkulturelle Psychotherapie & Psychiatrie (ZIPP) an der Charité Berlin klinisch und wissenschaftlich tätig. Er hat zu den Themen Rassismus und Sprachmittlung in der Gesundheitsversorgung sowie zu Transkultureller Kompetenz in Psychotherapie veröffentlicht.
 

Zami Khalil

M.Sc. Zami Khalil ist Psychologischer Psychotherapeut (TP), Bildungsreferent für Rassismuskritik, psychische Gesundheit, (verinnerlichtem) Rassismus und Psychoanalyse und Empowerment-Trainer. Er promoviert zu anti-Schwarzem Rassismus und transgenerationaler Traumaforschung aus psychodynamischer, intersektionaler und machtkritischer Perspektive
 

Patiani Batchati

M.Sc. Patiani Batchati ist Klinische Psychologin und Psychotherapeutin in Ausbildung im systemischen Vertiefungsverfahren. Als Mitforscherin und Co-Autorin war sie in dem Forschungsprojekt INTERSECT an der Ruhr-Universität Bochum aktiv, das sich mit intersektionalen Analysen ungleicher Behandlung und Diskriminierung in der psychischen Gesundheitsversorgung befasste (Leitung: Prof. Mirjam Faissner). Seit Januar 2025 ist sie wissenschaftliche Referentin des Rassismuskritische Psychotherapie e.V. Dort arbeitet sie insbesondere an der inhaltlichen Konzeption von Fachtagen für Psychotherapeut*innen, an der Erstellung von Patient*inneninformationen und Fachberichten sowie an der fachlichen Vernetzung und Kooperation mit relevanten Akteur*innen.
 

Marcel Badra

M.Sc. Marcel Badra ist Psychologe und Verhaltenstherapeut für Erwachsene im Einzel- und Gruppensetting und verfügt über mehr als zehn Jahre klinische Erfahrung in unterschiedlichen therapeutischen Arbeitsfeldern. Am Zentrum ÜBERLEBEN arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Abbau von Rassismus im Gesundheitswesen. Zudem ist er Mitgründer des Vereins Rassismuskritische Psychotherapie e.V., in dem er sich berufspolitisch für die Verankerung rassismuskritischer Perspektiven in der Psychotherapie engagiert. Seit Januar 2025 leitet er dort das Projekt „Psyche und Rassismus: Kompetenznetzwerk für eine rassismuskritische Psychotherapie“.
 

Die Vorträge

Rassistische Diskriminierung im Kontext psychischer Gesundheitsversorgung
Helena Dieterle, Miriam Nicolai, Prof. Dr. Sören Kliem, Sebastian Fischer, Prof. Dr. Mita Banerjee

Das multizentrische BMFTR-geförderte Forschungsprojekt RaDiGe (2023-2026; Universitätsmedizin Mainz, Johannes Gutenberg Universität-Mainz, Ernst-Abbe-Hochschule Jena) zielt mittels zweier Interviewerhebungen, einer Online-Befragung und eines Experiments darauf ab, Rassismuserfahrungen im Zusammenhang mit mentaler Gesundheit und ihre Rolle im psychischen Gesundheitssystem zu untersuchen. Der Vortrag ist in drei Teile gegliedert: Vorgestellt werden Ergebnisse in Bezug auf den Zugang zu ambulanter Psychotherapie abhängig von rassifizierenden Zuschreibungen, sozialem Status, Geschlecht und Sprache. Außerdem werden die Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und psychischer Gesundheit sowie Behandlungserfahrungen in der Psychotherapie mittels qualitativer und  quantitativer Analysen beleuchtet. Abschließend werden Ergebnisse aus der Narratologie und Metaphernforschung zu subjektiven Bedeutungen unterschiedlicher Facetten um Rassismus (z.B. Reproduktion rassialisierender Stereoytpen) betrachtet. 

