RP7: Der von In-Game-Craving und spielimmanenten Faktoren bei Computerspiel- und Online-Glücksspielstörung im semi-natürlichen Setting unter eines Einsatz biofeedback-geleiteten Cue-Exposure-Trainings.

 

DFG- FOR 2974 RP7 ACSID-Studie: Spielverlangen bei Computerspiel- und Online-Glücksspielnutzung

Aktuell suchen wir Personen mit intensiver oder problematischer Computerspiel- beziehungsweise Online-Glücksspielnutzung sowie Personen, bei denen eine Computerspiel- oder Online-Glücksspielstörung vorliegt.
Im Rahmen der Studie untersuchen wir, wie spielbezogene Reize und bestimmte Merkmale der Spiele das Verlangen zu spielen beeinflussen. Zudem erproben wir ein biofeedback-gestütztes Training, das den Umgang mit diesem Spielverlangen unterstützen soll. Interessierte Personen können sich über unser Online-Kontaktformular bei uns melden.
 

Forschungsgegenstand

 

Nach erfolgreichem Abschluss der ersten Förderperiode setzt die DFG-Forschungsgruppe FOR 2974 „Affective and Cognitive Mechanisms of Specific Internet-use Disorders (ACSID)" ihre Arbeit im Rahmen der zweiten Förderperiode fort. Aufbauend auf den bisherigen Erkenntnissen werden die psychologischen und neurobiologischen Mechanismen untersucht, die der Entstehung, Aufrechterhaltung und Veränderung spezifischer Internetnutzungsstörungen zugrunde liegen. Dabei werden bestehende Forschungsansätze vertieft und um neue experimentelle Fragestellungen erweitert.

Ein zentrales Merkmal der Forschungsgruppe bleibt die enge methodische Verzahnung der verschiedenen Teilprojekte. Hierfür wird eine gemeinsame Kernbatterie standardisierter Untersuchungsverfahren eingesetzt, die eine projektübergreifende Vergleichbarkeit der erhobenen Daten ermöglicht. Diese umfasst diagnostische Interviews, psychometrische Fragebögen, experimentelle Paradigmen, neuropsychologische Aufgaben sowie psychophysiologische Messverfahren. Ergänzt wird diese Kernbatterie durch projektspezifische Methoden, die gezielt auf die jeweiligen Forschungsfragen abgestimmt sind. Im Rahmen der zweiten Förderperiode werden zum einen alle Teilnehmenden der ersten Förderperiode erneut mit der Kernbatterie untersucht, um Verlaufsdaten zu erfassen. Zum anderen durchlaufen alle neu rekrutierten Teilnehmenden sowohl die Kernbatterie als auch die jeweils standortspezifische Studie.

Innerhalb der Forschungsgruppe wird an der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz das Research Project 7 (RP7) durchgeführt. Das Projekt untersucht spielimmanente Faktoren bei der Computerspiel- und Online-Glücksspielstörung und analysiert Gemeinsamkeiten, Unterschiede sowie Interaktionseffekte zwischen beiden Störungsbildern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Untersuchung von In-Game-Craving sowie der Frage, wie suchtbezogene Reaktionen durch ein biofeedback-geleitetes Cue-Exposure-Training (CET) beeinflusst werden können.
Aktuelle theoretische Modelle der Verhaltenssüchte gehen davon aus, dass die wiederholte Kopplung suchtassoziierter Reize mit dem jeweiligen Verhalten wesentlich zur Aufrechterhaltung einer Suchterkrankung beiträgt. Diese Reizreaktivität umfasst subjektive, emotionale und physiologische Reaktionen und äußert sich insbesondere in einem verstärkten Craving. Psychophysiologische Parameter wie die Hautleitwertreaktion (Skin Conductance Response, SCR) ermöglichen eine objektive Erfassung dieser Prozesse und liefern wichtige Hinweise auf die Verarbeitung suchtassoziierter Reize. Diese Erkenntnisse münden in ein biofeedbackgeleitetes Training, das darauf abzielt, den Suchtdruck und die Rückfallwahrscheinlichkeit der Betroffenen zu reduzieren.
Zur Untersuchung dieser Mechanismen wird ein semi-natürliches Studiendesign eingesetzt, in dem Personen mit Computerspiel- oder Online-Glücksspielstörung sowie entsprechende Kontrollgruppen spieltypischen Situationen ausgesetzt werden. Ergänzend wird ein biofeedback-geleitetes Cue-Exposure-Training eingesetzt, um die Modifizierbarkeit suchtbezogener Reaktionen experimentell zu untersuchen. Ziel des Projekts ist es, die zugrunde liegenden Mechanismen von Craving und Reizreaktivität besser zu verstehen und die wissenschaftliche Grundlage für die Entwicklung innovativer, evidenzbasierter Behandlungsansätze zu schaffen.

Projektinformationen

Laufzeit: 2025–2028
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
 

Für Studieninteressierte

Studie für Personen mit Computerspiel- oder Online-Glücksspielproblemen

Forschungsprojekt in der Arbeitsgruppe Spielsucht bei Dr. Klaus Wölfling
Untersuchung von In-Game-Craving und spielimmanenten Faktoren bei Computerspiel- und Online-Glücksspielstörungen im semi-natürlichen Setting sowie biofeedback-geleitetem Cue-Exposure-Training.
 

Neues Behandlungsangebot im Rahmen eines wissenschaftlichen geleiteten Trainings zur Minderung des Suchtdrucks

Wir entwickeln derzeit ein neues Trainig für Menschen mit einer Computerspiel- oder Online-Glücksspielstörung. Im Mittelpunkt steht ein Biofeedback-Training, das dabei unterstützen soll, den Umgang mit Suchtdruck, Anspannung und suchtbezogenen Auslösern (Triggern) zu verbessern. Die Teilnahme erfolgt im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie.
Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Computerspiel- oder Online-Glücksspielverhalten problematisch / oder pathologisch (süchtig) geworden ist oder Sie Ihren Konsum besser kontrollieren möchten, freuen wir uns über Ihre Teilnahme.
 

So läuft die Studie ab

Die Studie umfasst drei Termine mit einer Dauer von jeweils etwa 5 Stunden.


1. Termin – Kennenlernen und Diagnostik
Beim ersten Termin lernen wir uns kennen. Gemeinsam besprechen wir Ihr Spielverhalten und führen ein diagnostisches Gespräch durch. Außerdem bearbeiten Sie einige Fragebögen sowie mehrere computerbasierte Aufgaben, die verschiedene Denk- und Aufmerksamkeitsprozesse untersuchen.

2. Termin – Spielbezogene Reize
Beim zweiten Termin spielen Sie ihr bevorzugtes Spiel oder sehen Sie Videos zu Computerspielen oder Online-Glücksspielen. Währenddessen messen wir Ihre körperliche Reaktion über einen Sensor an den Fingern oder Fuß, der den Hautleitwert erfasst. Diese Messung ist vollkommen schmerzfrei und gibt Aufschluss darüber, wie der Körper & ihre Psyche auf bestimmte Reize reagiert. 

3. Termin – Biofeedback-Training
Beim dritten Termin nehmen Sie an einem Biofeedback-Training teil. Dabei werden Sie erneut mit spielbezogenen Reizen konfrontiert und lernen gleichzeitig, Ihre körperliche Anspannung besser wahrzunehmen und zu regulieren. Ziel ist es, den Umgang mit Suchtdruck und Triggern langfristig zu verbessern.
 

Warum lohnt sich Ihre Teilnahme?

Aufwandsentschädigung
Für Ihre Teilnahme erhalten Sie
•    12 € pro Stunde
•    Erstattung Ihrer An- und Abreisekosten (ICE, 2. Klasse)
•    Getränke (Kaffee, Tee, Wasser) sowie kleine Snacks während der Termine
•    Individuelle auf Sie abgestimmte Pause
Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie uns, neue Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Computerspiel- und Online-Glücksspielproblemen zu entwickeln nun zu erforschen. Wir möchten herausfinden, ob ein Biofeedback-Training den Umgang mit Suchtdruck und Triggern erleichtern kann und langfristig zu einem gesunden Umgang mit dem Suchmittel führen kann.
Die Erkenntnisse dieser Studie sollen dazu beitragen, zukünftige Therapieangebote gezielt zu verbessern und Betroffenen langfristig zusätzliche Behandlungsmöglichkeiten zu bieten.
 

Flexible Terminvereinbarung

Die Termine werden von Montag bis Samstag zwischen 08:00 und 21:30 Uhr individuell mit Ihnen vereinbart.

 

Wo findet die Studie statt?

Die Untersuchung findet in der
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
der Universitätsmedizin Mainz
im EEG-Labor in der Unteren Zahlbacher Straße 8 statt.
 

Wer kann teilnehmen?

Sie können teilnehmen, wenn Sie
•    zwischen 18 und 65 Jahren alt sind
•    das Gefühl haben, dass Sie zu viel Zeit mit Computerspielen oder Online-Glücksspielen verbringen
•    bereits eine Computerspiel- oder Online-Glücksspielstörung diagnostiziert bekommen haben.


Auch wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihr Spielverhalten bereits problematisch ist, können Sie sich gerne bei uns melden. Gemeinsam klären wir in einem unverbindlichen Erstgespräch, ob eine Teilnahme möglich ist.


Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail und wir rufen Sie zurück um alles in Ruhe zu besprechen:

Ihre Ansprechpartner
 

Herr Dr. Klaus Wölfling (Leitung der AG Spielsucht) 

Frau M.Sc. Nanne Dominick

Jetzt Termin sichern

E-Mail: acsid-pt@unimedizin-mainz.de                                    
Telefon: 0171 8663746

Wir beantworten Ihre Fragen gerne und informieren Sie unverbindlich über den Ablauf der Studie.