Projektleitung: 
Dr. Nora Hettich-Damm, Fatima Nöske, Prof. Dr. Manfred Beutel, Prof. Dr. Elmar Brähler, Prof. Dr. Sören Kliem.

Beratende Praxisorganisationen: 
Magazin of Color, Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit e.V. (IDA), Islamische Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe e.V. (IASE), Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI).

 

Rassismuskritische Psychotherapie
Prof. Dr. Berrin Özlem Otyakmaz

Rassistische Mikroaggressionen und strukturelle/institutionelle Diskriminierungen zeichnen die Lebensrealität von rassistisch markierten Menschen in Deutschland. Längst sind die Zusammenhänge zwischen Rassismuserfahrungen und deren psychischen Auswirkungen wie Depressionen, Angststörungen, PTBS-ähnlichen Symptomen empirisch belegt. Wenn, wie die aktuelle Muster-Weiterbildungsordnung für Psychotherapeut*innen es vorsieht, die Ausbildung auch vertiefte Kenntnisse und Handlungskompetenzen zur „Berücksichtigung menschlicher Diversität in der Psychotherapie“ vermitteln soll, gehören rassistische Diskriminierungserfahrungen als wesentlicher Aspekt diverser Lebenserfahrungen unumgänglich zu den Lehrinhalten. Der Vortrag bietet Forschungsergebnisse zu rassistischen Mikroaggressionen in Psychotherapie und Supervision sowie Informationen zur Gestaltung rassismuskritischer Psychotherapie. 

 

Rassismuskritik als Professionalisierungsaufgabe
Patiani Batchati, Marcel Badra

Der Vortrag geht der Frage nach, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um rassismuskritische, gerechte und zugängliche Versorgung professionell zu verankern. Im Mittelpunkt stehen strukturelle Herausforderungen und Empfehlungen, die sich nicht nur an einzelne Therapeut*innen richten, sondern an die gesamte Profession: Ausbildung, Weiterbildung, Supervision, Institutionen, Verbände und berufspolitische Strukturen. Ziel ist es, Impulse für eine nachhaltige rassismuskritische Weiterentwicklung psychotherapeutischer Praxis und Versorgung zu geben.
 

Die Workshops

Verbunden und gestärkt - Gemeinsam handlungsfähig im Umgang mit Rassismus im Beruf (BIPoC only)
Jasmin Abou El Naga

Rassismuserfahrungen im Berufsalltag können sich auf vielfältige Weise zeigen und unterschiedliche Auswirkungen haben - sie können verunsichern, verletzen, erschöpfen und die professionelle Rolle herausfordern. Dabei ist Rassismus als strukturelles Problem zu verstehen, das individuelle Erfahrungen prägt und sich auf den beruflichen Kontext auswirkt. Dieser Workshop bietet BIPoC Psychotherapeut*innen (in Ausbildung) einen geschützten Rahmen, um sich zu begegnen, Erfahrungen zu teilen und gegenseitige Unterstützung zu erleben. Durch ressourcenorientierte Impulse, Reflexionsübungen und Austausch werden eigene Kraftquellen sichtbar gemacht und Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit herausfordernden Situationen gestärkt. Gemeinsam schauen wir darauf, was uns trägt, wie wir gut für uns sorgen können und was uns handlungsfähig hält. Ziel ist es, durch Verbundenheit und gemeinsames Lernen neue Impulse für den Berufsalltag mitzunehmen. 

 

“Innerer unbewusster Rassismus - Was ist das und was hat das mit mir als Therapeut*in zu tun?”
Tita Heyn

Es geht um die Frage, warum trotz vieler politischer sowie pädagogischer Maßnahmen zur gesellschaftlichen Überwindung von Rassismus alle seine Erscheinungsformen weiter existieren, nicht nur bei jenen mit explizit menschenfeindlichen Einstellungen, sondern auch unter uns Psychotherapeut*innen. Warum und wie reproduzieren wir Rassismus wider Willen bzw. wider besseren Wissens? Und natürlich: Wie kann er dennoch überwunden werden?! Nach einem kurzen theoretischen Input werden wir uns über Selbstreflexion und Praxisbeispiele möglichen Antworten nähern.

 

„Ich spreche aus einer weißen, cisgender…“ – Selbstpositionierung in psychodynamischen Psychotherapien
Steffen Schödwell

In den letzten Jahren ist unter Psychotherapeut*innen, die Notwendigkeit sich vor ihren Patient*innen hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Rolle(n) und Privilegien zu positionieren, kontrovers diskutiert worden. Nicht selten trifft diese Forderung auf frontale Ablehnung und kann den Beginn einer therapeutischen Beziehung zum Erliegen bringen. In diesem Workshop werden wir explorieren, ob und wie (Selbst-)Positionierung sichtbarer und unsichtbarer Aspekte unserer sozialen Stellung(en) in psychodynamischen Therapien hilfreich eingebracht werden kann, um Vertrauen und Sicherheit in der therapeutischen Beziehung zu stärken. Des Weiteren werden wir darüber nachdenken, welche Auswirkungen dies auf die Übertragungsbeziehung haben kann und in welchem Spannungsverhältnis dies zu Konzepten wie Abstinenz und Neutralität steht. Der Workshop verbindet Speeddating, Reflexion der eigenen klinischen Arbeit mit theoretischem Input und Diskussion in der Gruppe. 


Rassismuskritisch Denken und Handeln im psychotherapeutischen Arbeitsalltag
Zami Khalil

Rassistische Diskriminierung gehört zum alltäglichen Leben Schwarzer, migrantischer und
geflüchteter Menschen, sowie People of Color in der Bundesrepublik Deutschland. Rassismus ist hierbei auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirksam, indem er u.a. die Zu- und Abgänge unserer staatlichen Institutionen reguliert. Rassistische Diskriminierung geht darüber hinaus mit einem erhöhten Risiko für u.a. Angststörungen, Depressionen, Psychosen und Trauma einher und kann sich auch negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken. In diesem Workshop wollen wir gemeinsam
mögliche psychische Folgen von Rassismus näher beleuchten. Ein besonderer Schwerpunkt soll hierbei auf möglichen (transgenerationalen) traumatischen Auswirkungen rassistischer Diskriminierung liegen. Es soll verdeutlicht werden, warum es für die eigene psychotherapeutische Praxis essenziell ist, mit den eigenen verinnerlichten rassistischen Anteilen in Kontakt zu kommen.

 

Programm downloaden(PDF 345,8 KB)

Flyer downloaden(PDF 374,1 KB)

Anmeldeformular

Bitte beachten Sie, dass pro Workshop maximal 25 Personen teilnehmen können. Um dies zu gewährleisten, würden wir Sie bitten, Ihre Erst-, Zweit- und Drittpräferenz anzugeben. Nach Anmeldeschuluss (06.11.2026) erhalten Sie eine Rückmeldung, an welchem Workshop Sie teilnehmen können. Wir versuchen bestmöglich Sie Ihrer Erstpräferenz zuzuteilen.
Es ist auch möglich, nur an den Vorträgen teilzunehmen.
Den Zugangslink zum Online-Fachtag senden wir Ihnen rechtzeitig vor der Veranstaltung in einer separaten Email zu. 
 

Anmeldung zum Online-Fachtag des RaDiGe-Projekts am 21.11.2026
Wenn Sie an der gesamten Veranstaltung teilnehmen möchten: Auswahl der Erst-, Zweit-, und Drittpräferenz für die Workshops. Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Workshop 1 ausschließlich für BIPoC zur Auswahl steht.
Durch das Absenden dieses Formulars erklären Sie sich mit unserer Datenschutzerklärung einverstanden. (Erforderlich gem. der von der EU geforderten DSGVO.) Hier können Sie unsere Datenschutzerklärung einsehen. By sending the contact form you agree with our data security declaration. You can read it here (German only).
captcha